L20-526 Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft

166 Unterschriften

Die Petition wurde abgeschlossen

166 Unterschriften

Die Petition wurde abgeschlossen

  1. Gestartet 2022
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

Dies ist eine Online-Petition der Bremischen Bürgerschaft.

Petition richtet sich an: Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft

Wir sind zwei 13-jährige Jungen aus der 7a der Neuen Oberschule Gröpelingen und wollen eine Petition einreichen, damit in Öffentlichen Gebäuden wie Schulen mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und genutzt wird.

Denn uns ist etwas Seltsames aufgefallen:

In Gröpelingen werden viele Schulen gebaut oder umgebaut, zum Beispiel die Neue Oberschule Gröpelingen, die Oberschule am Ohlenhof, die Oberschule am Park, die Grundschulen an der Fischerhuder Straße, am Pastorenweg oder in der Humannstraße.

Was wir nicht verstehen: warum gibt es nirgendwo Solarmodule?

Die Landesregierung will seit 2020 Bremen und Bremerhaven zu „Solar Cities“ machen. Obwohl es viele Dachflächen auf Schulgebäuden gibt, wurde bis jetzt nirgendwo etwas umgesetzt.

Wir fordern von der Landesregierung Antworten:

Wie viele Schulen wurden seit dem Jahr 2020 neu- oder umgebaut?

Auf wie vielen dieser Gebäuden wurde Photovoltaik installiert?

Warum wurde bei so vielen Bauprojekten auf Erneuerbare Energie komplett verzichtet?

Was sind die Pläne der Landesregierung in der Zukunft für Solarstrom bei Öffentlichen Gebäuden wie Schulen?

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 14.06.2022
Sammlung endet: 27.07.2022
Region: Freie Hansestadt Bremen
Kategorie:  

Neuigkeiten

  • Auszug aus dem Bericht des Petitionsausschusses (Land) Nr. 32 vom 7. Oktober 2022

    Der Ausschuss bittet, folgende Eingaben dem Senat mit der Bitte um Abhilfe zuzuleiten:

    Eingabe-Nr.: L20/526

    Gegenstand: Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden

    Begründung:
    Der Petent und sein Klassenkamerad der 7a an der Neuen Oberschule Gröpelingen bitten um
    Auskunft, wie viele Schulen seit dem Jahr 2020 neu- oder umgebaut wurden, inwieweit auf
    öffentlichen Gebäuden, insbesondere auf Schulen, bereits Photovoltaik installiert wurde und
    wie die Pläne der Landesregierung für Solarstrom bei öffentlichen Gebäuden wie Schulen sind.
    Darüber hinaus möchte der Petent mit seinem Klassenkameraden erreichen, dass in
    öffentlichen Gebäuden wie Schulen mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und
    genutzt wird. Dazu wünschen sie sich zudem Anzeigetafeln, die über den erzeugten Strom
    und das dadurch eingesparte CO2 informierten.

    Die Petition wird von 168 Mitzeichner:innen unterstützt.

    Der Petitionsausschuss hat zu dem Vorbringen des Petenten eine Stellungnahme des
    Senators für Finanzen eingeholt. Außerdem hatte der Petent die Möglichkeit, sein Anliegen im
    Rahmen der öffentlichen Beratung mündlich zu erläutern. Unter Berücksichtigung dessen stellt
    sich das Ergebnis der parlamentarischen Beratung zusammengefasst folgendermaßen dar:

    Zu den Fragen im Einzelnen:

    Wie viele Schulen wurden seit dem Jahr 2020 neu- oder umgebaut?

    Seit 2020 wurden zehn Neubauten oder größere Umbauten an Schulen fertig gestellt (Schule
    am Baumschulenweg, Oberschule Ohlenhof, Schule an der Augsburger Straße,
    Schulsporthalle der Schule an der Oslebshauser Heerstraße, Schule am Pastorenweg, Neue
    Oberschule Gröpelingen, Berufsschule für den Großhandel, Außenhandel und Verkehr,
    Schule an der Alfred-Faust-Straße, Oberschule an der Hermannsburg, Grundschule an der
    Delfter Straße und Oberschule Roter Sand). Vier weitere Neubauten werden voraussichtlich
    im Jahr 2022 an Schulen fertiggestellt (Schule an der Landskronastraße, Schule Alt-Aumund,
    Schule Humannstraße, Schule an der Rechtenflether Straße). Darüber hinaus gab es eine
    Vielzahl an kleineren Baumaßnahmen aus den Bereichen der Nutzermaßnahmen und der
    Bauunterhaltung, die auch kleinere Umbauten beinhalten können.

    Auf wie vielen der neuen Gebäude wurde Photovoltaik (PV) installiert?

    Alle diese Umbauten oder Neubauten sind vor der PV-Pflicht (siehe letzte Frage) mit den
    Planungen gestartet. Beim Umbau im Bestand muss die Statik des Bestandsgebäudes
    ausreichend Lastreserven für PV vorhalten, dies ist nicht immer gegeben. Einige der
    Neubauten haben Gründächer erhalten, so z.B. die Schule an der Augsburger Straße. Eine
    Kombination von PV und Gründach ist zwar möglich, aber teurer. Außerdem gibt es Gebäude,
    auf denen aufgrund der Verschattung die Errichtung einer PV-Anlage technisch nicht sinnvoll
    ist, so z.B. Schule an der Rechtenflether Straße.

    Trotzdem wird in einigen Fällen PV berücksichtigt, wenn dies den Bauablauf nicht verzögert,
    so z.B. auf der Berufsschule für den Großhandel, Außenhandel, Verkehr (GAV), der
    Oberschule Ohlenhof, der Schule Alt-Aumund, der Schule Humarinstraße und der Schule an
    der Landskrona Straße.

    Außerdem werden momentan auf 27 Bestandsgebäuden PV-Anlagen nachgerüstet, weitere
    20 PV-Anlagen entstehen auf Neubauten. Die Fertigstellung der Anlagen im Bestand ist
    spätestens im Jahr 2023 avisiert. Im Neubau ist die Fertigstellung teilweise auch später
    geplant, je nach Baufortschritt der Neubauten. Drei PV-Anlagen sind bereits errichtet: auf dem
    Neubau der Grundschule Humannstraße, der GAV und der OS Roter Sand.
    Was sind die Pläne der Landesregierung in der Zukunft für Solarstrom bei Öffentlichen
    Gebäuden wie Schulen?

    Im Neubau gibt es für Projekte, die ab Mai 2019 neu geplant wurden, eine PV-Pflicht.
    Bestandsgebäude, bei denen das Dach, mindestens eine Lebensdauer von 20 Jahren
    erwarten lässt, werden außerdem auf die Eignung von PV untersucht und wie oben
    beschrieben nachgerüstet. Bei Dachsanierungen von Bestandsgebäuden wird regelmäßig die
    Eignung von PV geprüft und die Anlagen umgesetzt, wenn die Gebäude dies statisch
    ermöglichen. Da in vielen Fällen zuerst die Dächer saniert werden müssen, ist die weitere
    Nachrüstung von PV-Anlagen somit maßgeblich von der Bereitstellung von Investitionsmitteln
    für die Sanierung von Gebäuden abhängig.

    Grundsätzlich ist es aber leider schwierig, überhaupt Angebote für die Errichtung von PV zu
    bekommen. Es gibt deutliche Engpässe bei den ausführenden Firmen und Planern sowie beim
    Material.

    Darüber hinaus hat das Ressort eine umfangreiche Übersicht zu PV-Anlagen (PV-Anlagen im
    Neubau, PV-Anlagen im Bestand Nachrüstung, PV-Anlagen im Bestand auf Gebäuden des
    SVIT errichtet durch Dritte, Gebäude ohne Lastreserven) zur Verfügung gestellt, auf das
    Bezug genommen wird.

    Der Petitionsausschuss ist sehr angetan von der Eingabe des Petenten und bedankt sich für
    diese wichtige und zukunftsträchtige Initiative.

    Der Petitionsausschuss begrüßt die Tatsache, dass im Bereich der Photovoltaik auf
    öffentlichen Gebäuden bereits viel getan wird.

    Hinsichtlich des Auskunftsbegehren des Petenten sieht der Petitionsausschuss die Petition als
    erledigt an.

    Darüber hinaus regt der Ausschuss – wie von dem Petenten gewünscht – an, an den
    öffentlichen Gebäuden Anzeigetafeln anzubringen, die über den erzeugten Strom und das
    dadurch eingesparte CO2 informieren. Wünschenswert ist darüber hinaus eine Internetseite,
    die die fertigen und geplanten Solardächer auf öffentlichen Gebäuden in Bremen ausweist.
    Dadurch wird die Tragweite von Klimaschutz sichtbar gemacht. Gleichzeitig wird ein stärkeres
    Bewusstsein für die Bedeutsamkeit des Themas geschaffen. Nur so kann der gemeinsame
    politische Wille, „Solar City“ zu werden, auch faktisch umgesetzt werden. Aus diesem Grund
    soll die Petition dem Senat mit der Bitte um Abhilfe zugeleitet werden.

    Begründung (PDF)

Das könnte Sie auch interessieren

49 %
243 Unterschriften
130 Tage verbleibend

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

Jetzt fördern