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Bild zur Petition mit dem Thema: Kieler Hiroshimatag PRO iranische Atombombe?! Jerry Sommer ausladen! Kieler Hiroshimatag PRO iranische Atombombe?! Jerry Sommer ausladen!
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Arbeitskreis Städtesolidarität
  • Region: Schleswig-Holstein mehr
    Kategorie: Außenpolitik mehr
  • Status: Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.
    Sprache: Deutsch
  • Gescheitert
  • 10 Unterstützende
    Sammlung abgeschlossen

Kieler Hiroshimatag PRO iranische Atombombe?! Jerry Sommer ausladen!

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Am 6. August wird in Kiel ein Lotosblütenfest zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor nunmehr 69 Jahren stattfinden. In diesem Zusammenhang ist auch Jerry Sommer eingeladen, eine Rede zu halten.

Jerry Sommer ist Publizist und Friedensforscher und schreibt u.a. Texte für das BICC, die Blätter für deutsche und internationale Politik, die ZEIT, Deutschlandfunk und die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Schwerpunktmäßig wettert er gegen die Bemühungen um wirksame Sanktionen gegen die iranische Regierung und wirbt für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Regime, das zu den brutalsten weltweit zählt, beinahe täglich zur Vernichtung Israels aufruft und zielstrebig eine Atombombe entwickelt.

Wir sind erschüttert, daß ausgerechnet die IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges) als Mitveranstalter sich durch die Einladung dieses Referenten für die Verbreitung von Nukleartechnologie, deren zivile Nutzung per se tötet sowie sich prinzipiell nicht von der militärischen trennen läßt, stark macht sowie die Gefahr eines nuklearen Angriffs auf den Staat der Shoa-Überlebenden steigert.

Wir fordern die Veranstalter der Lotosblütenaktion – den Arbeitskreis Städtesolidarität, bestehend aus dem Gesprächskreis für christliche Friedensarbeit, der Hiroshima-Arbeitsgemeinschaft Kiel, IPPNW, dem DGB Region KERN und Mitgliedern der Ratsversammlung sowie dessen Vorsitzenden, den Stadtpräsidenten der Landeshauptstadt Kiel Hans-Werner Tovar – auf, Jerry Sommer auszuladen.

Begründung:

Jerry Sommer behauptet im Aufsatz “Half-truths, myths and lies” in [1] in unzulässiger Analogiebildung zum Irakkrieg, ein möglicher Angriff auf den Iran werde mit „Halbwahrheiten, Mythen und unwahren Behauptungen“ gerechtfertigt, um dann selbst mit genau dieser Strategie das (militärische) Atomprogramm der Ayatollahs zu rechtfertigen. Einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit Fakten und Argumenten, die gegen den Iran sprechen, weicht er dabei konsequent aus, indem er sie ignoriert, leugnet oder sich an absurden, unterstellten Aussagen fiktiver Kritiker abarbeitet. Um die These, das Streben Irans nach Atomwaffen sei ein „Mythos“, und andere Thesen vermeintlich zu beweisen, führt er einseitig stützende Zitate ins Feld und blendet sämtliche mißliebigen Fakten, Indizien und Einschätzungen aus. In [2] beruft er sich auf eine angebliche Fatwa von Ayatollah Khamenei, in der dieser Massenvernichtungswaffen für mit dem Islam für unvereinbar erkläre. Eine solche Fatwa (ein islamisches Rechtsgutachten) ist entgegen dem sich hartnäckig unter rechercheunwilligen Journalisten haltenden Gerücht nie veröffentlicht worden. Wahrheitswidrig behauptet Sommer in [1], die IAEO-Inspekteure hätten alle kerntechnischen Anlagen Irans rund um die Uhr unter ihrer Kontrolle, obwohl Iran ihnen wiederholt den Zutritt verwehrt hatte. Einige Absätze später meint er, Iran solle den Inspekteuren als vertrauensbildende Maßnahme zusätzliche Kontroll- und Inspektionsrechte einräumen - er widerspricht sich also selbst, denn eine noch totalere als die totale Kontrolle ist nicht möglich. Die Tatsache, daß die iranische Bombe eine existentielle Bedrohung für Israel wäre, ist für Sommer „Mythos Nr. 3“. Anstelle einer inhaltlichen Auseinandersetzung versteigt er sich gar zu der Aussage, daß „zahlreiche Israelis“ dieser These vehement widersprechen. Eine deutliche Analogie zu der klassischen Argumentationsstrategie von Antisemiten, die nicht so genannt werden wollen: „Einige meiner besten Freunde sind Juden.“, sie könnten folglich keine Antisemiten sein. Sommer hält das iranische Regime für „einen rationalen Akteur“. Sommer scheint nichts über die iranische Staatsverfassung und ihren eliminatorischen Antisemitismus zu wissen und auch nicht wissen zu wollen. Das offizielle Staatsoberhaupt des Iran ist der Mahdi, der verborgene zwölfte Imam, also eine Person, die gar nicht existiert. Geht’s irrationaler? Nach der Endzeitvorstellung des schiitischen Islam in der Auslegung des iranischen Regimes solle dieser auf die Erde kommen und das Paradies bringen, nachdem sämtliche Juden ermordet wurden und die Muslime bzw. die Mullahs die Welt beherrschen. Über den irrationalen Charakter des Antisemitismus empfehlen wir Herrn Sommer wärmstens die Lektüre des Kapitels „Elemente des Antisemitismus – Grenzen der Aufklärung“ in Adornos und Horkheimers „Dialektik der Aufklärung“. Die nicht immer als Antizionismus getarnten antisemitischen Vernichtungsphantasien lassen sich in den Werken Khameneis nachlesen. Weiter schreibt Sommer, eine „Politik der Zurückhaltung“ gegenüber Iran würde „der demokratischen Opposition im Iran neue Wege eröffnen“. Sommer hat nicht verstanden, daß der Iran keine Demokratie, sondern Klerikalfaschismus ist und daß die demokratische Opposition brutal unterdrückt, ihre Anhänger im In- und Ausland von den Pasdaran verfolgt und ermordet werden. Demokratie und eine echte Opposition sind mit der Verfassung der Islamischen Republik Iran[3] nicht vereinbar. Ein solches ideologiedurchtränktes, antiaufklärerisches Pamphlet wie [1] würden wir im neurechten COMPACT-Magazin des Querfront-Strategen und glühenden Antisemiten Jürgen Elsässer oder im Portfolio des KOPP-Verlags erwarten, aber mit Wissenschaft hat es nichts zu tun. Aufschlußreich ist auch die Bezeichnung des iranischen Regimes („die Iraner“) als „Parias“ in [4], die stereotype Gleichsetzung von Regierung mit Bevölkerung, von Unterdrückern mit Unterdrückten, die Sommers (und Blix’) wahnhaftes und unterkomplexes Weltbild veranschaulicht. Jerry Sommers Ideologie läßt ihn folgerichtig auch nicht erkennen, daß eine totale wirtschaftliche Blockade des Iran nicht einen Angriffkrieg gegen Iran vorbereiten, sondern im Gegenteil eine militärische Sabotage des Atomwaffenprogramms abwehren soll und würde. Kompromisse und Geschäfte mit Iran nützen nur deutschen und österreichischen Unternehmen (darunter solche, die bereits den Nationalsozialismus unterstützt und von seinen Verbrechen profitiert haben, wie z.B. Siemens), helfen aber dem verbrecherischen Ayatollahregime, die iranische Bevölkerung weiterhin gewaltsam zu unterdrücken und den längst konventionell begonnenen Terrorkrieg gegen Israel weiterzuführen und möglicherweise auf ein deutlich gefährlicheres Level zu eskalieren.

[1] Bulletin No. 59, Januar-März 2012, Hrsg. BICC [2] BICC Focus 4, Okt. 2007 [3] siehe Suchmaschine (Link verstümmelt) [4] BICC Focus 10, Nov. 2011. Hier zitiert Sommer seinen Kollegen Hans Blix.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Schwentinental, 09.07.2014 (aktiv bis 05.08.2014)


Debatte zur Petition

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CONTRA: Wen man aufhört mit einander zu reden, dann ist der Krieg vorprogramiert. Stoppt eurde Dogmatisierung.

CONTRA: Wer ruft zur Vernichtung Israels auf? Da wäre ich ja mal sehr an Quellangaben interessiert.



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