116 Unterschriften
Petition richtet sich an: Gemeinderat Immendingen
Wir fordern eine Überprüfung der Kita-Gebühren in Immendingen mit dem Ziel, Familien finanziell zu entlasten. Die Gebühren sollen transparent, sozial ausgewogen und langfristig bezahlbar gestaltet werden. Außerdem fordern wir eine nachvollziehbare Offenlegung der Gebührenkalkulation sowie einen regelmäßigen Dialog zwischen Gemeinde und Elternvertretungen.
Begründung
Kinderbetreuung ist weit mehr als ein Betreuungsangebot – sie ist eine Investition in Bildung, Chancengleichheit und die Zukunft unserer Kinder. Gleichzeitig ist sie eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Eltern Familie und Beruf miteinander vereinbaren können.
Mit Beschluss des Gemeinderats werden die Elternbeiträge für die Kindergartenjahre 2026/2027 und 2027/2028 erneut um 4 % beziehungsweise 4,5 % erhöht. Die Entscheidung wurde trotz der ausführlich begründeten Einwände der Elternbeiräte der Kindertagesstätten Im Donaupark und Hattingen einstimmig getroffen.
Unsere Kritik richtet sich nicht gegen eine moderate Anpassung der Gebühren, sondern gegen das bereits heute außergewöhnlich hohe Gebührenniveau – insbesondere bei der Ganztagsbetreuung in der Krippe. Familien mit einem Kind zahlen derzeit 720 € pro Monat, zuzüglich der Kosten für das Mittagessen. Auch Familien mit zwei oder drei Kindern werden mit 535 € bzw. 361 € monatlich erheblich belastet. Für viele junge Familien stellt dies eine enorme finanzielle Herausforderung dar.
Gerade in den ersten Lebensjahren eines Kindes sind die finanziellen Belastungen besonders hoch. Steigende Wohn-, Energie- und Lebenshaltungskosten treffen auf Einkommenseinbußen während oder nach der Elternzeit. Gleichzeitig sind Eltern auf eine verlässliche Kinderbetreuung angewiesen, um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können. Hohe Betreuungskosten dürfen nicht dazu führen, dass Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz auf eine Berufstätigkeit verzichten müssen.
Besonders bedauerlich ist, dass die Einwände nicht nur von einem einzelnen Elternbeirat, sondern übereinstimmend von den Elternbeiräten Im Donaupark und Hattingen vorgetragen wurden. Dennoch fand nach unserem Eindruck keine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung mit den vorgebrachten Argumenten statt. Die Diskussion konzentrierte sich nahezu ausschließlich auf den derzeitigen Kostendeckungsgrad der Elternbeiträge und die Empfehlungen der kommunalen Landesverbände.
In der Gemeinderatssitzung wurde mehrfach darauf verwiesen, dass die Elternbeiträge derzeit lediglich 9–12 % der tatsächlichen Betreuungskosten decken und langfristig ein Kostendeckungsgrad von 20 % angestrebt werde. Gleichzeitig wurden weder die tatsächlichen Gesamtkosten noch deren Zusammensetzung transparent dargestellt. Ohne eine nachvollziehbare Gebührenkalkulation können Eltern nicht beurteilen, warum die Beiträge in ihrer heutigen Höhe erforderlich sind und welche Kosten tatsächlich in die Kalkulation einfließen.
Wir stellen nicht infrage, dass hochwertige Kinderbetreuung ihren Preis hat. Gute pädagogische Arbeit verdient gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Finanzierung. Die Finanzierung darf jedoch nicht immer weiter auf die Familien verlagert werden. Kinderbetreuung ist eine öffentliche Aufgabe und eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft.
Frühkindliche Bildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Sprachförderung, sozialen Entwicklung, Integration und Chancengleichheit. Sie hilft, Entwicklungsverzögerungen frühzeitig zu erkennen und zu fördern. Investitionen in diesen Bereich zahlen sich langfristig für die gesamte Gesellschaft aus und können spätere soziale Folgekosten deutlich reduzieren.
Darüber hinaus ist eine familienfreundliche Gebührenpolitik ein wichtiger Standortfaktor. Familien entscheiden sich bewusst für Gemeinden, in denen gute und bezahlbare Betreuungsangebote vorhanden sind. Bezahlbare Kinderbetreuung stärkt die Attraktivität Immendingens, unterstützt die Gewinnung und Bindung von Fachkräften und trägt dazu bei, dass Familien dauerhaft in unserer Gemeinde leben und arbeiten können.
Wir wünschen uns deshalb eine offene und transparente Diskussion über die Finanzierung der Kinderbetreuung. Unser Ziel ist keine pauschale Ablehnung von Gebührenerhöhungen, sondern eine grundsätzliche Überprüfung der Gebührenstruktur, insbesondere der Ganztagskrippengebühren, sowie eine vollständige Offenlegung der Gebührenkalkulation.
Wir fordern den Gemeinderat auf, gemeinsam mit Eltern nach langfristig tragfähigen und sozial ausgewogenen Lösungen zu suchen. Elternbeiräte sind gesetzlich vorgesehene Interessenvertretungen der Eltern. Ihre Beteiligung sollte nicht nur formal erfolgen, sondern auch zu einer ernsthaften inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Anliegen der Familien führen.
Denn eine familienfreundliche Gemeinde investiert nicht nur in Gebäude und Infrastruktur – sie investiert vor allem in ihre Kinder und Familien.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
30.06.2026
Sammlung endet:
29.12.2026
Region:
Immendingen
Kategorie:
Bildung
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Faire Gebühren für alle Familien.