Rx-Versandverbot jetzt! Seitdem der Europäische Gerichtshof 2016 die deutsche Arzneimittelpreisbindung für ausländische Versender aufgehoben hat, rutschen Vor-Ort-Apotheken in eine wirtschaftliche Schieflage. Ausländische Anbieter wie DocMorris locken ihre Kunden mit Rabatten, die deutsche Apotheken nicht geben dürfen. Überlebenswichtige Rezepte werden so aus dem deutschen Apothekensystem abgezogen. Das gefährdet die Zukunft von Vor-Ort-Apotheken und die wohnortnahe Versorgung und Sicherheit von Patientinnen und Patienten. Mit unserer Petition und Kampagne #MitUnsNicht! www.facebook.com/MitUnsNicht-343670739814531/ wollen wir erreichen, dass das im Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU/CSU festgeschriebene Rx-Versandverbot endlich umgesetzt wird. Wir sind Studentinnen und Studenten des Studiengangs Pharmazie an der Semmelweis-Universität in Budapest.

Weshalb zögert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn? Weil das Rx-Versandverbot seinem marktliberalen Verständnis und seiner Vorstellung einer vernetzten Gesundheitsversorgung widerspricht? Oder spielen alte Freundschaftsbande zu Max Müllereine Rolle? Mit Müller gründete Spahn 2006 eine Gesellschaft, die auch Kunden aus der Pharmabranche beriet, inzwischen ist Müller im Vorstand der Versandapotheke DocMorris.

Einhaltung des Koalitionsvertrags und sofortige Umsetzung des Rx- Versandverbots

Der Status Quo jedenfalls macht es großen ausländischen Playern leicht, sich im deutschen Gesundheitssystem zu etablieren und öffentliche Apotheken zu verdrängen. Zumal sie Wettbewerbsvorteile haben: Medikamente online zu bestellen ist ohne vorherige Beratung möglich. Wir wollen Chancengleichheit: In Zukunft soll keine Online- Medikamentenbestellung ohne vorherige Videoberatung mehr stattfinden. Denn auch in der Selbstmedikation sind Arzneimittel „Produkte höherer Ordnung“. Eine Videoberatung ist problemlos machbar und schützt Patientinnen und Patienten. Bleibt hingegen alles beim Alten sind Vor-Ort- Apotheken benachteiligt, weil sie nicht einfach Medikamente ohne Beratung abgeben dürfen.

Begründung

Spahns Begründung, dass das Versandverbot politisch und rechtlich nicht machbar sei, stimmt so nicht:

Allein drei juristische Gutachten bestätigen und begründen die Umsetzbarkeit eines Rx-Versandverbotes. Dass es nicht umgesetzt wird, werten wir als Betrug an den Wählerinnen und Wählern: Patientinnen und Patienten werden dadurch in absehbarer Zeit vor große Probleme gestellt, wenn es die Apotheke vor Ort nicht mehr gibt. Dass es Bürgerinnen und Bürger gibt, die sich fragen, ob der Gesundheitsminister noch tragbar ist und die seinen Rücktritt begrüßen würden, überrascht uns nicht. Wir fordern die Bundesregierung deshalb dazu auf, das Rx-Verbot endlich umzusetzen.

Quellen: alte Freundschaftsbande zu Max Müller www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/die-geschichte-von-jens-spahn-und-max-mueller-biographie/

„Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel – Verfassungs-und europarechtliche Bewertung“; Gutachten von Dr. Udo DiFabio.

„Zur verfassungsrechtlichen Bewertung eines Versandverbots für verschreibungspflichtige Arzneimittel“, Gutachten von Prof. Dr. Ulrich Becker.

„Zur Frage, ob die Einführung eines Versandverbots für verschreibungspflichtige Humanarzneimittel Unionsrechtlich zulässig wäre“, Gutachten von Prof. Dr. Jürgen Schwarze

Stellungnahme des Bundesrates: Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Arzneimittelversorgung in der GKV (GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz - AMVSG), 25. November 2016

Antwortschreiben Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe, 14. Februar 2018

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Benedikt Bühler aus Karlsruhe
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Neuigkeiten

Pro

Die Arzneimittelversorgung darf nicht in die Hand von großen Kapitalgesellschaften geraten und nur dem Shareholder Value dienen.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 2 Std.

    Berufliche Gründe

  • vor 15 Std.

    Damit das Apothekensterben in Deutschland nicht weitergeht!!

  • vor 1 Tag

    Weil es dumm ist sich eine gute flächendeckende persönliche Beratungsmöglichkeit kaputt zu machen indem man großen Versandhändlern erlaubt Rabatte zu machen, die die beratenden Apotheken vor Ort nicht geben dürfen. Zum einen ist die ungleiche Rechtslage zwischen den verschiedenen Anbietern etwas das den gewünschten Wettbewerb verzerrt, zum anderen weiß ich wo ich schnell und unkompliziert Hilfe bekomme wenn ich sie brauche, und das ist nicht die Webseite mit angeschlossenem Paketdienst.

  • vor 2 Tagen

    Erhalt der Vorortapotheke

  • vor 3 Tagen

    Es geht um viele Arbeitsplätze in Apotheken in Deutschland und um die ortsnahe Versorgung von Patienten, sowie deren kostenfreie soziale Betreuung!

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