Ist eine Flutmauer „alternativlos“? Es gibt Insellösungen für Häuser in Hochwassergebieten. Fluttüren, Flutschotts, sogenannte Froschklappen, Rücklaufsperren, etc. Manche der 49 betroffenen Häuser in diesem Bereich haben mit Zuschüssen von staatlicher Seite bereits individuelle Schutzvorrichtungen erhalten. Dies zeigt, dass individuelle Lösungen möglich und umsetzbar sind. Wäre es nicht sinnvoller die Nachrüstung dieser Schutzmaßnahmen zu fördern und sozusagen eine Insellösung für die wenigen durch den Bau einer Flutmauer vermeintlich geschützten Häuser zu schaffen? Wäre es nicht sinnvoller, wie von vielen Experten gefordert, für Auslaufflächen, Flutpolder etc. zu sorgen, um ein neues Jahrhunderthochwasser möglichst zu verhindern statt die Flüsse weiter zu zu bauen?

Begründung

Die Flutmauer an der Innpromenade soll eine Länge von ca. 520 Metern haben, bei einer durchschnittlichen Höhe von 1,30 Metern, wobei Mauerabschnitte und tragende Teile bis ca. 3,30 Meter aus dem Boden herausragen sollen. Die Mauer wird etwa 10 – 11 Meter tief im Boden verankert. Die Baustelle soll eine Breite zwischen 11 und 14 Metern erreichen. Eine alternative Route, z. B. näher am Innufer wird ausgeschlossen, da ein Hochwasser sonst (noch mehr) Richtung Innstadt verschoben würde.

Die Wirksamkeit der Flutmauer ist umstritten. Andere Beispiele haben gezeigt, dass eine Flutmauer ein Gefühl falscher Sicherheit erzeugt und innerhalb des vermeintlich gesicherten Bereichs keine anderweitigen Vorkehrungen mehr getroffen werden. Die Flutmauer hilft nicht gegen den Anstieg von Grundwasserspiegel und Rückstau in (Ab-)Wasser-leitungen und Kanälen. Hierfür wären zusätzliche Maßnahmen erforderlich. In Situationen, in denen ein Hochwasser eine Flutmauer überspült, sind die Auswirkungen wesentlich schlimmer als ohne den vermeintlichen Hochwasserschutz. Die reißenden Hochwasser aufgrund der Starkregen im vergangenen Jahr haben einen möglichen Ausblick auf das Gefährdungspotential gegeben. Da dem Hochwasser durch die Flutmauer Auslaufflächen genommen werden und der Inn künstlich verengt wird, werden Hochwasserhöhe und Fließgeschwindigkeit in Zukunft zunehmen. Ob die Flutmauer dafür ausgelegt ist, ist nicht geklärt.

Die Innpromenade wird auf Jahre völlig zerstört. Die Dauer der Baustelle mit bis zu 11 Metern Tiefe und 14 Metern Breite über 520 Meter Länge wird bisher nirgends genannt. Womöglich wird sich der Bau über Jahre hinziehen. Sämtliche Bäume am Innufer sollen dieser Baustelle weichen. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll eine völlige Neugestaltung der Innpromenade erfolgen.

Die Feinstaubbelastung steigt. Die Erhöhung Feinstaubbelastung wird unter anderem auch mit dem Verlust der Bäume in diesem Bereich begründet.

Der Verkehrslärm wird verstärkt. Aufgrund der Mauer wird der Verkehrslärm quasi auf angrenzende Stadtbereiche zurückgeworfen.

Das Stadtbild wird nachhaltig beeinträchtigt. Durch eine Grundmauer, welche im Schnitt 1,30 Meter hoch ist, stellenweise allerdings auch eine Höhe von bis zu 3,50 Metern erreicht, wird der Blick, z. B. vom anderen Innufer, auf die historischen Altbauten verbaut.

Die Verkehrssituation ist ungeklärt. Die Baustelle befindet sich direkt an der einzigen innerstädtischen Verkehrsader in die Innstadt und nach Österreich. Inwieweit sich so eine innerstädtische Mammutbaustelle auf die bereits übermäßig strapazierte Verkehrsader auswirken wird, ist bisher völlig ungeklärt.

Die Auswirkungen auf die Innstadt sind nicht absehbar. Die Hochwasser werden durch die fehlenden Auslaufflächen höher und Richtung Innstadt verschoben. Selbst Auswirkungen auf die Marienbrücke sind nicht auszuschließen.

Die Flutmauer schafft möglicherweise einen neuen „sozialen Brennpunkt“. Bisher ist der Bereich der Innpromenade von der Stadtseite aus gut einsehbar. Trotzdem herrscht am Innufer ein Alkoholverbot, da in der Vergangenheit die Situation bereits aus dem Ruder gelaufen ist. Nun soll der Bereich bis auf wenige barrierefreie Übergänge baulich vom Rest der Stadt getrennt werden. Der Bereich wird nicht mehr einsehbar sein. Kontrollen sind nur noch erschwert möglich.

Wer profitiert von der Flutmauer? Bei den Nutznießern der Flutmauer handelt es sich laut Medienberichten um insgesamt ca. 270 Bürger im Bereich des Oberen und Unteren Sandes, sowie die Eigentümer der 49 Gebäude in diesem Bereich.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Benjamin Krell aus Passau
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