• By: Frank Jermann more
  • To: Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages
  • Region: Deutschland more
    Topic: Gesetze mehr
  • Status: Bearbeitungsfrist abgelaufen
    Language: German
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Spekulationen mit Nahrungsmitteln sind gesetzlich zu verbieten

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Der Deutsche Bundestag möge beschließen, Spekulation mit Nahrungsmitteln gesetzlich zu verbieten. Ausgenommen seien Termingeschäfte, die reale Erzeuger und reale Abnehmer der gehandelten Nahrungsmittel unmittelbar abschließen.

Reasons:

Der ursprüngliche Zweck der Warentermingeschäfte mit Nahrungsrohstoffen war es, Landwirte und Verarbeiter vor extremen Preisschwankungen abzusichern. Durch verschiedene Gesetzesänderungen haben nun auch reine Finanzspekulanten Zugang zu diesem Markt gefunden. Deutsche Großbanken bieten diese Art der Finanzspekulation sogar verpackt in attraktive Geldanlageprodukte feil.

So entwickelte sich der Rohstoffmarkt in den Finanzkrisen 2007/08 und 2010/11 zum Ersatzspielfeld für reine Finanzmarktwetten, als andere Märkte zusammenbrachen, wie etwa 2007 der Immobilienmarkt. Als Folge sind im Rohstoffbereich „Nahrung“ deutlich höhere Preissteigerungen verzeichnet worden als bislang. Die preistreibenden Effekte dieser reinen Finanzspekulationen sind für jedermann erkennbar zutage getreten.

Der weitaus größte Teil der Anleger und der Bevölkerung lehnt die Spekulation mit Nahrungsmitteln aus moralischen Gründen kategorisch ab. Zurecht: Anerkannte gemeinnützige Organisationen haben in ausführlichen Dokumentationen die Zusammenhänge zwischen der Spekulation mit Nahrungsmitteln und Hungersnöten in ärmeren Ländern der Welt nachgewiesen. Die Auswirkungen dieser Spekulation sind besonders dort zu sehen, wo die Menschen schon heute weit über die Hälfte ihres Einkommens für Nahrungsmittel aufwenden müssen, und überdies Abhängigkeit von Importen besteht. Es ist offensichtlich: Das Gewinnstreben einiger Weniger führt dazu, dass Menschen hungern oder hungers sterben.

Genauso kann die geballte Finanzspekulation durch Wetten auf fallende Nahrungsmittelpreise zu Niedrigstpreisen führen, durch die bäuerliche Existenzen bedroht werden.

Wertpapiere, d.h. Fonds, Zertifikate, spezielle Derivate etc. die auf Nahrungsrohstoffen basieren, und die für Anleger reine Geldanlagen oder reine Finanzspekulationen darstellen, sind folglich ausnahmslos zu verbieten.

In the name of all signers.

Birstein, 06 Mar 2012 (aktiv bis 05 Jun 2012)


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PRO: Der von Deutschland 1973 ratifizierte völkerrechtliche Vertrag "Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte" vom 19.Dezember 1966 sieht das Recht aller Menschen auf angemessene Ernährung vor, inklusive des Rechts eines jeden, ...

PRO: Auf Rohstoff-Indizes der Börsen zu spekulieren hat in Bezug auf Nahrungsmittel so was von Spekulation auf den Welthunger-Index. So eine Spekulation auf mehr Hunger wäre aber nach deutschem Rechtsverständnis sittenwidrig.

CONTRA: Mir sind Menschenleben völlig egal. Ich will Geld. Viel Geld!! Dann kann ich mir andere Menschen kaufen und ausbeuten. So macht das Leben Spaß!! Und jeder der das anders sieht kann ja von mir aus tot umfallen!

CONTRA: Lieber Spekulation in Nahrungsmittel (das heißt nichts anderes als Investment mit einer bestimmten eigenen Marktsicht), als Nahrungsmittel aus Übermut nutzlos im Automobiltank zu vernichten. Es gibt (auch als wohlhabender deutsche Arbeitnehmer) kein moralisches ...

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