Die Jungen Neurologen fordern die inhaltliche Erweiterung des Wahlpflichtjahres in der Weiterbildungsordnung zum Facharzt für Neurologie. Bislang ist es verpflichtend, ein Jahr der Weiterbildung in der Psychiatrie/Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie oder Psychosomatischen Medizin/Psychotherapie abzuleisten. Die Jungen Neurologen erachten es für sinnvoll, die Auswahlmöglichkeiten im Wahlpflichtjahr zu erweitern. Ärztinnen/Ärzte in der Weiterbildung Neurologie sollten zwischen folgenden Bereichen wählen können:

  • Innere Medizin
  • Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin
  • Neurochirurgie
  • Neuroradiologie
  • Allgemeinmedizin
  • Neuropathologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Ziel ist es, den Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten eine individuelle Schwerpunktsetzung und Qualifizierung in ihrer neurologischen Ausbildung zu ermöglichen.

Begründung

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich die Neurologie erheblich gewandelt, was eine Anpassung der Facharztausbildung nach sich ziehen muss:

  1. Die Spezialisierung des Faches führte bereits 1994 zur Aufteilung des Facharztes für Nervenheilkunde zu den aktuellen Bezeichnungen Facharzt für Neurologie bzw. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; die damit eigenständige und voneinander unabhängige Fachbereiche repräsentieren. Gemeinsame Schnittstellen sind kleiner geworden, während andere Bereiche der Medizin einen zunehmend wichtigen Einfluss auf die Neurologie haben.

  2. Die Neurologie hat sich im Rahmen des medizinisch-wissenschaftlichen und -technischen Fortschritts zu einer akut- und intensivmedizinischen Disziplin entwickelt, die hohe Anforderungen an die akutmedizinischen und neuroradiologischen Fähigkeiten der Neurologinnen und Neurologen stellt.

  3. Zugleich verändert sich die Bevölkerungsstruktur. Die Zunahme geriatrischer Patienten mit neurodegenerativen und/oder neurovaskulären Erkrankungen und zugleich komplexen internistischen Grunderkrankungen hat erheblich zugenommen.

Der Austausch mit der Psychiatrie/Psychosomatik bleibt wichtiger Bestandteil des neurologischen Arbeitens. Beispiele hierfür sind psychiatrische/psychosomatische Mimics und Komplikationen neurologischer Erkrankungen sowie der Umgang mit Psychopharmaka. Eine verpflichtende Rotation in diesen Fachbereich ist hinsichtlich der oben aufgeführten Anforderungen unseres Faches jedoch nicht mehr zeitgemäß. Es besteht keine Begründung, diese auf zwei Fächer festgelegte Spezialisierung weiterhin aufrecht zu erhalten!

Um die hohe Qualität der neurologischen Patientenversorgung langfristig zu sichern, ist es essentiell, die neurologische Weiterbildung den Entwicklungen unseres Faches anzupassen. Es ist deshalb sinnvoll, die Weiterbildungszeit auf 4 Jahre in der neurologischen Patientenversorgung (stationär/ambulant und min. 6 Monate in der neurologischen Intensivmedizin) festzusetzen. Das zusätzliche Wahlpflichtjahr sollte nicht einzig in der Psychiatrie/Psychosomatik abgeleistet werden können, sondern auch andere – für die neurologische Patientenversorgung relevante – Bereiche umfassen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Junge Neurologen aus Berlin
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  • Sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer,

    Vielen Dank für Ihre tatkräftige Mitarbeit bei der Anpassung der neurologischen Weiterbildung!
    Wir konnten Ihre Unterschriften am 20.06. Herrn Prof. Montgomery, dem Präsidenten der Bundesärztekammer, persönlich überreichen und dabei noch einmal auf die Relevanz der Initiative hinweisen. Nun werden weitere Gespräche folgen.
    Ein kurzer Bericht im Deutschen Ärzteblatt hierzu:
    www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=95951&s=weiterbildung

    Herzliche Grüße,
    Ihre Jungen Neurologen

Pro

Ich kenne einen Betroffenen. Ich bin dafür.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.