• Von: Harald Hübner mehr
  • An: Herrn Bürgermeister Heiko Traulsen
  • Region: Kappeln mehr
    Kategorie: Bauen mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 868 Unterstützer
    483 in Kappeln
    Quorum für Kappeln (310) erreicht

Skyline des Nordhafens erhalten / Bausünde verhindern

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Sehr geehrter Herr Bürgermeister Traulsen,

wir bitten Sie dringend auf die Bauherren des Bauvorhabens Dehnthof 36 / am Hafen Einfluss zu nehmen und zunächst einen sofortigen Baustopp zu erwirken.
Das geplante Gebäude passt weder in Form, Höhe (4-geschossig) und Gestaltung in die Kappeler Skyline am Nordhafen um den PK-Speicher noch ist die Baugenehmigung auf ordentlichem Verwaltungsweg zustande gekommen.
Da die Baugenehmigung bereits erteilt wurde und Baumaßnahmen bereits begonnen haben, ist Eile geboten.
Zwar liegen erste Widersprüche gegen die Baugenehmigung vor, aber es könnten für die Stadt Kappeln unangenehme Fakten geschaffen werden.
So wie schon die Mehrzahl der Mitglieder des Bauausschusses ist auch die Mehrzahl der Kappeler Bürger und der Touristen gegen einen Neubau in dieser Größenordnung. Ein Bau, der sich nicht in die Umgebung einfügt und der den städtebaulich wohl durchdachten Regelungen der Ortsgestaltungssatzung ebenso widerspricht wie möglichen Vorgaben, die durch einen zu erlassenden Bebauungsplan gemacht werden könnten.

An alle Unterzeichner: zunächst vielen Dank für die Unterstützung! Bitte denken Sie daran, dass jede Stimme zählt, also nicht nur eine Person pro Haushalt, sondern jede Person im Haushalt – und auch Freunde, Verwandte, Nachbarn etc.!

Begründung:

Die Baugenehmigung wurde erteilt.

Die Ortsgestaltungssatzung (OGS) regelt, welche (Neu-)bauten sich in das Ortsbild einfügen. Mit einer zweck- und rechtswidrigen Auslegung des § 1 Abs. 3 wurde die Satzung umgangen. Der Denkmalschutz soll angeblich einen ausreichenden Schutz des Stadtbildes gewährleisten. Dieser schaut aber nur punktuell auf die Ansicht einzelner Gebäude. Daher sind die Regeln des Denkmalschutzes und der OGS kumulativ anzuwenden.

Durch Verfahrensfehler des Bauausschusses (BA) wurde die Frist, das gemeindliche Einvernehmen zu versagen, versäumt. Wegen Angstmache vor Regressforderungen im BA und der folgenden Verhinderung einer Veränderungssperre wurde nicht über das Bauvorhaben abgestimmt, obwohl die Mehrheit gegen den Bau war. Als der drohende Fristablauf erkannt wurde, konnte eine neue Sitzung nicht mehr fristgerecht einberufen werden.
Warum wurde
- der Fristenlauf nicht von Anfang an kontrolliert?
- der BA nicht früher mit dem Bauantrag befasst?
- keine Sondersitzung unter Verzicht auf die Ladungsfristen einberufen?
Vergessen und nie durch einen Rechtsberater geprüft wurde die Frage, ob Regressansprüche des Bauherren (BH) gedroht hätten, wenn der BA für einen B-Plan entschieden und eine Veränderungssperre erlassen hätte.
Bei einem Bauvorhaben am Südhafen an einer weniger exponierten Stelle wurde die Bebauung gestoppt da die Drei(!)-Geschossige, unterbrochene Bebauung „wie eine Wand wirke“ und verkleinert gehöre.
Durch das Fristversäumnis musste die Genehmigungsbehörde von der falschen Annahme ausgehen, dass sich das Gebäude nach Ansicht der Gemeinde gem. § 34 BauGB harmonisch in das Umfeld einfüge und das gemeindliche Einvernehmen erteilt sei.

Dieser Bau ähnelt nicht ansatzweise bekannten historischen Gebäuden an dieser Stelle.
Das Gebäude soll vier volle Stockwerke haben! Die historische Bebauung hatte keine zwei vollen Stockwerke.
Der Dehnthof ist Kappelns älteste Straße und ist von kleinteiliger Bebauung geprägt. Die neue Bebauung sollte diesem Umstand gerecht werden. Um solche Bausünden zu vermeiden, wurde die OGS geschaffen. Es ist falsch, diese im Bereich des Schaufensters Kappelns mit einem Winkelzug zu umgehen.

Der PK-Speicher ist denkmalgeschützt und mit öffentlichen Mitteln restauriert worden. Dieser wird durch das stilistisch unpassende, zu große Gebäude in den Schatten gestellt und der Gesamteindruck des Denkmals verfälscht. Kappelns einzige Süd-Terrasse ginge verloren.
Die Schornsteine der Aal Räucherei Föh stehen unter Denkmalschutz. Der Einfluss des Neubaus auf dieses Kulturdenkmal wurde von der Denkmalschutzbehörde nicht geprüft. Die „AAL-Türme“ würden von dem hohen Gebäude verdeckt und wären von der Hafenpromenade, Schlei und Gastliegerhafen nicht mehr zu sehen. Kappeln wird ein Wahrzeichen verlieren!

Beantragt wurde ein Wohn- und Geschäftshaus mit 15 Ferienwohnungen. „Ferien“ wurde nachträglich gestrichen. Die Vermutung liegt nahe, dass die BH doch die Nutzung als Ferienwohnungen planen. Sie selbst haben diesen Zweck mehreren Personen berichtet. Dieser Zweck würde betriebswirtschaftlich auch eher Sinn machen. Der Schnitt der Wohnungen deutet eher auf Ferien- als auf Dauerwohnungen hin. Es ist eine Rezeption vorgesehen, deren Sinn bei einer geplanten Dauerbewohnung fraglich ist. Viele Indizien, dass die Genehmigungsbehörde getäuscht wurde und die geplante Nutzung nicht dem Antrag entspricht.
Ferienwohnungen in dieser Dichte verändern den Charakter des Viertels. Häufige, Bettenwechsel, das erhöhte Verkehrsaufkommen im eh überlasteten Dehnthof, Geräuschbelästigung durch die Anhäufung von urlaubsgestimmten Touristen mit Grill und Musik auf dem Balkon etc.

Ein Bodengutachten stellte fest, dass ein derartiger Bau auf dem wenig tragfähigen Boden eine Tiefgründung erfordert. Die BH planen eine Flachgründung. Sollte die Gründung nicht ausreichen wäre der Schaden für Kappeln immens.

Die Baugenehmigung fordert den Nachweis der Kampfmittelfreiheit. Dieser liegt nicht vor. Der Eingriff in den Boden stellt somit eine Gefährdung der Nachbarn und der Öffentlichkeit dar.

Verfahrensmängel, unsachgemäßer Umgang mit Vorschriften und Regelwerken sollte für Ihre Intervention als Bürgermeister ausreichen. Die schöne Ansicht unserer Stadt - unser aller Kapital – ist nicht dem wirtschaftlichen Interesse Einzelner zu unterwerfen. Die Baulücke am Hafen sollte mit Augenmaß in Übereinstimmung mit der OGS oder einem zu erstellenden B-Plan geschlossen werden.

Der GAU: nach Monaten Bau wird im Rahmen der Widerspruchsverfahren, der Gerichtsverfahren, aufgrund anderer verwirklichten Baurisiken ein Baustopp verhängt, eine Abrissverfügung erlassen – aber: den BH fehlt das Geld dafür. In Kappeln wäre in erster Lage eine Bauruine, die auf Jahre das Stadtbild prägen würde.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Kappeln, 21.10.2014 (aktiv bis 17.11.2014)


Neuigkeiten

Heute ist Wahltag (Bürgermeisterwahlen in Kappeln). Keiner der Kandidaten hat sich bezüglich meiner Anfrage positioniert. Mir sagt das, dass beiden Kandidaten die große Menge Bürger, die gegen dieses Bauvorhaben sind, ebenso gleichgültig sind, wie der ...

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Debatte zur Petition

PRO: Dieser Bau fügt sich einfach nicht in die Skyline ein! Eine kleinteiligere, historisch angemessenere Bebauung zur Schließung der Baulücke muss angestrebt werden

PRO: In Kappeln durfte schon seit vielen Jahren nicht mehr vierstöckig gebaut werden und damals nur in der Ellenberger Siedlung. Andere Anträge in Kappeln mit drei oder mehr Etagen wurden abgelehnt - warum dieser nicht? "Honis soit qui male y pense" (beschämt ...

CONTRA: Als erstes Contra Argument wäre die Glaubwürdigkeit des Herrn Hübner als zurzeit einzige subjektive Quelle zu erwähnen --> Hierzu ein kleiner Link (www.rolfdreyer.de/Downloads/Gotland_Untergang.pdf.) Zusätzlich sollte man sich sich im Klaren darüber sein ...

CONTRA: Was geht denn hier ab? Der Hübner hat doch in der Zeitung rumgeheult, dass er von seinem Garten nicht mehr auf die Schlei gucken kann und nun macht er einen auf Retter der Kappelner Skyline! Er instrumentalisiert doch die Leute für seine eigenen Interessen!

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