Petition richtet sich an:
Bundesregierung
Gleichstellung von pflegenden Familienangehörigen mit Mindestlohnempfänger*innen bzw. kommerziellen Pflegeeinrichtungen.
Begründung
Ich bin seit mehreren Jahren familiär für zwei Pflegefälle aktiv. Dafür erhalte ich umgerechnet ca. 1 Euro pro Stunde am Tag (!) an Pflegegeld. Ich habe meinen Job dafür aufgegeben, ich bin das miserabel entlohnte "Taxi" für meine Pflegefälle und schlage mich jede Woche mit der Pflegekasse, dem Amt für Grundsicherung, aber auch der Lebenshilfe, den Ärzten und anderen Trägern der Ersatzpflege herum. Ich mache den Job an Samstagen, Sonntagen, Weihnachten, Neujahr oder auch an meinem Geburtstag. Regelmäßige Arzttermine, Termine bei der Physio, der Wassergymnastik oder auch Friseurbesuche, Einkäufe und Freizeitaktivitäten wollen organisiert und durchgeführt sein. Dabei bin ich noch nicht mal ein Elternteil.
Warum eigentlich bekommen professionelle Pflegeeinrichtungen für dieselbe Leistung mehrere tausend Euro pro Monat, während ich mir für ein paar hundert Euro den A**** aufreißen muss? Warum bekommen Arbeitnehmer*innen in D einen Mindestlohn, während ich für EINEN Euro pro Stunde am Tag 24 Stunden/7 Tage die Woche auf dem Sprung stehe? Gut, es sind MEINE Familienangehörigen, die ich liebe. Aber ich kann mich nicht weiter von diesem Staat ausbeuten lassen, in dem ich meinen Job aufgebe, mein Rentenkonto ruiniere und mir die Nerven zerfetzen lasse für diesen EINEN schäbigen Euro pro Stunde! Laut GG sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich, laut Mindestlohngesetz muss das Einkommen für die private Existenzsicherung ausreichen. Aber wie sieht es mit der Existenzsicherung der pflegenden Familienangehörigen aus? Liebe Bundesregierung, lieber Herr Spahn: Unser Richter am Betreuungsgericht hat mir vor 4 Jahren eine Frage gestellt, die jede/-n von uns im Alter angeht: "Wo möchten Sie morgens wach werden? In IHREM Bett zu Hause, oder in einem Bett im Pflegeheim im Stadtteil X"? Meine Pflegefälle sollen NICHT ins Heim; beutet mich der Staat aber weiterhin aus, habe ich keine andere Wahl. Das frisst mich auf ...