Culture

#kulturbewegt – Rettet die Clubkultur in Köln

Petition is directed to
Regierungspräsident Gisela Walsken
3.038 Supporters 1.667 in Cologne Government Region
Collection finished
  1. Launched 09/08/2020
  2. Collection finished
  3. Prepare submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

Unsere Clubkultur steht am Abgrund. Jeder Monat, den wir nichts veranstalten dürfen, ist ein weiterer Sargnagel für unsere geliebte Szene in Köln. Damit wir mit euch irgendwann wieder feiern können, ist es wichtig, jetzt zu handeln und zu unterschreiben, bevor es zu spät ist!

Hilf uns unsere Clubkultur zu retten!

Wir fordern eine zügige Möglichkeit zur Wiederaufnahme unserer Veranstaltungen, natürlich unter Einhaltung besonderer Maßnahmen und dem Aufstellen eines eigenes Tracing-Konzeptes zur besonderen Rückverfolgbarkeit.

Dazu bedarf es einer Neubewertung unseres kulturellen Angebots.

Eigene Konzepte und unser Vorschlag zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit folgen später unter „Begründung“.

In der aktuell gültigen Fassung der Coronaschutzverordnung des Landes NRW wird sämtlichen Kulturanbietern eine Wiederaufnahme des Betriebs unter Berücksichtigung konkreter Einschränkungen gestattet – bis auf den Anbietern der Clubkultur.

Anbieter von Clubkultur (ab jetzt hier als „Veranstalter“ bezeichnet) werden erst in § 10 behandelt, gemeinsam mit Bordellen und rein kommerziellen Diskotheken.

Um zu verstehen, warum „Veranstalter“ einen besonderen kulturellen Beitrag leisten, ist zunächst eine Abgrenzung der spezifischen Clubkultur zu den „Freizeit- und Vergnügungsstätten“ nach § 10 CoronaSchVO notwendig, in die „Clubs“ fälschlicherweise ohne vorherige Definition verortet worden sind.

Denn in Abgrenzung zum allgemeinen „Nachtleben“, welches den „nächtlichen Vergnügungsbetrieb an einem Ort besonders in einer Großstadt“, bzw. „sämtliche Aktivitäten in der Zeit zwischen den Abend- und Morgenstunden“ [Duden] meint, und eben auch Glücksspiel und Prostitution meint, hat die spezifische Clubkultur, die wir als Veranstalter betreiben, eine gesellschaftliche Bedeutung und beschreibt ein „Phänomen, bei dem sich Menschen im Rahmen von Veranstaltungen an geschützten Orten zum Tanzen, Musik produzieren, präsentieren und rezipieren und zum sozialen Austausch treffen“ [S. 10 - www.clubcommission.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/08/Studie-Clubkultur-Berlin.pdf]

Diese geschützten Räume fallen aktuell komplett weg, und die Clubszene (hierzu später mehr), sucht sich neue, geschützte Räume, an denen sie versucht, Clubkultur zu leben. Dort ist zurzeit aber kein Betrieb erlaubt und genehmigt, somit auch keine Nachverfolgbarkeit der Teilnehmer möglich.

Nur mit einer kontrollierten Wiederaufnahme unserer Clubkultur wird eine Registrierung der Teilnehmer möglich sein.

Was aber ist eine Clubszene? Jeden Veranstalter (i. S. der Petition) umgibt eine eigene Mikroszene, die sich aus langjährigem Publikum, seinen Künstler*innen und seinem Produktionsteam zusammensetzt. Überschneidungen zu den Szenen anderer Veranstalter sind häufig gegeben und auch erwünscht.

Während die Künstler für das optische und akustische Gesamterlebnis verantwortlich zeichnen, kümmert sich das Produktionsteam um die „Hard Facts“ wie die Beschaffung von Raum, Material und einen reibungslosen Ablauf, der dem Publikum ein einmaliges, kulturelles Erlebnis ermöglicht.

Das Publikum schließt hier sogar die Produzenten und Künstler mit ein, denn „jedes Personenkollektiv, das durch den gleichzeitigen Konsum eines bestimmten Erlebnisangebots abgegrenzt ist“ [Seite 460, Schulze, Gerhard. 2000. Die Erlebnisgesellschaft. Frankfurt: Campus Verlag], wird als Publikum bezeichnet.

Sobald sich dieses Publikum mehr oder weniger regelmäßig zum gemeinsamen Erlebnis trifft, spricht man von einer (Club-)Szene [Seite 463, Schulze, Gerhard. 2000. Die Erlebnisgesellschaft. Frankfurt: Campus Verlag].

„Wichtig ist in jedem Fall, dass Clubkultur immer den Anspruch verfolgt, von Szeneakteurinnen für Szeneakteurinnen produziert zu werden“ [Seite 12, www.clubcommission.de/wp-content/uploads/sites/2/2019/08/Studie-Clubkultur-Berlin.pdf]

Reason

Ausgehend von den jetzigen Infektionszahlen in Köln (Stand 04.08. - 148 Personen auf 1031802 Einwohner = 0,01%) die im Bereich von 0,1 Promille liegen, könnte man wieder statt einer Pandemie von einer epidemiologischen Sonderlage sprechen.

Wenn man nun eine begrenzte Menge Personen (die noch zu bestimmen wäre, Richtschnur könnte hier die Schweiz bieten) pro Club, oder gesonderten und getrennt zugänglichen Clubeinheiten, und Nacht zulässt, so wäre dies eine überschaubare Menge, die im Fall einer Infektion leicht isoliert und unter Quarantäne gestellt werden könnte.

Würde man die nächsten Wochen im Spätsommer nutzen, um Clubkultur im Open Air Bereich zu probieren, so könnte man die daraus gewonnenen Erkenntnisse des lückenlosen Tracings bei einer Cluböffnung im Herbst gut umsetzen.

Wie so ein lückenloses Tracing aussehen kann, haben unsere Stuttgarter Kollegen des Club Lehmann bereits gut dargestellt (www.jedentageinset.de/2020/06/29/club-lehmann-erarbeitet-pandemiekonzept-zur-wiedereroeffnung-der-clubs/)

Über eine App, die einer begrenzten Zahl an Besuchern ein personalisiertes Vorverkaufsticket zur Verfügung stellt, welches ausschließlich für diesen Tag und diesen Club gilt und nur zum Besuch einer Veranstaltung pro Wochenende berechtigt, kann dies leicht erreicht werden.

Zum Abgleich benötigt man nur Personalausweis und die Handynummer, was auch eine spätere Erreichbarkeit erzeugt.

Zusätzlich zum Tracing könnte man zur Verringerung der Ansteckungsgefahr ein gestuftes Maskengebot erlassen. Dies könnte so aussehen, dass in engeren Räumen wie Toiletten oder an der Bar eine Maskenpflicht besteht. Auf der Tanzfläche, wo bei einer vorher festgelegten Maximalzahl genügend Platz zwischen den Tanzenden sein wird, könnte unter Umständen darauf verzichtet werden.

Auch die Vorlage eines negativen Coronatests sowie Temperaturmessungen wären geeignete Maßnahmen.

Jedenfalls ist ein komplettes Tanzverbot absolut unverhältnismäßig und sollte auf alternative Möglichkeiten überprüft werden.

Eine Nichtdurchsetzbarkeit eines Maskengebots ist auch kein Argument, da das Rauchverbot schließlich auch genauso durchgesetzt wurde. Von einer hohen Kooperationsbereitschaft seitens uns Veranstaltern kann ausgegangen werden.

Dass ein Bedürfnis nach Clubkultur besteht, sieht man schon an der Vielzahl „illegaler Raves“ zurzeit, bei der sich mehrere Hundert Personen jedes Wochenende versammeln, komplett ohne Registrierung und Nachverfolgbarkeit. Gleiches gilt für die ausufernden Menschenansammlungen an den Hotspots Venloer Straße, Zülpicher Straße und ähnliche.

Aus all diesen Gründen ist ersichtlich, dass es eine sofortige Überprüfung und Neubewertung unseres kulturellen Angebots geben muss, die zu einer möglichst baldigen Wiederaufnahme unserer Tätigkeit führt.

Verfasst im Namen der "Kölner Veranstalter Initiative"

News

Die Stadt Köln muss endlich nachhaltig die Clubkultur stützen und der Gentrifizierung Einhalt gebieten. Denn schon vor Corona war ein brennendes Kulturthema: Dem Clubsterben Einhalt gebieten! Was die Demo angeht: Feiern mit Musik ist eine uralte Kulturtradition. '#DraussenTanzen mit Maske und Sicherheitsabstand, Corona-safe1 Wir zeigen wie!

Es ist erwiesenermaßen riskant Großveranstaltungen durchzuführen ohne Impfstoff

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