Petition richtet sich an:
* Kreistag des Lahn-Dill-Kreises * Gemeindevorstand / Gemeindevertretung Greifenstein * Hessischer Landtag * Hessisches Umweltministerium
Sicherheit für Tierhalter und Weidetiere
Gemeinsam für praktikablen Herdenschutz im Lahn-Dill-Kreis
Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition, fordern den Lahn-Dill-Kreis, den Kreistag sowie die zuständigen Stellen in Hessen dazu auf, die zunehmenden Probleme rund um die Wolfsentwicklung im Raum Greifenstein ernst zu nehmen und konkrete Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren, Tierhaltern und Menschen im ländlichen Raum umzusetzen.
In den vergangenen Monaten häufen sich Berichte über Wolfsichtungen, Nutztierrisse und beunruhigende Begegnungen in unserer Region.
So wurden im Raum Greifenstein mehrere Pferde auf einer Koppel schwer verletzt, zwei Tiere mussten eingeschläfert werden. Zusätzlich wurden mehrere Schafe gerissen und im Lahn-Dill-Kreis hat sich inzwischen ein Wolfsrudel etabliert.
Besonders viele Menschen verunsicherte zudem ein Vorfall, bei dem zwei Reiterinnen im Wald bei Greifenstein über längere Zeit von einem Wolf verfolgt wurden.
Viele Tierhalter fühlen sich mit ihren Sorgen inzwischen allein gelassen.
Unsere Region lebt von Landwirtschaft, Pferdehaltung, Rinderhaltung, Weidewirtschaft, Familienbetrieben sowie Offenstall- und Hobbytierhaltung. Doch genau diese Strukturen geraten zunehmend unter Druck.
Die Anforderungen an Herdenschutzmaßnahmen sind für viele Betriebe und private Tierhalter kaum noch realistisch umsetzbar – weder finanziell noch organisatorisch.
Gerade Pferdehalter stehen vor besonderen Problemen:
Viele Koppeln liegen weit auseinander, Offenstallhaltung ist weit verbreitet und die Tiere benötigen tägliche Bewegung sowie Sozialkontakt. Die häufig geforderte nächtliche Stallhaltung oder das tägliche Reinholen aller Pferde bedeutet für viele Halter einen enormen zusätzlichen Aufwand und ist langfristig keine realistische Dauerlösung.
Doch nicht nur Pferdehalter und Schafhalter sind betroffen – auch viele Rinderhalter sorgen sich zunehmend um die Sicherheit ihrer Tiere.
Gerade Mutterkuhhaltungen, Kälber auf Weiden und extensive Weidehaltung sind ein wichtiger Bestandteil regionaler Landwirtschaft und Landschaftspflege.
Viele Rinderweiden liegen abgelegen, grenzen an Waldgebiete und sind nur schwer vollständig wolfssicher einzuzäunen. Hohe Zaunkosten, schwieriges Gelände, wechselnde Weideflächen und der enorme Arbeitsaufwand stellen viele Betriebe vor erhebliche Belastungen.
Viele Landwirte befürchten deshalb langfristig:
* die Aufgabe von Weidehaltung
* steigende Kosten
* zusätzliche Belastungen für Familienbetriebe
* und den Verlust regionaler Landwirtschaft
Dabei ist gerade extensive Weidehaltung wichtig für Artenvielfalt, Landschaftspflege und regionale Lebensmittelproduktion.
Gleichzeitig zeigt die aktuelle Förderpolitik des Landes Hessen bereits, dass die Probleme bekannt sind. Herdenschutzmaßnahmen werden teilweise gefördert, dennoch fallen viele Pferdehalter und kleinere Betriebe weiterhin durch bestehende Regelungen oder stehen vor kaum praktikablen Vorgaben.
Diese Petition richtet sich nicht gegen Naturschutz oder gegen die Existenz des Wolfes.
Sie fordert einen verantwortungsvollen, realistischen und praktikablen Umgang mit den tatsächlichen Auswirkungen vor Ort.
Wir fordern:
* aktives Wolfsmanagement in unserer Region
* schnellere Unterstützung für betroffene Tierhalter
* bessere finanzielle Förderung von Herdenschutzmaßnahmen
* faire Fördermöglichkeiten auch für Pferdehalter
* praktikable Schutzkonzepte für große Weideflächen
* transparente Informationen über Sichtungen und Vorfälle
* regionale Frühwarnsysteme bei Wolfsaktivitäten
* stärkere Einbindung regionaler Tierhalter und Landwirte
* praktikable Lösungen statt unrealistischer Vorgaben
* konsequentes Handeln bei auffälligen oder problematischen Wölfen
* den langfristigen Schutz regionaler Weidehaltung
Außerdem braucht es alltagstaugliche Lösungen für mobile Pferdeweiden, Offenstallhaltungen und große Rinderweiden, beispielsweise mobile Schutzsysteme, besser geförderte Elektrozaunanlagen, technische Frühwarnsysteme und Unterstützung kleiner Familien- und Hobbyhaltungen.
Der Schutz unserer Weidetiere darf nicht an unrealistischen Vorgaben oder fehlender Alltagstauglichkeit scheitern.
Wir möchten unsere Tiere schützen, unsere Höfe erhalten und auch zukünftigen Generationen eine sichere und lebenswerte Region hinterlassen.
Jede Stimme zählt.
Für unsere Tiere.
Für unsere Höfe.
Für unsere Sicherheit.
Für unsere Region.
Als Familienmitglied eines Biobetriebes im Nebenerwerb erlebe ich die Sorgen und Herausforderungen vieler Tierhalter unmittelbar mit. Zu unserem Alltag gehören Mutterkuhhaltung, Weidewirtschaft und Pferdehaltung – Bereiche, die zunehmend unter Druck geraten. Gleichzeitig sehe ich auch die wachsenden Sorgen vieler Hobbyhalter, die ihre Tiere oft mit genauso viel Verantwortung, Zeit und emotionaler Bindung versorgen wie landwirtschaftliche Betriebe.
Unsere Tiere stehen nicht einfach nur auf einer Weide. Hinter jeder Haltung steckt tägliche Arbeit, Verantwortung, finanzielle Belastung und eine enge emotionale Bindung zu den Tieren.
Gerade extensive Weidehaltung, Mutterkuhhaltung sowie Offenstall-, Pferde- und Hobbytierhaltung lassen sich in der Praxis oft nur schwer vollständig wolfssicher absichern. Viele Weiden liegen abgelegen oder direkt an Waldgebieten. Gleichzeitig müssen die Tiere weiterhin artgerecht gehalten werden und benötigen Auslauf, Bewegung und Sozialkontakt.
Die ständig wachsende Unsicherheit belastet Familienbetriebe, Nebenerwerbslandwirte und Hobbyhalter inzwischen enorm. Neben den Sorgen um die Sicherheit der Tiere kommen zusätzliche Kosten, hoher organisatorischer Aufwand und die Angst hinzu, dass traditionelle Weidehaltung langfristig kaum noch möglich sein könnte.
Mir geht es bei dieser Petition nicht um eine pauschale Ablehnung des Wolfes, sondern um realistische Lösungen, die sowohl den Schutz der Tiere als auch die Zukunft regionaler Landwirtschaft, Weidehaltung und privater Tierhaltung ernst nehmen.
Quellen / Medienberichte
* mittelhessen.de – Bericht zu verletzten Pferden in Greifenstein
* TopAgrar – Wolf verfolgt Reiterinnen bei Greifenstein
* WIBank Hessen – Weidetierschutzförderung
* Wolfszentrum Hessen – Herdenschutz und Förderung
* Hessisches Landwirtschaftsministerium – Weidetierschutz-Richtlinie
Der Wolf gehört nicht in unser überbevölkertes Land.