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Bild zur Petition mit dem Thema: Gesund trotz kranker Kassen? Angemesenes Honorar oder Lohndumping? Gesund trotz kranker Kassen? Angemesenes Honorar oder Lohndumping?
  • Von: Dr. Bodo Ulrich mehr
  • An: Bundesgesundheitsminister
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Gesundheit mehr
  • Status: Petition in Zeichnung
    Sprache: Deutsch
  • 70 Tage verbleibend
  • 9 Unterstützende
    8 in Deutschland
    0% erreicht von
    50.000  für Quorum  (?)

Gesund trotz kranker Kassen? Angemesenes Honorar oder Lohndumping?

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Wir fordern eine Ende der Rationierung der Arzthonorare. Budgets, Deckelung, Degression, floatende Punkwerte und Arzneimittelregresse sind Repressalien, die es nur im deutschen GKV-System gibt, und nicht hinnehmbar sind. Wir fordern das Ende des Projekts "elektronische Gesundheitskarte" da es niemandem nutzt aber potentiell vielen schadet, und nur Milliarden verschlingt, welche in der Versorgung benötigt werden. Des Weiteren sind wir gegen die angestrebte Gesundheitstelematik und legen grossen Wert auf die Sicherheit der Patientendaten und die ärztliche Schweigepflicht, welche in der Telematik nicht garantiert sind. Es ist nicht hinnehmbar, dass hier Kostenträger die Therapieleitlinien und -inhalte und gleichzeitig viel zu niedrige Preise dafür diktieren können.

Wir Ärzte fühlen uns durch unsere Körperschaften nicht unterstützt, da diese lediglich das Spardiktat der Krankenkassen umsetzen. Sie werden von den Ärzten finanziert, vertreten aber längst nicht ihre Interessen. Die Honorierung nach Pauschalen, die sich an Krankheit orientieren, stellen wir in Frage. Eine Moderne Medizin muss nach Gesundheit und den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet sein.

Begründung:

Petition Gesundheit zur Bundestagswahl

am 24. September 2017 ist Bundestagswahl. Im Gesundheitssystem sollen auch die Weichen neu gestellt werden. Eine Abschaffung der Privaten Krankenversicherung und Einführung der Bürgerversicherung würde zu weiteren Einbrüchen der wohnortnahen Versorgung in ländlichen Gebieten führen, und die derzeitigen Probleme würden nicht gelöst, sondern verschärft.

In einer aktuellen Studie des britischen Journal „the Lancet“, welche vom Spiegel veröffentlicht wurde, kommt Deutschland im weltweiten Vergleich der Gesundheits-versorgung gerade mal auf Platz 20, und wird dabei auch von Griechenland überholt.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben nach einem Zeitungsbericht im ersten Quartal dieses Jahres einen Überschuss von 620 Millionen Euro erzielt. Damit seien ihre Rücklagen auf einen Rekordwert von 16,5 Milliarden Euro gestiegen, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Der Überschuss in den ersten drei Monaten 2017 liege um gut 200 Millionen Euro über dem des Vorjahresquartals.

Aufgrund einer seitens der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) prognostizierten, jedoch nie eingetretenen „Kostenexplosion im Gesundheitswesen“ wurde seitens des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) seit den Neunziger Jahren eine Vielzahl von Reformen auf den Weg gebracht, die der GKV Kosten einsparen sollten.

Letztendlich wurden über oftmals als rechtswidrig empfundene Winkelzüge Mechanismen geschaffen, welche das Morbiditätsrisiko der Versicherten gänzlich auf die Ärzteschaft umlagert: Es wurden Budgets, Degression und floatende Punktwerte eingeführt. So konnten die Ausgaben der Kassen, und damit die Einnahmen der Ärzte gesenkt werden. Dem Gegenüber stand eine stetig wachsende Therapienachfrage.

Ein Arzt in Deutschland hat mehr mit einem Zwangsarbeiter als einem Freiberufler gemeinsam. An vielen Stellen im System wird Leistung eingefordert, ohne diese zu bezahlen, das grenzt an eine moderne Art der Sklaverei. Viele neue bürokratische Auflagen wie Qualitätsmanagement kamen hinzu, und die Anforderungen an Hygiene und Arbeitsschutz steigen stetig, ohne eine entsprechende Anpassung der Honorare und Gebühren.

Die elektronische Gesundheitskarte

Dreizehn Jahre nach der beschlossenen Einführung wurden mehrere Hundert Millionen Euro seitens der Krankenkassen ausgegeben, ohne dass auch nur eine der in Aussicht gestellten Zusatzfunktionen bisher in der Praxis genutzt werden können. Statt dessen stehen Honorarabzüge für die Ärzte im Raume, wenn sie die Technik nicht rechtzeitig installieren. Umstritten nach wie vor der Nutzen für Arzt und Patient, sowie die Frage der Datensicherheit und der Übernahme der Haftung bzw. der Kosten für die Praxen. In Australien wurden bereits Patientendaten im Darknet zum Verkauf angeboten.

Die IGeL-Lüge und die Wahrheit dahinter

In den Medien werden Ärzte, die Geld für Zusatzleistungen (Individuelle Gesundheits-Leistungen) verlangen, oftmals als Abzocker an den Pranger gestellt. Was viele nicht wissen, ein Arzt kann gerichtlich belangt werden, wenn er eine Leistung, welche von der gesetzlichen Krankenkasse nicht bezahlt wird, nicht erbringt. Daher versuchen die Ärzte dies über die IGeL-Zuzahlung abzufangen, wie z.B. die Glaukom-Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt.

Die Verordnung von Medikamenten und Arzneimittel-Regress

Für das Ausstellen eines Rezeptes bekommt ein Arzt keinerlei Honorar. Dennoch muss er sich ständig fortbilden, um bei den vielen Medikamenten auf dem Markt immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Verordnet er nicht das günstigste angebotene Arzneimittel, oder fällt er bei der Statistik im Vergleich zu anderen Fachkollegen auf, kann er von der Kasse in Regress genommen werden. Diese fordert dann Strafzahlungen in Höhe des entstandenen Schadens ein. Das kann in schweren Fällen auch in die Hunderttausende gehen, und bedroht massiv die Existenz.

Patientenrechtegesetz und Beweislastumkehr

Die Rechte der Patienten sollen gestärkt werden. Daher muss ein Arzt nun im Zweifelsfall nachweisen, nach den Richtlinien behandelt zu haben. Früher musste der Patient den Beweis des Gegenteils erbringen. Das nennt man Beweislastumkehr, und führt in die Defensivmedizin. Bei nicht ganz klaren Befunden erfolgt keinerlei Therapie mehr, sie werden im Notdienst mit Schmerzmitteln nach Hause geschickt.

Ich fordere vom neu zu wählenden Bundestag eine grundlegende Abkehr von der Rationierungstaktik hin zu Patientenfreundlichen und gerechten Abbrechnungsmodi, bei denen nicht Krankheit sondern Gesundheit im Focus stehen. Es sollte im Interesse aller Wähler wie auch Patienten sein, beim Geldfluss im Gesundheitssystem nicht einseitig Pharmaindustrie und Krankenkassen zu bevorzugen, und den Ärzten stets den schwarzen Peter zuzuschieben, sondern der am Patienten Tätige muss angemessen honoriert werden. Das wusste schon Hippokrates.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Stuttgart, 01.08.2017 (aktiv bis 31.10.2017)


Debatte zur Petition

PRO: Da lobe ich mir doch die gute alte Private Krankenversicherung, bei der ich seit über 40 Jahren versichert bin. Ich bekomme meine Gleitsichtbrille, 80% für meine Impantate, die neuesten Medikamente und auch alle Medikamente bei Erkältungen. Auch die wirklich ...

CONTRA: "Aber wäre es nicht gerade die Aufgabe der staatlich gelenkten Kassen,... mehr als nur eine "halbwegs anständige Versorgung" zu bieten?" Ja, nur wird sich für den Patienten auch dann nichts ändern, wenn er mehr Beitrag bezahlen muss und bei Ihnen als ...

CONTRA: Sklaverei? Warum geben die "Sklaven" nicht ihre Kassenzulassung zurück? Was für ein larmoyantes Geschwafel!!!

>>> Zur Debatte


Warum Menschen unterschreiben

Weil ich aus "meinem" Arzt nicht "irgendeinen" Arzt gemacht haben möchte. Wenn ich schon zwangsversichert werde, wie hier in Deutschland, dann möchte ich wenigstens Ärzte, die frei und finanziell unabhängig agieren dürfen.

Weil sie exakt und umfassend widergibt, was ich seit 25 Jahren an der Gesundheitspolitik kritisiere

>>> Zu den Kommentaren


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Letzte Unterschriften

  • Nicht öffentlich Mönchengladbach vor 2 Tagen
  • Nicht öffentlich Düsseldorf am 06.08.2017
  • Dieter S. Böhl-Iggelheim am 06.08.2017
  • Ronald S. Berlin am 06.08.2017
  • Christiane L. Hamm am 06.08.2017
  • Peter R. Weil am Rhein am 05.08.2017
  • Dr. Andreas H. Cham am 03.08.2017
  • Dr. Thomas W. Krumbach am 03.08.2017
  • Bodo U. Stuttgart am 01.08.2017

Petitionsverlauf

Woher kamen Unterstützer