Region: Neuwied
Health

Leben kommt vor Technologie - gegen die Einführung von 5G im Westerwald

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Landrat Achim Hallerbach
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  1. Launched December 2019
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Wir fordern die Anwendung des Vorsorgeprinzips:

Es dürfen keine dauerstrahlenden Sender (z.B. 5G-Antennen oder Smart-Cells) innerhalb von Ortschaften installiert werden. Grundsätzlich sollten sich Basisstationen in einem deutlichen Abstand außerhalb von Ortschaften befinden.

In Zukunft muss es Alternativen zu strahlenden Smart-Metern bei Strom und Wasser und strahlenden Haushaltsgeräten („Internet der Dinge“) geben.

Grundsätzlich sollte besondere Vorsorge bei Kindern und den Schutz elektrosensibler Menschen gewährt werden.

Die bestehenden Grenzwerte im Bundesimmissionsschutzgesetz für hochfrequente elektromagnetische Felder schützen die Menschen nur vor einer unmittelbaren Schädigung durch die Strahlen. Diese Grenzwerte berücksichtigen nicht die biologischen Wirkungen der Strahlung, wie sie auf den Zellstoffwechsel [1]-[3], das Nervensystem [4]-[6], die Hormon- oder Keimdrüsen [7]-[10], die DNA [11]-[14] oder das Gehirn [15]-[18] vielfach nachgewiesen werden. Dabei hat sich gezeigt, dass gerade die hier verwendete Strahlung – gepulste Mikrowellen – eine extrem starke biologische Wirkung aufweist.

Vorsorgewerte, die auf eine Langzeitexposition angelegt sind und die biologischen Wirkungen der Strahlung berücksichtigen, sollten mindestens 1.000.000mal geringer als die bestehenden Grenzwerte sein! [19]

Tatsächlich kann in vielen Häusern des Westerwaldes ein so niedriger Wert noch gemessen werden, wenn die eigenen Strahlenquellen (WLAN, Handy, DECT-Telefon…) ausgeschaltet bleiben. Wichtig für die Regeneration ist daher ein möglichst niedriger Strahlungswert am Schlafplatz. Gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Reizbarkeit, Unbehagen, Nervosität, depressive Anzeichen, Schlafstörung sind heute keine Einzelfälle mehr, die bei Reduktion der Strahlenbelastungen oftmals beseitigt werden konnten. [20], [21]

Warum haben viele Länder niedrigere Grenzwerte oder beginnen Vorsorgemaßnahmen umzusetzen, während dies in Deutschland noch ein Tabu-Thema ist? So hat man z.B. in Frankreich zahlreiche Handys verboten, deren echte SAR-Werte weit über den Herstellerangaben lagen! [22] Da Kinder noch viel stärker durch Mikrowellen belastet werden, gibt es hier ein generelles Verbot von Handys an Schulen, ein Verbot von WLAN in KITAs und als Dauerstrahler in Grundschulen.

Nach dem Grundgesetz Artikel 20a schützt der Staat auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen. Daher muss auch in Deutschland das Vorsorgeprinzip angewendet werden, sowohl vom Gesetzgeber als auch im gesellschaftlichen Konsens. Bei Beachtung der verfassungsgemäßen Ordnung muss der Staat die Ungefährlichkeit dieser Technologie einfordern, anstatt die Bedenken vieler Bürger, Wissenschaftler und Ärzte gegenüber dem Mobilfunk abzutun. Warum gibt es keine Technologiefolgenabschätzung vor der Einführung von 5G? Nach GG Artikel 2 hat jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Mit der Einführung des 5G-Mobilfunknetzes werden sich die Strahlenbelastungen und die Zahl der elektrosensiblen Personen deutlich erhöhen. Mit 5G kommen die Sender zu den Menschen: Alle 100m – 200m soll in Ortschaften eine Sendeeinheit aufgebaut werden. In Zukunft sollen Haushaltsgeräte und Smart-Meter mit den Sendern vor dem Haus kommunizieren („Internet der Dinge“). Für die Menschen bedeutet dies eine Bestrahlung von allen Seiten. Dies ist vollkommen unvereinbar mit der Unverletzlichkeit der Wohnung, wie sie den Menschen nach Grundgesetz Artikel 13 zugesichert wird.

Grundsätzlich müssen wir uns von der Wahnvorstellung verabschieden, dass alles zu jeder Zeit im Überfluss vorhanden sein muss, also Waren, Energie, Rohstoffe und Daten. Bereits heute verbraucht die Digitalisierung ca. 15% der gesamten elektrischen Energie. [23] Schätzungen gehen davon aus, dass dieser Anteil mit Etablierung von 5G bis 2025 um ein Vielfaches steigen wird. Mindestens 800.000 neuer Sender und Milliarden funkender Geräte brauchen Strom.

Auch wenn diese 5G-Technologie immer wieder angepriesen wird, so hat sie einen zweifelhaften Nutzen für die Menschen. Bei gegebener wissenschaftlicher Sachlage gehen wir von einer Gesundheitsgefahr für Menschen, Tiere und Pflanzen aus. Wir können nicht nachvollziehen, warum verantwortliche Stellen in Deutschland zu einer anderen Bewertung gelangen. Immer mehr Orte lehnen die Einführung von 5G ab. Die prominentesten Städte im letzten Sommer waren Brüssel [24] und Genf.

Die Unterzeichner kennen alle mehrere Menschen, die jetzt schon wegen des Mobilfunkausbaus aus den Städten in den Westerwald geflüchtet sind. Wenn die politischen Entscheidungsträger den Mut hätten, Lebens- und Arbeitsbedingungen für elektrosensible Menschen zu schaffen und aus dem Westerwald wieder ein attraktives Naherholungsgebiet für gestresste Städter in funkfreien Gebieten und strahlungsarmen Hotels zu machen, könnte dies eine riesige Chance für die Region sein.

Reason

Anhang

[1] Grigoriev YG (2010): Confirmation studies of Soviet research on immunological effects of microwaves: Russian immunology results. Bioelectromagnetics 31 (8): 589-602

[2] Markova E et al (2010): Mikrowellen von Handys hemmen die 53BP1-Fokus-Bildung in menschlichen Stammzellen stärker als in differenzierten Zellen: Mögliche mechanistische Verbindung zum Krebs-Risiko. Environ Health Perspect 118: 394-399

[3] Yüksel M et al (2016): Long-term exposure to electromagnetic radiation from mobile phones and Wi-Fi devices decreases plasma prolactin, progesterone, and estrogen levels but increases uterine oxidative stress in pregnant rats and their offspring. Endocrine 52 (2), 352–362

[4] Buchner K*, Eger H. (2011): Veränderung klinisch bedeutsamer Neurotransmitter unter dem Einfluss modulierter hochfrequenter Felder - Eine Langzeiterhebung unter lebensnahen Bedingungen. umwelt • medizin • gesellschaft; 24 (1): 44-57

[5] Gandhi OP et al (2011): Exposure limits: the underestimation of absorbed cell phone radiation, especially in children. Electromagnetic Biology and Medicine, Early Online: 1 – 18

[6] von Klitzing L (2016): Artifizielles EMG nach WLAN-Langzeitexposition, umwelt · medizin · gesellschaft 29 (4), 39

[7] Avendano C, Mata A, Sanchez Sarmiento CA, Doncel GF (2012): Use of laptop computers connected to internet through Wi-Fi decreases human sperm motility and increases sperm DNA fragmentation. Fertil Steril 97 (1), 39–45.e2

[8] Dasdag S, Tas M, Akdag MZ, Yegin K (2015): Effect of long-term exposure of 2.4 GHz radiofrequency radiation emitted from Wi-Fi equipment on testes functions. Electromagn Biol Med 34 (1), 37–42

[9] Shahin S, et al (2013): 2.45 GHz microwave irradiation-induced oxidative stress affects implantation or pregnancy in mice, Mus musculus. Appl Biochem Biotechn 169, 1727–1751

[10] Shahin S, et al (2014): 2.45-GHz microwave irradiation adversely affects reproductive function in male mouse, Mus musculus by inducing oxidative and nitrosative stress. Free Radic. Res 48, 511–525

[11] Diem E, Schwarz C, Adlkofer F, Jahn O, Rüdiger H (2005): Non-thermal DNA breakage by mobile-phone radiation (1800 MHz) in human fibroblasts and in transformed GFSH-R17 rat granulosa cells in vitro. Mutat Res Genet Toxicol Environ Mutagen 583 (2): 178-183

[12] Ruediger HW (2009): Genotoxic effects of radiofrequency electromagnetic fields. Pathophysiology. 2009 Aug; 16(2-3):89-102

[13] Panagopoulos DJ (2019): Vergleich von DNA-Schäden, induziert durch Mobilfunk und andere Arten von künstlichen elektromagnetischen Feldern. Mutation Research 781: 53-62

[14] Pandey N, et al (2017): Radiofrequency radiation (900 MHz)-induced DNA damage and cell cycle arrest in testicular germ cells in swiss albino mice. Toxicol Ind Health: 33 (4): 373-384

[15] Mosgöller W (2011): Untersuchung athermischer Wirkungen elektromagnetischer Felder im Mobilfunkbereich - Forschungsbericht 2009 (ATHEM). Research Report: 1-175

[16] Falcioni L, et al, Ramazzini Institute (2018): Report of final results regarding brain and heart tumors in Sprague-Dawley rats exposed from prenatal life until natural death to mobile phone radiofrequency field representative of a 1.8 GHz GSM base station environmental emission. Environ Res. Mar 7

[17] Warnke U, Hensinger P (2013): Steigende „Burn-out“-Inzidenz durch technisch erzeugte magnetische und elektromagnetische Felder des Mobil- und Kommunikationsfunks, umwelt · medizin · gesellschaft 26 (1), 31-38

[18] Wilke I (2018): Biologische und pathologische Wirkungen der Strahlung von 2,45 GHz auf Zellen, Fruchtbarkeit, Gehirn und Verhalten. umwelt • medizin • gesellschaft; 31 (1) Suppl: 1-32

[19] Belyaev I (2016): EUROPAEM EMF Guideline 2016 for the prevention, diagnosis and treatment of EMF-related health problems and illnesses. Rev Environ Health, Sep 1; 31(3): 363-97

[20] Shahbazi-Gahrouei D, et al (2014): Health effects of living near mobile phone base transceiver station (BTS) antennae: a report from Isfahan, Iran. Electromagn Biol Med; 33 (3): 206-210

[21] Irigaray P, Caccamo D, Belpomme D (2018): Oxidative stress in electrohypersensitivity self reporting patients: Results of a prospective in vivo investigation with comprehensive molecular analysis. Int. J. of Molecular medicine 42: 1885-1898.

[22] www.phonegatealert.org/

[23] Berliner Zeitung vom 7.8.2019: Stromverbrauch So viel Energie frisst das Internet

[24] General-Anzeiger vom 15.4.2019: Vorerst kein 5G-Netz in Belgien

Dipl.-Biol. B. Henrich, Borod Dipl.-Ing. A. Link, Niederirsen Dr. rer. net. S. Regnery, Rodenbach Dr. med. J. Schumann, Rosenheim

Thank you for your support, Stephan Regnery from Rodenbach
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