Sehr geehrter Herr Bürgermeister Traulsen,

wir bitten Sie dringend auf die Bauherren des Bauvorhabens Dehnthof 36 / am Hafen Einfluss zu nehmen und zunächst einen sofortigen Baustopp zu erwirken. Das geplante Gebäude passt weder in Form, Höhe (4-geschossig) und Gestaltung in die Kappeler Skyline am Nordhafen um den PK-Speicher noch ist die Baugenehmigung auf ordentlichem Verwaltungsweg zustande gekommen. Da die Baugenehmigung bereits erteilt wurde und Baumaßnahmen bereits begonnen haben, ist Eile geboten. Zwar liegen erste Widersprüche gegen die Baugenehmigung vor, aber es könnten für die Stadt Kappeln unangenehme Fakten geschaffen werden. So wie schon die Mehrzahl der Mitglieder des Bauausschusses ist auch die Mehrzahl der Kappeler Bürger und der Touristen gegen einen Neubau in dieser Größenordnung. Ein Bau, der sich nicht in die Umgebung einfügt und der den städtebaulich wohl durchdachten Regelungen der Ortsgestaltungssatzung ebenso widerspricht wie möglichen Vorgaben, die durch einen zu erlassenden Bebauungsplan gemacht werden könnten.

An alle Unterzeichner: zunächst vielen Dank für die Unterstützung! Bitte denken Sie daran, dass jede Stimme zählt, also nicht nur eine Person pro Haushalt, sondern jede Person im Haushalt – und auch Freunde, Verwandte, Nachbarn etc.!

Begründung

Die Baugenehmigung wurde erteilt.

Die Ortsgestaltungssatzung (OGS) regelt, welche (Neu-)bauten sich in das Ortsbild einfügen. Mit einer zweck- und rechtswidrigen Auslegung des § 1 Abs. 3 wurde die Satzung umgangen. Der Denkmalschutz soll angeblich einen ausreichenden Schutz des Stadtbildes gewährleisten. Dieser schaut aber nur punktuell auf die Ansicht einzelner Gebäude. Daher sind die Regeln des Denkmalschutzes und der OGS kumulativ anzuwenden.

Durch Verfahrensfehler des Bauausschusses (BA) wurde die Frist, das gemeindliche Einvernehmen zu versagen, versäumt. Wegen Angstmache vor Regressforderungen im BA und der folgenden Verhinderung einer Veränderungssperre wurde nicht über das Bauvorhaben abgestimmt, obwohl die Mehrheit gegen den Bau war. Als der drohende Fristablauf erkannt wurde, konnte eine neue Sitzung nicht mehr fristgerecht einberufen werden. Warum wurde - der Fristenlauf nicht von Anfang an kontrolliert? - der BA nicht früher mit dem Bauantrag befasst? - keine Sondersitzung unter Verzicht auf die Ladungsfristen einberufen? Vergessen und nie durch einen Rechtsberater geprüft wurde die Frage, ob Regressansprüche des Bauherren (BH) gedroht hätten, wenn der BA für einen B-Plan entschieden und eine Veränderungssperre erlassen hätte. Bei einem Bauvorhaben am Südhafen an einer weniger exponierten Stelle wurde die Bebauung gestoppt da die Drei(!)-Geschossige, unterbrochene Bebauung „wie eine Wand wirke“ und verkleinert gehöre. Durch das Fristversäumnis musste die Genehmigungsbehörde von der falschen Annahme ausgehen, dass sich das Gebäude nach Ansicht der Gemeinde gem. § 34 BauGB harmonisch in das Umfeld einfüge und das gemeindliche Einvernehmen erteilt sei.

Dieser Bau ähnelt nicht ansatzweise bekannten historischen Gebäuden an dieser Stelle. Das Gebäude soll vier volle Stockwerke haben! Die historische Bebauung hatte keine zwei vollen Stockwerke. Der Dehnthof ist Kappelns älteste Straße und ist von kleinteiliger Bebauung geprägt. Die neue Bebauung sollte diesem Umstand gerecht werden. Um solche Bausünden zu vermeiden, wurde die OGS geschaffen. Es ist falsch, diese im Bereich des Schaufensters Kappelns mit einem Winkelzug zu umgehen.

Der PK-Speicher ist denkmalgeschützt und mit öffentlichen Mitteln restauriert worden. Dieser wird durch das stilistisch unpassende, zu große Gebäude in den Schatten gestellt und der Gesamteindruck des Denkmals verfälscht. Kappelns einzige Süd-Terrasse ginge verloren. Die Schornsteine der Aal Räucherei Föh stehen unter Denkmalschutz. Der Einfluss des Neubaus auf dieses Kulturdenkmal wurde von der Denkmalschutzbehörde nicht geprüft. Die „AAL-Türme“ würden von dem hohen Gebäude verdeckt und wären von der Hafenpromenade, Schlei und Gastliegerhafen nicht mehr zu sehen. Kappeln wird ein Wahrzeichen verlieren!

Beantragt wurde ein Wohn- und Geschäftshaus mit 15 Ferienwohnungen. „Ferien“ wurde nachträglich gestrichen. Die Vermutung liegt nahe, dass die BH doch die Nutzung als Ferienwohnungen planen. Sie selbst haben diesen Zweck mehreren Personen berichtet. Dieser Zweck würde betriebswirtschaftlich auch eher Sinn machen. Der Schnitt der Wohnungen deutet eher auf Ferien- als auf Dauerwohnungen hin. Es ist eine Rezeption vorgesehen, deren Sinn bei einer geplanten Dauerbewohnung fraglich ist. Viele Indizien, dass die Genehmigungsbehörde getäuscht wurde und die geplante Nutzung nicht dem Antrag entspricht. Ferienwohnungen in dieser Dichte verändern den Charakter des Viertels. Häufige, Bettenwechsel, das erhöhte Verkehrsaufkommen im eh überlasteten Dehnthof, Geräuschbelästigung durch die Anhäufung von urlaubsgestimmten Touristen mit Grill und Musik auf dem Balkon etc.

Ein Bodengutachten stellte fest, dass ein derartiger Bau auf dem wenig tragfähigen Boden eine Tiefgründung erfordert. Die BH planen eine Flachgründung. Sollte die Gründung nicht ausreichen wäre der Schaden für Kappeln immens.

Die Baugenehmigung fordert den Nachweis der Kampfmittelfreiheit. Dieser liegt nicht vor. Der Eingriff in den Boden stellt somit eine Gefährdung der Nachbarn und der Öffentlichkeit dar.

Verfahrensmängel, unsachgemäßer Umgang mit Vorschriften und Regelwerken sollte für Ihre Intervention als Bürgermeister ausreichen. Die schöne Ansicht unserer Stadt - unser aller Kapital – ist nicht dem wirtschaftlichen Interesse Einzelner zu unterwerfen. Die Baulücke am Hafen sollte mit Augenmaß in Übereinstimmung mit der OGS oder einem zu erstellenden B-Plan geschlossen werden.

Der GAU: nach Monaten Bau wird im Rahmen der Widerspruchsverfahren, der Gerichtsverfahren, aufgrund anderer verwirklichten Baurisiken ein Baustopp verhängt, eine Abrissverfügung erlassen – aber: den BH fehlt das Geld dafür. In Kappeln wäre in erster Lage eine Bauruine, die auf Jahre das Stadtbild prägen würde.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Harald Hübner aus Kappeln
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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach Ende der Unterschriftensammlung keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass die Petition nicht eingereicht oder übergeben wurde.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Heute ist Wahltag (Bürgermeisterwahlen in Kappeln). Keiner der Kandidaten hat sich bezüglich meiner Anfrage positioniert. Mir sagt das, dass beiden Kandidaten die große Menge Bürger, die gegen dieses Bauvorhaben sind, ebenso gleichgültig sind, wie der Erhalt und die ansehnliche Gestaltung unserer Hafensilhouette.
    Wer war noch der Souverän?
    Beide Kandidaten rufen zu hoher Wahlbeteiligung auf. Man darf sich zu Recht fragen, "warum eigentlich?", denn Gehör scheint der Bürger nicht zu finden.
    Ich bin wiederholt äußerst enttäuscht von unseren Vertretern, die offensichtlich entweder keine Meinung haben, oder nicht den Mut haben, diese zu äußern, da Sie Stimmenverluste auf dem anderen Ende befürchten - beides ist bedenklich...
    Pest oder Cholera?

  • Ich habe heute folgenden offenen Brief an die beiden Bewerber für das Bürgermeisteramt geschickt. Sollten Reaktionen kommen, werde ich diese ebenfalls hier veröffentlichen.

    Sehr geehrte Frau Kraft, sehr geehrter Herr Traulsen,

    nehmen Sie 868 Bürgerstimmen ernst und machen Sie deren Anliegen zu Ihrem Endspurt-Wahlkampfthema.
    868 - das ist die Anzahl der Unterschriften der Petition "skyline-des-nordhafens-erhalten-bausuende-verhindern", von denen allein 483 direkt aus Kappeln und noch mehr aus dem Wahlkreis stammen, die Ihre Wähler sein könnten.
    Setzen Sie sich aktiv für eine Verbesserung der Planung am Hafen ein und verhindern Sie, dass Fakten geschaffen werden, die Kappeln weit über Ihre Amtszeit hinaus schaden werden.
    Wir müssen bedauernd feststellen, dass sich nach langer Ruhephase wieder Aktivitäten an der geplanten Baustelle zeigen, die nichts Gutes erwarten lassen.

    Der amtierende Bürgermeister hatte seinerzeit eine Intervention ausgeschlossen, da er sich nicht als Politiker sah. Er verweigerte gar ein Foto bei der Übergabe der Petition mit der Unterschriftenliste. Dies steht im Widerspruch zu der Omnipräsenz des Amtsinhabers außerhalb der Verwaltung. Berücksichtigt man dazu, dass die Baugenehmigung durch einen Verwaltungsfehler entstanden ist, trifft den amtierenden Bürgermeister eine Mitschuld, die er zumindest zu heilen versuchen sollte. Zeigen Sie uns, Herr Traulsen, dass Ihnen der Hafen tatsächlich so am Herzen liegt, wie Sie es im Interview dargestellt haben.

    Auch Frau Kraft hat diese Stimmen der Bürger bisher ignoriert. Aufgrund des großen Erfolges der Petition sind die Stadtvertreter von der Petitionsplattform persönlich angeschrieben und um ihre Stellungnahme gebeten worden. Leider haben Sie, Frau Kraft, diese Chance "Farbe zu bekennen" nicht genutzt. So auch die meisten Vertreter der Sie unterstützenden Fraktionen. Lediglich Herr Moll (SPD) hat sich geäußert (leider nicht im Sinne der Forderung der Bürger - was unser Vertrauen in die Politik nicht stärkt). Zeigen Sie uns, dass Sie es besser können!

    Als Bürgermeister tragen Sie Mitverantwortung für das Geschick der Stadt und können solche Themen nicht unter Verweis auf die Verfehlungen Anderer ignorieren.
    Setzen Sie sich ein, denn Ihre Stimme hat Gewicht bei Bauherren!
    Nehmen Sie Ihre Bürger ernst, wenn Sie deren Stimme ernsthaft haben wollen!
    Zeigen Sie uns, dass unsere Stimme bei Ihnen gut aufgehoben ist. Für mich und sicher viele andere Bürger, die sich nicht gehört fühlen, ist dies eine zentrale Frage für unsere Wahlentscheidung.
    Informieren Sie uns an geeigneter Stelle (z.B. Schlei Bote) über Ihre Meinung und Absichten dieses Thema betreffend. Auf Wunsch werden Ihre Antworten im Forum der Petition veröffentlicht. Darüber hinaus können Sie das auch in der von anderer Seite eingerichteten Facebook Gruppe selbst tun. An diesen Stellen werde ich diesen Brief ebenfalls veröffentlichen.

    Mit freundlichem Gruß

    Harald Hübner

Pro

Dieser Bau fügt sich einfach nicht in die Skyline ein! Eine kleinteiligere, historisch angemessenere Bebauung zur Schließung der Baulücke muss angestrebt werden

Contra

Als erstes Contra Argument wäre die Glaubwürdigkeit des Herrn Hübner als zurzeit einzige subjektive Quelle zu erwähnen --> Hierzu ein kleiner Link (www.rolfdreyer.de/Downloads/Gotland_Untergang.pdf.) Zusätzlich sollte man sich sich im Klaren darüber sein mit welcher Motivation dieser Text in der Petition vom Herrn Hübner verfasst wurde. Wer sich mit den Plänen des Neubaus genauer befasst, weiss, dass viele Behauptungen ( Verdeckung der Aaltürme usw. ) nicht den Tatsachen entspricht. Daher erscheint mir die ganze Petition schon allein aus objektiver Sicht fragwürdig.