Health

Forderung niedergelassener Ärzte zur Verbesserung der Strukturen Pandemie assoziierter Leistungen

Petition is directed to
Karl-Josef Laumann Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
502 Supporters 481 in North Rhine-Westphalia
Collection finished
  1. Launched July 2021
  2. Collection finished
  3. Submitted
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

Die Hausärztinnen und Hausärzte in Westfalen-Lippe sind ein Stützpfeiler der Gesundheitsversorgung in NRW. Auch und gerade in Pandemie-Zeiten sind wir unserer Verantwortung bewusst und kommen dieser mit unseren gesamten Praxisteams gerne nach. 

Allerdings war und ist es für uns sehr schwierig mit den ständig und plötzlich wechselnden Rahmenbedingungen zu arbeiten. 

Um Ihnen einmal darzustellen, welchen Herausforderungen wir uns stellen müssen, berichten wir gerne von unserem Praxisalltag. 

Wir sind jeder Zeit in der Pandemie teilweise über Nacht gezwungen gewesen, neue Richtlinien, neue Tests und die dazugehörigen Anweisungen sowie die Abrechnung umzusetzen, das ganze ohne Vorbereitungszeit. Wir sind oft über die Medien informiert worden, welche Beschlüsse wir in Bezug auf die Impfungen oder Tests am nächsten Tag schon umsetzen müssen. 

Die bereits durch die Pandemie bedingte hohe Arbeitsbelastung in den Hausarztpraxen ist für die gesamten Teams durch das Impfen noch einmal um ein Vielfaches gestiegen.

Diese hohe Arbeitsbelastung ist an den Praxisteams, sowohl den MFAs als auch uns Ärzten, nicht spurlos vorbeigegangen. 

Zu Beginn der Pandemie haben wir Infektsprechstunden eingerichtet, Hygienemaßnahmen umgesetzt, Praxisabläufe neu strukturiert und Telefon- und Videosprechstunden angeboten. Danach Urlauber getestet, Reihentests für Lehrer, Erzieher und Personal anderer Praxen durchgeführt. All diese Herausforderungen mussten wir im Rahmen der bestehenden Grundversorgung organisieren und realisieren. 

Unsere MFAs, die während der Pandemie die ganze Zeit die Versorgung aufrecht erhalten haben und an vorderster Front für die Patienten da waren,  haben  im Gegensatz zu anderen Gesundheitsberufen keinerlei Anerkennung vom Staat erhalten. 

Die Priorisierung der Impfungen war am Anfang notwendig. Sie war für die Patienten schwer nachzuvollziehen, intransparent und hat dadurch zu einem hohen Beratungsaufwand geführt. Zusätzlich mussten von uns entsprechende Atteste für die Impfzentren ausgestellt werden, die die Notwendigkeit der Impfung bescheinigten.

Die Einbeziehung der niedergelassenen Praxen war richtig und wichtig, um die Impfkampagne erfolgreich voran zu treiben. Die anfänglich bestehende Priorisierung und der Impfstoffmangel haben aber zu einem hohen Druck in den Praxen geführt. 

Die Pflege und Bearbeitung der Wartelisten für die knappen Impfstoffe hat viele Ressourcen gebunden. Oft wurden Überstunden gemacht und neues Personal musste eingestellt werden. 

Für die Impfungen waren beispielhaft folgende Arbeitsschritte notwendig:

  • Aufnahme der Patienten in der Impfwarteliste 
  • Prüfung der Patientendaten
  • Prüfung der Priorisierung
  • Spezielle Schulung der Mitarbeiter
  • Impfsprechstunde einrichten
  • Bestellung des Impfstoffes und des Impf-Zubehörs für unterschiedliche Impfstoffe
  • Lagerbedingungen der unterschiedlichen Impfstoffe beachten
  • Wartebereich zur Nachbeobachtung einrichten
  • Beratung und Aufklärung der Patienten über den geeigneten und den vorhandenen Impfstoff, sowie über aktuelle Regelungen für vollständig geimpfte (z.B. Quarantänemaßnahmen, etc.)
  • Telefonische Einbestellung der Patienten oder Absage der Impftermine bei mangelnder Impfstofflieferung
  • Prüfung der Einwilligung
  • Impfdurchführung
  • Nachbeobachtung
  • Termine für Zweitimpfungen vergeben, Impfabstände beachten
  • Dokumentation in einem Impfausweis und in dem Praxisverwaltungssystem 
  • Abrechnung und tägliche Meldung im Impfdokumentationsportal der KV

All diesen schwierigen Rahmenbedingungen zum Trotz haben wir mit viel Einsatz und Flexibilität die Situation gemeistert und die Impfkampagne erfolgreich vorangetrieben. Dies haben wir schnell, effektiv und im Vergleich zu Impfzentren deutlich kosteneffektiver geleistet. Dadurch haben wir die Patientenversorgung auch in Zeiten der Pandemie sichergestellt.

Reason

Um in Zukunft weiter erfolgreich arbeiten zu können, benötigen wir vom Land und vom Bund:

  1. eine bessere Kommunikation zwischen den beteiligten Akteuren 
  2. eine mittel- und langfristigere Planungssicherheit für Covid-assoziierte Leistungen
  3. eine der Leistung entsprechende Vergütung 
  4. Vergütungsgerechtigkeit auch für niedergelassene Ärzte im Vergleich zu anderen Leistungserbringern.

Wir fordern Sie, Herr Laumann, auf, sich für diese Punkte einzusetzen und die Themen auch beim Bundesministerium für Gesundheit auf die Tagesordnung zu bringen! 

Annette Rennert, Fachärztin für Allgemeinmedizin

Dr. Miriam Gizbili, Fachärztin für Allgemeinmedizin   

Lars Rettstadt, Facharzt für Allgemeinmedizin

Dortmund, den 08.07.2021

Thank you for your support, Annette Rennert from Dortmund
Question to the initiator

News

Not yet a PRO argument.

No CONTRA argument yet.

More on the topic Health

Help us to strengthen citizen participation. We want to support your petition to get the attention it deserves while remaining an independent platform.

Donate now