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Bild zur Petition mit dem Thema: Bestattungskosten: Transparenz statt Wucherpreisen Bestattungskosten: Transparenz statt Wucherpreisen
  • Von: Winfried Paarmann (Paarmann) mehr
  • An: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Familie mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Sammlung beendet
  • 40 Unterstützende
    39 in Deutschland
    Sammlung abgeschlossen.

Bestattungskosten: Transparenz statt Wucherpreisen

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Ich fordere mehr Transparenz bei der Preisgestaltung der Bestatter in Deutschland.

Die Urne meines Bruders zu bestatten kostet mindestens 1.000 € - für den Fall, dass ich mich für eine "Waldbestattung" entscheide. Alle anderen Bestattungsarten würden weit über 1.000 € kosten.

Seit Jahren gibt es die Einrichtung von Friedwäldern, in denen eine Urne beigesetzt werden kann. Das günstigste Angebot: 750 €, wenn man einen Baum mit zehn anderen teilt. Das freilich ist nur der Platz selbst. Wenn der Förster kommt und diese Urne in den Boden versenkt, werden nochmals 275 € kassiert. 

Wie viele andere Angehörige würde ich lieber zum Ort der Kremation fahren und die Urne abholen, um sie selbst zu begraben. Leider wäre dies illegal. Außer in Bremen oder Dortmund (Aschewiesen) ist es in keinem Bundesland möglich, sich ohne Bestattung von seinen Angehörigen zu verabschieden, ohne dabei hohe Summen für relativ intransparente Dienstleistungen zu bezahlen.

Vor Wochen machte ich erstmals Bekanntschaft mit der Beerdigungsindustrie. Ich war durch die völlig unerwartete Nachricht vom Tod meines Bruders geschockt, benommen. Ich sah die Endsumme und glaubte, alles sei darin eingeschlossen: Kremation, der Friedwaldplatz und die Urnenbeisetzung. So unterschrieb ich.

Später ging ich die einzelnen Kostenpunkte durch: eine Decke und ein Kissen für 86 €. Besprochen war, dass der Sarg während der Feier in der Kapelle geschlossen bleibt. Wenn man ein Kissen und eine Decke dennoch für wichtig hält: Ich hätte beides ohne Mühe zum Beerdigungsinstitut gebracht, aus meinem eigenen Bestand. Klar war: All dies würde drei Tage später verbrannt werden. Muss ein Kissen und eine Decke, die man verbrennt, 86 € kosten?

Weiterer Kostenpunkt: Trauerfeier in der Kapelle. Unsinn: Die Feier wurde von der Gemeinde ausgerichtet, der mein Bruder angehörte – und sie musste auch extra bei der Gemeinde bezahlt werden. Ich fragte telefonisch nach beim Bestattungsinstitut. Man erklärte mir, dass der Sarg auch hintransportiert und wieder abgeholt werden musste. Ja, genau: Das war Punkt drei auf der Kostenliste, mit 145 € der Hintransport, Punkt 6 war mit der Summe von 370 € der Transport zum Krematorium nach der Trauerfeier. Punkt  4, die Trauerfeier, wurde mit 105 € veranschlagt. Es kam ein junger Herr vorbei, der zwei Fotos machte. Fotos machten reichlich fast auch alle Angehörigen. Einen Fotografen hatte niemand bestellt, er war auch ganz und gar überflüssig.  

Soll ich da noch Vertrauen haben, dass all die anderen genannten Kosten, die sich auf fast 3000 € summierten, reell sind?

Gibt es andere, die dies ebenso sehen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben? Und was ist mit denjenigen, für die aus Kostengründen nur eine Sozialbestattung in Frage kommt? Reichen die Zuschüsse, um eine gebührende Abschiedszeremonie zu bezahlen? Diese Abzocke ist einer Gemeinschaft aufgeklärter Bürger unwürdig.

Gibt es andere, die dies ebenso sehen? Dann unterstützen Sie meine Petition!

Winfried Paarmann

Bild: (c) Prussia/Wikimedia

Begründung:

Ich fordere mehr Transparenz bei der Preisgestaltung der Bestatter in Deutschland.

Wie viele andere Angehörige würde ich lieber zum Ort der Kremation fahren und die Urne abholen, um sie selbst zu begraben. Ich weiß eine Reihe von wunderschönen Orten in den Wäldern rund um mein Wohngebiet, wo ich diese Urne in die Erde senken will und dann still besuchen kann. Ich habe keinen Garten. Hätte ich ihn, ich würde diese Urne in meinem Garten vergraben. Leider wäre all dies illegal. Außer in Bremen (Aschewiesen) ist es in keinem Bundesland möglich, sich ohne Bestattung von seinen Angehörigen zu verabschieden, ohne dabei hohe Summen für relativ intransparente Dienstleistungen zu bezahlen.

Die Schere zwischen Wohlhabenden und Armen geht immer weiter auseinander. Wer Gründe dafür sucht – hier ist ein solcher.

Gibt es andere, die dies ebenso sehen? Dann unterstützen Sie meine Petition und setzen Sie mit mir ein Zeichen!

Winfried Paarmann

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Berlin, 06.09.2016 (aktiv bis 05.03.2017)


Debatte zur Petition

PRO: Das Thema betrifft uns -ob wir wollen oder nicht- früher oder später alle. Aus meinem Umfeld weiß ich, dass das Geschäft mit dem Tod floriert. Kostentransparenz und vor allem plausible Preisgestaltung sind in unser aller Interesse.

Noch kein CONTRA Argument.
>>> Schreiben Sie das erste CONTRA-Petition Argument



Petitionsverlauf

Woher kamen Unterstützer