Wir fordern Politik und Wirtschaftsverbände auf:

  • Arbeitsplätze erhalten: Sich entschieden an die Seite der Beschäftigten zu stellen und alle Handlungsmöglichkeiten auszuloten, um die 400 Berliner Industriearbeitsplätze bei Infinera zu erhalten – auch, um diesen zentralen Teil der Sicherheitsarchitektur, den wir in Deutschland und Europa für die Datenautobahnen der Zukunft brauchen, nicht nach Asien ziehen zu lassen.

  • Zu Werten stehen: Den neuen Eigentümern sehr deutlich zu machen, dass ihre Absicht, Know-how, Patente und Kunden abzuzocken, die Beschäftigten aber in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, nicht mit unserem Gesellschaftsmodell vereinbar ist.

  • Solidarität zeigen: In der Öffentlichkeit ein deutlich über die Grenzen Berlins wahrnehmbares Zeichen zu setzen, dass wir in unserer sozialen Marktwirtschaft dieses asoziale Verhalten der Infinera-Eigentümer nicht tolerieren.

Begründung

Mit großer Bestürzung haben wir erfahren, dass die Infinera-Geschäftsführung den Berliner Standort schließen will und alle 400 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren sollen.

Das ist nicht nur für die Beschäftigten und ihre Familien, sondern auch für die Berliner Industrielandschaft eine große Tragödie. Am Berliner Hochtechnologie-Standort von Infinera produzieren die Beschäftigten zu guten Bedingungen optische Übertragungssysteme, die sogenannten Datenautobahnen. Diese Technologie ist für die weitere Entwicklung des Berliner Industriestandortes Berlin wichtig.

Und nicht nur hier in Berlin: Infinera hat sich mit dem Berliner Standort einen der wenigen Produktionsstandorte in Europa gekauft, der die Hardware für die Datenautobahnen der Zukunft, für 5G und Breitband bauen kann. Zieht die Produktion wie geplant nach Fernost, gehen das gesamte Knowhow und ein erheblicher Teil der Sicherheitsarchitektur, die die Kolleginnen und Kollegen für öffentliche, private und besonders sicherheitsrelevante Kunden wie Behörden oder Bundeswehr fertigen, für immer verloren.

Bei Infinera handelt es sich um einen US-amerikanischen Eigentümer, der das Unternehmen erst vor wenigen Monaten gekauft hat. Der Berliner Standort hatte in den letzten Jahren immer wieder wechselnde Eigentümer. Dazu gehörten Siemens, Nokia Siemens Networks und Coriant. Für die Beschäftigten bedeutete das immer wieder viel Veränderungen und Unruhe. Und nun soll zum 30. September dieses Jahres der Standort komplett geschlossen und die Produktion nach Asien verlagert werden.

Wir, die Unterzeichnenden, verurteilen die Entscheidung der Infinera-Geschäftsführung, den Berliner Standort zu schließen, auf das Schärfste. Wir sprechen uns entschieden dagegen aus, dass die US-amerikanischen Neu-Eigentümer Patente und Kundendatei mitnehmen wollen, aber die Beschäftigten auf die Straße setzen. Die Profitgier und die Gleichgültigkeit gegenüber den Beschäftigten sind eine Schande.

Alle Kolleginnen und Kollegen, auch über den Standort hinaus, sind aufgerufen, sich solidarisch zu erklären und zu protestieren. Nur gemeinsam können wir der Geschäftsführung und den Schließungsplänen entgegentreten. Daher unterstützen wir unsere Freundinnen und Freunde, unsere Kolleginnen und Kollegen von Infinera bei ihrem Kampf um den Verbleib in Berlin.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Birgit Dietze, IG Metall Berlin aus Berlin
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Neuigkeiten

Pro

Wenn der Fortschritt seine Visionen gegen die Wirtschaftlichkeit tauscht, wird er Menschenfeindlich.

Contra

Kapitalismus ist nicht willkürlich, er ist berechnend und Interessen geleitet, die Interessen einer kleinen besitzenden Gruppe/ Klasse

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 3 Std.

    Weil mir an der Erhaltung von Arbeitsplätzen in unserer Stadt sehr viel liegt. Die Firmen müssen nicht immer billig im Ausland produzieren.

  • vor 5 Std.

    "Kauf bricht nicht Miete" Nach diesem Rechtssatz sollte der neue Eigentümer an die ausgehandelten Personalvereinbarungen - z. B.: Beginn von Vorruhestand ab ca. Mitte 2020 für ca. 50 Mitarbeiter / innen, damit die anderen Beschäftigten weiterarbeiten können - von Coriant gebunden sein.

  • vor 9 Std.

    Ich war selbst Mitarbeiter bei Siemens Networks, NSN und war selbst von einer Standortschliessung der Mobilfunkentwicklung betroffen.

  • vor 9 Std.

    Sicherheitsrelevante Kommunikationstechnik sollte in Deutschland erhalten bleiben. Die bisherige Zusammenarbeit mit der Beuth Hochschule für Technik Berlin geht verloren. Hochqualifizierte Arbeitsplätze für unsere Absolventen und das Land Berlin/Deutschland gehen verloren. Der Einfluß ausländischer Firmen für den steigenden IT-Infrastrukturbedarf in Deutschland nimmt dann immer mehr zu. und führt zu Sicherheitsbedenken.

  • vor 10 Std.

    Erhalt von Kernkompetenzen im IKT-Umfeld am Standort

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