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Die Petition wurde abgeschlossen
Petition richtet sich an: Bayerischer Landtag, Bundestag, Innenministerium des Bundes, Innenministerium Bayern
Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte setzen Sie die „Dublin“-Rückführung nach Italien für Herrn Seydou Kamiss aus.
Herr Kamiss ist malischer Staatsbürger; er ist aus dem Norden Malis geflüchtet, nachdem sein Vater von Dschihadisten ermordert wurde und er diesen knapp entkommen konnte. Auf seiner Flucht kenterte das Boot im Mittelmeer und er wurde von italienischen Helfern gerettet. Inhaltlich wurde über seinen Asylantrag nicht entschieden, weil er ein sog. Dublin-Fall ist und die Zuständigkeit, hierüber zu befinden in Italien liegt. Herr Kamiss ist aber seit mehr als einem Jahr in Deutschland, ist in einer Berufsintegrationsklasse, hat deutsch gelernt und könnte nun beginnen, sich auf eine Ausbildungsstelle ab September 2017 zu bewerben. Lehrer und Lehrerinnen haben sich bemüht, ihm die deutsche Sprache und all die anderen Kenntnisse, die er braucht, um eine duale Ausbildung machen zu können, zu vermitteln. Ehrenamtliche Helfer und Helferinnen haben ihm geholfen, sich in der Stadt und in der deutschen Kultur zurechtzufinden. Ärzte und Ärztinnen haben ihm geholfen, trotz seiner schweren Traumatisierung nicht aufzugeben. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Sozialdienst haben ihm im deutschen Bürokratiedschungel eine Orientierung gegeben. Und - natürlich haben auch die Behörden gearbeitet, die Verwaltungskräfte der Unterkunft etc.
Der junge Mann war immer bereit, all die Belehrungen und Erklärungen anzunehmen; er ist ein eifriger Schüler und sein Wunsch ist, sich bald selbst mit Arbeit ernähren zu können und trotz seiner schlimmen Erlebnisse irgendwann ein normales Leben führen zu dürfen.Es wurde daher viel Zeit und auch viel menschliche Zuwendung „investiert“, um dem jungen Mann eine Chance zur Integration zu geben – und es ist gut gelungen.
Herr Kamiss ist ein außerordentlich freundlicher und hilfsbereiter junger Mann, der in der Schule wie in seiner Unterkunft beliebt ist und gute Chancen hat, sich hier ein Leben aufzubauen, sofern er nach einer inhaltlichen Prüfung als Schutzsuchender anerkannt wird – hier oder in Italien.
Deutschland hat Italien zugesagt, monatlich 500 Flüchtlinge aufzunehmen – erfüllt aber diese Quote nicht. Gleichzeitig werden „Dublin-Fälle“ – sprich: Menschen, für deren Asylverfahren Italien zuständig ist, die auf halbem Wege zu einer gelingenden Integration sind, wieder nach Italien geschickt und sollen dort nochmals von vorne beginnen, eine Sprache zu lernen und sich zu integrieren. Hier wie dort ist keine endgültige Entscheidung getroffen – es geht nur um ein weiteres Warten auf den endgültigen Bescheid.
Diese Handhabung, den betroffenen Menschen in dieser ohnehin schwer erträglichen Wartezeit, zuzumuten, sich auf zwei Länder einzulassen, zwei Sprachen zu lernen, zweimal die Bürokratie zu verstehen u.s.w., obwohl sie noch nicht wissen, ob sie in Europa bleiben können, ist alles andere als menschenfreundlich. Für all die ehrenamtlich oder beruflich engagierten Menschen, die über ein Jahr bei der Integration geholfen haben, ist diese Vorgehensweise Zeichen der vollständigen Missachtung ihrer Arbeit.
Und für den Steuerzahler und die Steuerzahlerin verursacht sie die höchstmöglichen Kosten. Daher bitten wir eindringlich, von Dublin-Rückführungen für Länder, aus denen nach wie vor Flüchtlinge übernommen werden (Italien und Griechenland) abzusehen und die Menschen hier zu lassen, die hier bereits in Integration begriffen sind. …..
Begründung
Heute Morgen 20.04.2017 wurde Seydou Kamiss abgeholt und befindet sich momentan in Roma am Flughafen, was jetzt weiter geschieht, weiß keiner!!! Noch bevor wir diese Petiton veröffentlichen konnten... Wir sind zu tiefst bestürzt!!!