• Von: Studierendeninitiative "Richtsberg 88" mehr
  • An: Oberbürgermeister Egon Vaupel
  • Region: Marburg mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 1.031 Unterstützer
    672 in Marburg
    Sammlung abgeschlossen

Perspektiven für die Bewohner des Wohnheimes "Am Richtsberg 88" MARBURG

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Im Namen der Bewohner des Wohnheims „Am Richtsberg 88“ möchten wir Stadt und Studentenwerk gleichermaßen dazu auffordern, in einen Dialog mit den Betroffenen des Brandes vom 24. Juni 2014 zu treten und die Brandschutzmaßnahmen transparenter zu gestalten. Nur so ist es möglich ein Verständnis für die Situation und die Position des Studentenwerkes Marburg zu entwickeln.
Es ist sicherlich so, dass auch das Studentenwerk die Lage anfangs nicht richtig einschätzen konnte. Mittlerweile sind der Frust und die Enttäuschung der Studierenden jedoch so groß, dass sich ein dringender Kommunikationsbedarf mit dem Studentenwerk und auch den beteiligten offiziellen Stellen aufgebaut hat. Es soll weiterhin betont werden, dass es für die Bewohner zwingend notwendig ist, schnellstmöglich zurück in ihr Zuhause zu können – davon hängen nicht nur ihre Leistungen im Studium ab, sondern auch die psychische Gesundheit ganzer Familien.

Begründung:

Sehr geehrte Damen und Herren,
der 24. Juni war für uns alle ein Tag des Schreckens: Riesige Mengen an Rauch stiegen in den frühen Morgenstunden aus dem Studentenwohnheim „Am Richtsberg 88“. Die Bewohner wurden nachts von den Sirenen der Feuerwehr geweckt, niemand wusste was los war, überall war Rauch. Mit dem was sie am Leibe trugen, verließen diejenigen das Haus, die es noch früh genug bemerkten (denn einen hauseigenen Feueralarm gab es nicht). Andere mussten durch die Feuerwehr von Balkonen gerettet werden. Eine Vielzahl kam mit einer Rauchvergiftung ins Krankenkaus. Glücklicherweise kamen alle mit dem Schrecken davon.
Dies alles sind Details, die so oder so ähnlich von der Presse berichtet wurden. Dazu gehört auch, dass die Bewohner im Georg-Gassmann-Stadion versorgt wurden und ihnen noch am selben Tag Notunterkünfte gestellt wurden, dass der Bürgermeister, ein Seelsorger, medizinisches Personal und auch pädagogische Kräfte mit vor Ort waren, um den Bewohnern beizustehen, die in diesem Moment die Auswirkungen des Brandes in ihrem Haus noch nicht einmal erahnen konnten.
Heute, fast vier Monate nach dem Brand, sind die 88er, wie man sie zur Kürze gerne nennt, in Vergessenheit geraten. Das Gebäude steht leer. Wo kurz nach dem Brand reichlich gearbeitet und gesäubert wurde, ist mittlerweise Ruhe eingekehrt. Hier und da fährt ein Umzugswagen vor, Menschen tragen Kisten aus dem Gebäude und versuchen sich mit ihren provisorischen Unterkünften bestmöglich zu arrangieren. Familien, die zuvor mehrere Zimmer zur Verfügung hatten, leben nun auf engstem Raum. Teilweise muss sich der familiäre Alltag nun nur noch in einem Zimmer abspielen.
Einige Wenige haben das Warten bereits früh aufgegeben oder fühlten sich seelisch nicht mehr dazu in der Lage in das Gebäude „Am Richtsberg 88“ zurückzukehren. Viele hingegen vertrauten dem Studentenwerk, das in einem Brief am 16. Juli ankündigte, dass einige Wohnungen im September wieder beziehbar seien. Einen Monat später, am 19. August, dann der ernüchternde Rückschlag: Es sei nicht absehbar, wann das Gebäude wieder bewohnbar sei. Grund hierfür seien „verschiedene brandschutztechnische Ertüchtigungen“, die noch zu erledigen seien, heißt es in dem Brief. Die Konsequenz hieraus für die Bewohner:
a. Sie bleiben weiterhin in ihrer beengten Notunterkunft (teilweise ohne Kochmöglichkeit und ohne Möbel aber immerhin keine Miete)
b. Sie suchen sich eine neue Wohnung (angesichts der hohen Mietpreise und des bevorstehenden Semesterbeginns ein Glücksspiel)
c. Sie suchen sich IRGENDeine Bleibe, da sie aufgrund der Auskünfte des Studentenwerkes lediglich nach einer kurzfristigen Alternative gesucht hatten und in Zwischenmiete wohnten (auch hier ein Glücksspiel).
Soweit so gut. Viele entscheiden sich für die einfachste, wenn auch unbequemere Methode und verbleiben in ihren Notunterkünften - immerhin sparen sie dadurch etwas Geld. Doch da haben sie sich zu früh gefreut:
- Am 26. August werden die Studenten, die in Zimmern anderer Wohnheime des Studentenwerks untergebracht waren, darüber informiert, dass sie ab 01. September in ein Mietverhältnis treten. Es werden Verträge geschickt. Eine Entscheidungsfreiheit bleibt angesichts der Kurzfristigkeit dieser Nachricht nicht.
Das Studentenwerk liebt die Spontaneität:
- Am 05. September werden die Bewohner in einer der Notunterkünfte (Sonnenblickallee 13) darüber informiert, dass sie vor dem 15.09. ausziehen sollten, da die Apartments anderweitig benötigt werden würden. Es ist fraglich, ob diese Information nicht schon früher hätte herausgegeben werden können.
Schließlich der letzte Stand:
- Am 19.09. geht die Mitteilung raus, dass eine Belegung des Hauses „Am Richtsberg 88“ in diesem Jahr nicht mehr möglich sei. Der Grund: weitere Schadensermittlungen. Weiterhin werde ein umfassendes Brandschutzkonzept erstellt, das im Anschluss abgearbeitet werden müsse.
Angesichts dessen, was in der Nacht auf den 24. Juni geschehen ist, sind diese brandschutztechnischen Maßnahmen zwingend erforderlich, denn alles hätte um ein Vielfaches schlimmer enden können. Wichtig sind neben diesen Vorkehrungen jedoch auch die Bewohner des Gebäudes, Familien, die dort ein Zuhause hatten. Diese leben derzeit in einer belastenden Perspektivlosigkeit und sind vom Studentenwerk und auch der Stadt sehr enttäuscht. Die Informationen, die sie erreichen, sind schwammig und oberflächlich formuliert, die Einzelschicksale der Familien stehen im Hintergrund. Während man sich am Tag nach dem Brand noch medienwirksam um die Bewohner kümmerte, ist von dem Wunsch zu helfen von offizieller Seite leider nichts mehr geblieben. Umso dankbarer schätzen sich die Bewohner gegenüber Freunden, Nachbarn, Bekannten und sogar Fremden, die selbstlos ihre Hilfe anbieten, indem sie Wäsche waschen, sie zum Essen einladen oder ihnen ihre Küche zur Verfügung stellen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Marburg, 14.10.2014 (aktiv bis 24.11.2014)


Neuigkeiten

Sehr geehrte Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses „Am Richtsberg 88“, nachdem ich vor kurzem von der Petition der „Studierendeninitiative Richtsberg 88“ erfahren habe, möchte ich gerne selbst Stellung nehmen: In der Nacht zum 24. Juni 2014 wurde ...

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Debatte zur Petition

PRO: Das nach so langer Zeit immer noch nichts geschehen ist, ist wirklich erschreckend. Für andere Leute wird wesentlich schneller etwas getan. Für Leute die hier schon länger Wohnen und ihre Steuern an Staat und Stadt bezahlen müsste es, für Menschen in ...

Noch kein CONTRA Argument.
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