Der Deutsche Bundestag möge beschließen…1. Abkoppeln der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie von der Direktausbildungsreform2. Beibehalten der postgraduierten Ausbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie3. Zugang von Nicht-Psychologen mit Masterstudienabschluss zur Ausbildung (Pädagogen, Sozialpädagogen, Mediziner)4. allgemeine Approbation ohne Altersbeschränkung nach der Ausbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (Erwachsenentherapeuten haben keine Altersbeschränkung)

Begründung

Es gibt unter den psychologischen Universitätsprofessoren kaum approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, also kaum Lehrkompetenz in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Auch wenn sie approbiert sind, haben Hochschullehrer zudem viel zu wenig eigene Erfahrung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Es gibt zudem viel zu wenig Hochschulprofessoren, die ausreichend Forschung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie betreiben. Also gibt es so gut wie keine auf Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie spezialisierte Professoren. Die Universität kann nur Psychotherapie-Wissenschaft lehren, aber keine Psychotherapie. Psychotherapie wird von erfahrenen Psychotherapeuten gelehrt.Psychotherapie wird in Ambulanz und Klinik gelernt.Psychotherapie setzt Selbsterfahrung voraus.Selbsterfahrung, Theorie, selbst durchgeführte Therapien und Supervision müssen parallel stattfinden und ineinander greifen. Patienten, die zur Universität kommen, sind Studienpatienten und nicht diejenigen Patienten, die in der Krankenversorgung zur Behandlung kommen. Psychisch kranke Kinder und Jugendliche sind die Opfer dieser Reform.Bisher haben zu 80 % Pädagogen und Sozialpädagogen die hochqualifizierte, in Europa einmalige psychotherapeutische Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher geleistet. Gerade sie sollen künftig ausgeschlossen werden.Bisher haben Ausbildungsinstitute den wohl weltweit besten Qualifikationsstandard gewährleistet. Diese Ausbildung soll abgeschafft werden und ersetzt durch etwas, was noch nie erprobt wurde und obige schwerwiegende Mängel aufweist.

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Neuigkeiten

  • Pet 2-18-15-2123-014898



    Heilberufe



    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 02.06.2016 abschließend beraten und

    beschlossen:



    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden

    konnte.

    Begründung



    Mit der Petition wird gefordert, dass die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie von

    der Direktausbildungsreform ausgenommen wird.

    Die Petition richtet sich gegen Überlegungen, die Ausbildung zum

    Psychotherapeuten dergestalt umzustellen, dass ein eigenständiges

    Psychotherapiestudium mit anschließender Weiterbildung absolviert wird

    (Direktausbildung) und plädiert für die Beibehaltung eines eigenständigen Berufs des

    Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

    Zu den Einzelheiten des Vortrags des Petenten wird auf die von ihm eingereichten

    Unterlagen verwiesen.

    Die Eingabe war als öffentliche Petition auf der Internetseite des Deutschen

    Bundestages eingestellt. Es gingen 491 Mitzeichnungen sowie

    34 Diskussionsbeiträge ein.

    Zu diesem Thema liegt dem Petitionsausschuss eine weitere Eingabe mit verwandter

    Zielsetzung vor, die wegen des Zusammenhangs einer gemeinsamen

    parlamentarischen Prüfung zugeführt wird. Der Ausschuss bittet daher um

    Verständnis, dass nicht auf alle vorgetragenen Gesichtspunkte eingegangen werden

    kann.

    Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung stellt sich auf der Grundlage einer

    Stellungnahme der Bundesregierung wie folgt dar:

    Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) prüft im Zusammenhang mit der

    Novellierung der Psychotherapeutenausbildung ein alternatives Ausbildungsmodell,

    bei dem an die Stelle eines vorangehenden Studiums als Zugangsvoraussetzung zur



    eigentlichen Psychotherapeutenausbildung ein Studium der Psychotherapie mit

    anschließender Weiterbildung vergleichbar der Struktur der ärztlichen Ausbildung

    tritt. In ihrer Folge würde eine einheitliche Psychotherapeutenausbildung geregelt

    werden, bei der Behandlungskompetenzen für Patienten aller Altersgruppen

    einschließlich der Kinder und Jugendlichen zu entwickeln sind. Eine Spezialisierung

    z.B. auch für den Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie würde dann

    während der Weiterbildung erfolgen.

    Der 25. Deutsche Psychotherapeutentag hat sich im November 2014 mit

    Zweidrittelmehrheit für eine solche Direktausbildung ausgesprochen. Aufgrund des

    deutlichen Votums der Psychotherapeutenschaft zugunsten einer Direktausbildung

    beabsichtigt das BMG, die Ausbildungsreform in diese Richtung zu gestalten und

    zugleich sicherzustellen, dass die bisherige Qualität der psychotherapeutischen

    Versorgung der Bevölkerung, die auf einer hochwertigen Ausbildung gründet,

    erhalten bleibt. Hierzu liefert der Vortrag des Petenten einen wichtigen Beitrag,

    indem er auf die Punkte hinweist, die im Verlauf des Novellierungsprozesses zu

    bedenken sind. Er wird in die weitere Bearbeitung einfließen.

    Vor dem Hintergrund des Dargelegten vermag der Petitionsausschuss ein weiteres

    Tätigwerden nicht in Aussicht zu stellen und empfiehlt daher, das Petitionsverfahren

    abzuschließen.

    Der abweichende Antrag der Fraktion DIE LINKE., die Petition der Bundesregierung -

    dem Bundesministerium für Gesundheit - als Material zu überweisen und den

    Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben, wurde mehrheitlich

    abgelehnt.

    Begründung (pdf)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.