Anlässlich der aktuellen Entwicklung bei der Bebauungsplanung für die Ortsmitte Denzlingens und der schon lange schwelenden Diskussion über die gesamtstädtebauliche Gestaltung mit der Erschließung neuer Baugebiete, der Nachverdichtung, dem Erhalt historischer Strukturen und der Verkehrsführung wenden wir uns mit der Bitte um Unterstützung durch eine Unterschrift an die Denzlinger Öffentlichkeit. Die Ergebnisse und Zielvorgaben der 2014 und 2016 durchgeführten Bürgerbefragungen „Werkstatt Hauptstraße“ und „Gemeinde Entwicklungskonzept 2030“ haben ergeben: - Erhaltung der regionalen Unverwechselbarkeit im Sinne der ländlichen Prägung Denzlingens - Vermeidung von typologischen Veränderungen: typisch sind z.B. die alten Hofstrukturen mit Grünzügen, einige historische Gebäude, - die giebelseitige Ausrichtung entlang der Hauptstraße, - das Bachbett der Glotter mit grünen Uferzonen und Bogenbrücken Stattdessen planen und bauen große Investoren mit Hilfe der Zustimmung von Gemeinderat und Bauamt stereotype Betonbauten im Baukastensystem: - Im Ortszentrum sollen Geschäftshäuser entstehen mit glatten Fassaden, Glaskasten- vorbauten, Büroetagen, Flachdächern und teuren Penthauswohnungen Die Bauten werden immer höher und überragen die Giebeldächer der Nachbarhäuser Gastronomie mit 180 Sitzplätzen und ein Mini-„Marktplatz“ mit 600 qm zwischen den Bauten sollen für unsere Aufessthaltsqualität sorgen Nach wie vor gibt es kein sinnvolles Verkehrskonzept, das die Ortsmitte entlastet, autofrei macht und Fußgängerfreundlichkeit das Hauptanliegen wird. Grüne Hausgärten werden immer zahlreicher durch überdimensionierte Hausblöcke vernichtet.

Begründung

Ziele einer zeitnahen, angepassten Bebauung wurden schon seit langem in Baufibeln festgelegt. Sie fordern das Eindämmen des Identitätsverlustes und die Vermeidung von typologischen Veränderungen, was wiederum relevant wurde für die „Werkstatt Hauptstraße“. Der Abschlussbericht 2014 formuliert die Erhaltung der regionalen Unverwechselbarkeit im Sinne einer ländlichen Prägung. In allen Projekten wurden wir Bürger befragt und unsere Mitwirkung fand ihre Formulierung in veröffentlichten Berichten. Allein ihre Verbindlichkeit ist fraglich, die Bürgermitwirkung bleibt somit eine Farce. Wir haben gewählte Gemeinderäte, die in ihren Amtszeiten die Chance hätten, innovative Projekte zu entwickeln, aktive Zielvorgaben zu machen und dabei ihre Kontrollfunktion auszuüben. Ihnen müsste Bürgernähe am Herzen liegen, die Ergebnisse von Bürgerbefragung müssten ihnen präsent sein und sie müssten den Abhängigkeiten mit externen Bindungen trotzen.Was erleben wir stattdessen: Eine Zerstörung von ortsbildprägenden Strukturen, Betonklötze im Baukastensystem, Flachdächer, strukturlose Fassaden, Glaskästen, zugepflasterte Plätze. Wir erleben eine unangepasste Nachverdichtung mit einer grenzengen Verbauung von grünen Hausgärten(z.B. Rosenstrauße 18 ), den Lungen der Stadt. Wir erleben schon lange Versäumnisse der Ortsverwaltung beim Erwerb wichtiger Grundstücke im Ortszentrum mit der Chance, die eigene Gestaltungsfreiheit zu realisieren. Wir erleben eine Dominanz von Investoren, die uns mit ihren Architekten den Baustil vorgeben, alles unter dem Gesichtspunkt der maximalen Wirtschaftlichkeit und maximaler Flächennutzung. Der damit verbundene anwachsende Verkehr wird scheinbar ausgegrenzt; ihn haben unsere herkömmlichen Straßen ( Hauptstraße, Rosenstraße) zu bewältigen. Auf der einen Seite werden wir Bürger mit dem Erwerb von neuen, attraktiven Aufenthaltsräumen, sprich Marktplatz, von neuen Einkaufsqualitäten, sprich Drogeriemarkt und von neuer Gastronomie eingefangen. Auf der anderen Seite verfolgen die Architekturbüros mit ihren modernistischen Allerweltsbaustil die wirtschaftlichen Interessen der Investoren und schaffen somit noch mehr Büro- , Verkaufs- und Gastronomieflächen. Bezahlbarer Wohnraum entsteht dabei garantiert nicht und die ortsansässigen Gastronomen werden in ihrer Existenz bedroht. Bei der Realisierung der Bebauung von Käppelematten und Unterm Heidach werden wir dasselbe Problem erleben und uns gegen die Missachtung bürgerlichen Zielvorgaben und der Entwürfe der Wettbewerbsgewinner zu wehren haben. Mit der Stimmenthaltung bei Abstimmungen im Gemeinderat können die Gemeinderäte sich nicht der Verantwortung entziehen. Es ist auch keine Geschmacksfrage der Räte, ob Flachdach, Balkon oder Schießschartenfenster sich durchsetzen. Sie alle müssten sich, genauso wie unsere Bauamtsleitung und Ortsverwaltung, allein dem gewachsenen Ortsbild mit seinen historischen Strukturen, Giebeldächern, kleinen und großen Plätzen, einer belebten grünen Bachuferzone und attraktiven Sitz- und Aufenthaltsbereichen verpflichtet fühlen. Dies würde Denzlingens Mitte einen Wohlfühlcharakter vermitteln. Die jetzige Planung schafft das nicht. Der ansteigende Auto- und Zulieferverkehrsstrom durch die Ortsmitte wird diesem Wunschbild immer wieder widersprechen. Stoppt den Bauwahnsinn! Für ein bürger- und fußgängerfreundliches Ortszentrum, für den Erhalt historisch gewachsener Strukturen und für die Schaffung erschwinglichen Wohnraums !

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Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Bürgerwerkstatt Denzlingen aus Denzlingen
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