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Bild zur Petition mit dem Thema: Mut zur Lücke – Nachbarschaftsgärten erhalten! Mut zur Lücke – Nachbarschaftsgärten erhalten!
Dialog
  • Von: Nachbarschaftsgärten e.V. mehr
  • An: Oberbürgermeister Burkhard Jung, Dorothee ...
  • Region: Leipzig mehr
  • Status: Petent ist im Dialog mit dem Petitionsempfänger
    Sprache: Deutsch
  • Im Dialog
  • 5.500 Unterstützende
    4.306 in Leipzig
    Quorum für Leipzig (4.300) erreicht.

Mut zur Lücke – Nachbarschaftsgärten erhalten!

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Die Nachbarschaftsgärten sind seit mehr als einem Jahrzehnt fester Bestandteil der Leipziger Stadtteile Plagwitz und Lindenau. Die Nachbarschaftsgärten haben enorm zum positiven Image des Stadtteils beigetragen, waren Aushängeschild für die „nachhaltige Entwicklung“ der Stadt Leipzig und sind heute eine wichtige Plattform für eine aktive Nachbarschaft im Leipziger Westen.

Der Großteil der Nachbarschaftsgärten wurde jetzt an einen privaten Immobilienentwickler verkauft! Der neue Besitzer will schon im nächsten Jahr beginnen die Flächen nebst Tiefgarage zu bebauen! Die Nachbarschaftsgärten sind damit massiv in ihrer Existenz bedroht!

Wir fordern die Stadtverwaltung Leipzig, in Person von Oberbürgermeister Burkhard Jung und Dorothee Dubrau Bürgermeisterin für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr dazu auf, den Stadtratsbe-schluss von Juli 2014 umzusetzen und die erfolgreiche Zwischennutzung zu verstetigen, um damit den Nutzerinnen und Nutzern des Gartens und dem gesamten Leipziger Westen die Chance zu geben ihr soziales und ökologisches Engagement fortzusetzen. Dafür müssen die folgenden Punkte umgesetzt werden: - Die Nachbarschaftsgärten müssen in ihrem heutigen Umfang erhalten bleiben. - Die Gartenflächen sollen als Grünfläche umgewidmet und nicht mehr als Bauland deklariert werden. (Konkret: Flurstücke 116, 1400, 1401 und 1402) - Die Stadt soll nach Möglichkeit einen Flächentausch anstreben, bei dem die Stadt dem Besitzer der Baufläche ein anderes Grundstück anbietet, auf dem er seine Baupläne verwirklichen kann und die Nachbarschaftsgärten als Grünfläche erhalten bleiben. - Der gestellte Bauvorantrag ist abzulehnen! Insbesondere der Solitärbau in Mitten der heutigen Gartenfläche und die Tiefgarage. - Die Nutzerinnen und Nutzer der Gärten sollen gemeinsam mit der Verwaltung ein Konzept für die langfristige Sicherung der Gärten entwickeln. Es ist kein annehmbarer Kompromiss, die Grünfläche in den „Nachbarschaftsgärten“ zu bebauen und damit das „Gärtnern“ als zentrale Nutzung der Fläche künftig unmöglich zu machen.

Der Erhalt der Gärten wäre ein starkes Signal für bürgerschaftliches Engagement und eine behutsame Stadtentwicklung. Stadtnaturschutz ist ebenso wesentlicher Bestandteil einer integrierten, nachhaltigen Stadtplanung, zu der Klimaschutz, Luftreinhaltung, Energieeinsparung und andere Aspekte.

Weitere Informationen auf: www.nachbarschaftsgaerten.de

Begründung:

Die Nachbarschaftsgärten befinden sich in einem Wohngebiet, dass als dicht bebauter, stark versiegelter Innenstadtbereich mit gründerzeitlicher Blockbebauung zählt. Aufgrund der steigenden Attraktivität von Lindenau und Plagwitz in den letzten Jahren ist bereits ein enorm angestiegener Nutzungsdruck auf das öffentliche und halb-öffentliche Grün im Viertel zu verzeichnen. Der nahe gelegene Knochenplatz ist zu Stoßzeiten kaum noch betretbar und auch die Nachbarschaftsgärten verspüren seit geraumer Zeit eine stetig wachsende Zahl von Gartennutzern.

Eine Bebauung der halb-öffentlichen Nachbarschaftsgärten würde den Nutzungsdruck gravierend erhöhen, weil dann die zusätzlich Zugezogenen und die „ehemaligen Nachbarschaftsgärtner“ auf den einzig verbleibenden Knochenplatz in Stadtviertel ausweichen müssten. Die Lebensqualität innerhalb des Stadtquartiers wäre damit nachhaltig eingeschränkt. Die Nachbarschaftsgärten haben enorm zur Aufwertung des Stadtteils beigetragen und dessen Image geprägt. Die Nachbarschaftsgärten sind eine Plattform für eine aktive Nachbarschaft im Leipziger Westen. Mit den offenen Fahrrad- und Holzwerkstätten wird die Fläche nicht nur von Gärtnern sondern auch von vielen Anwohnern, Kitas und Schulen des Leipziger Westens intensiv genutzt. Die Nachbarschaftsgärten müssen als Projekt überleben, damit das Potential, das hier entstanden ist auch in Zukunft weiter ausgeschöpft werden kann.

Die Nachbarschaftsgärten haben es in den 11 Jahren ihres Bestehens geschafft die verschiedensten Menschen zusammenzubringen und ein Gemeinschaftsgefühl im Viertel zu etablieren. Mit dem Stroh-ballenhaus, Lehmbackofen und Sommerküche ist ein soziokulturelles Zentrum gewachsen, das seines Gleichen sucht. Die Selbsthilfe-Werkstätten für Holz und für Fahrräder ziehen Menschen über die Stadtviertelgrenzen hinaus an. Die Gärten bieten Stadtkindern naturnahen Freiraum für deren spontanes Spielen und Naturerleben in ihrem nahen Wohnumfeld. Darüber hinaus erhalten die Gärten primäre Produktionsformen von Lebensmitteln und machen gartenbauliche Produktion in den Städten erlebbar.

Die Stadt hat es hier nachweislich versäumt eine Aufwertung der bisher vorhandenen Freiflächen in Lindenau zur Erholungsnutzung und zur ökologischen Aufwertung zu bedenken. Sie hat aber noch viel eindrücklicher versäumt, naturnahe freie Spielmöglichkeiten für Kinder in die Stadtplanung einzubeziehen! Die Nachbarschaftsgärten bieten diesen fußläufig erreichbaren Naturerfahrungsraum seit über 10 Jahren täglich den Kindern aus der Nachbarschaft und seit Bestehen auch wochentäglich den 150 Kindern aus dem Buchkindergarten.

Der Wegfall einer so großen Grünfläche wie die der Nachbarschaftsgärten hätte außerdem starke Aus-wirkungen auf das Mikroklima und die Luftqualität des Blocks und des gesamten Viertels. Für einen Bereich, der durch hohes Bevölkerungswachstum geprägt ist, ist der Erhalt von Grün- und Freiflächen für eine gute Lebensqualität extrem wichtig. Alte Bäume, wie unsere „Märcheneiche“, und intakte Grünflächen sind für viele Insekten und für andere seltene und gefährdete Arten (Fledermausquartier) lebensnotwendig. Die Biodiversität hängt im hohen Maße vom Vorhandensein solcher Flächen ab. Grünflächen verbessern das Stadtklima und werten Wohnumfeld sowie Standortqualität auf. Um der Wärmebelastung von Städten entgegenzuwirken, ist es notwendig, Frischluftschneisen und Grünflächen zu erhalten.

In Leipzig könnte man aus den Fehlern anderer Städte, wie zum Beispiel Berlin lernen. Urbanes Gärtnern war damals noch nicht so etabliert wie heute. Berlin hat viele Chancen verstreichen lassen – bis viele Flächen an Investoren verkauft waren. Offene Gärten nehmen heute in vielen Städten sowohl soziokulturell als auch ökologisch eine zentrale Rolle ein. Städtische Freiräume sind wichtig für die Entfaltung jeder Gesellschaft. Es geht also nicht darum private Rückzugsräume zu schaffen, sondern ganz im Gegenteil offene Räume, die zum Erholen, Diskutieren und gemeinsamen Gestalten einladen. Durch das aktive Mitwirken identifizieren sich die Menschen mit ihrem Projekt und übernehmen so auch langfristig Verantwortung für die von ihnen selbst gestalteten Nachbarschaftsgärten.

Nachbarschaftsgärten e.V.

Vertreten durch den Vorstand:

Karla Müller, Andreas Kundt, Stefan Schmiedichen, Pascal Rubertus

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Leipzig, 18.06.2015 (aktiv bis 17.09.2015)


Neuigkeiten

openPetition hat heute eine Erinnerung an die gewählten Vertreter von Stadtrat Leipzig geschickt, die noch keine persönliche Stellungnahme abgegeben haben. Bisher haben 8 Parlamentarier eine Stellungnahme abgegeben. Die Stellungnahmen ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: auf dem evangelischen Kirchentag war ein zentrales Thema die Stadt in der Zukunft. Das schaffen von gemeinsam genutzten Gärten und Grünflächen wurde als das Modell der Zukunft gesehen, für Städteplaner ist das heute selbstveständlich, solche Lebensformen ...

PRO: So ein CDU-Politiker sagte ja dazu. wir bräuchten städtebauliche Verdichtung...- mit dem Neubau von Einfamilenhäuser?! Vielleicht sollte man, in einwohnerstarken Gegenden, eine saftige Steuer auf den Neubau 1-2 -geschossiger Häuser mit Zwang zur Dachbegrünung ...

CONTRA: Wieso sollte von einer Zwischennutzung nicht mehr die Rede sein können, wenn die Fläche nur zur Zwischennutzung zur Verfügung gestellt wurden. So steht es doch sogar in den "Nutzungsbedingungen des Vereins: " ... Die Idee zur Zwischennutzung des vermüllten ...

>>> Zur Debatte



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