Früherkennung radioaktiv belasteter LebensmittelMit dieser Petition wird die Schaffung einer Kontrollmöglichkeit für Endverbraucher zur Eindämmung der zunehmenden Gefährdung durch radioaktiv belastete Lebensmittel gefordert.Dazu sollen Supermärkte gesetzlich verpflichtet werden, geeignete Messgeräte bereitzustellen.Verbrauchern muss die Möglichkeit gegeben werden, Lebensmittel auf ihre radioaktive Belastung hin überprüfen zu können.Stichprobenartige Kontrollen reichen nicht aus.

Begründung

Die Katastrophe von Fukushima hat die Welt einschneidend verändert, auch wenn ihr Ausmaß noch nicht vollends ins öffentliche Bewusstsein vorgedrungen ist.Seit März 2011 gelangen Tag für Tag gigantische Mengen an Radionukliden in den Pazifik, die Luft und das Grundwasser, ohne dass ein Ende absehbar ist.Die Emissionen Fukushimas haben Europa, ungeachtet der großen Entfernung längst erreicht, sowohl in Form kontaminierter Lebensmittel als auch durch die Atmosphäre.So wurde laut CRIIRAD (Commission de Recherche et d'Information Indépendantes sur la Radioactivité), der unabhängigen französischen Kommission für Radioaktivitätsforschung, in Folge der Katastrophe um Fukushima, bereits Ende März 2013 radioaktives Jod im Regenwasser Frankreichs entdeckt. Gleichzeitig wies das französische Institut für Strahlensicherheit IRSN Jod131 auch in Kuhmilch nach.Eine erhebliche Gefahr geht unter anderem auch von Fisch aus dem Pazifik aus, der oft als Blockfisch auf den Markt kommt und aus vielen Filets besteht.In solchen Blöcken können einzelne stark kontaminierte Tiere nur schwer detektiert werden, da ein Großteil der Strahlung absorbiert wird. Einige Fischarten können in kurzer Zeit sehr große Entfernungen zurücklegen, so ist der gesamte Pazifikraum betroffen.Es besteht akuter Handlungsbedarf, da weltweit vermehrt stark belastete Nahrungsmittel in den Vertrieb gelangen.Insbesondere für schwangere Frauen, Familien mit Säuglingen und Kleinkindern, bei denen schon kleinste Mengen an Radionukliden irreversible Schäden verursachen können, wäre diese Kontrollmöglichkeit von außerordentlich großer Bedeutung.Die Kosten einer solchen Maßnahme stehen in keinem Verhältnis zu den Folgekosten, die sich aus rapide steigende Krebszahlen, namentlich Schilddrüsen-, Blut-, Lymph- und Dickdarmkrebs sowie der Missbildungen durch die fruchtschädigenden Auswirkungen auf Embryos ergeben.Diese Zielsetzung ist ein wesentlicher Schritt zur Wahrung des Gemeinwohls und zum Schutz unserer Nachkommen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
  • Pet 3-18-10-7125-008217

    Verbraucherschutz
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 21.05.2015 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte. Begründung

    Der Petent möchte erreichen, dass Supermärkte geeignete Messgeräte bereitstellen,
    um Verbraucherinnen und Verbrauchern die Kontrolle der Lebensmittel auf ihre
    radioaktive Belastung zu ermöglichen.
    Er führt aus, dass seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima weltweit vermehrt
    stark belastete Nahrungsmittel in den Vertrieb gelangten. Eine erhebliche
    Gefährdung ginge unter anderem von Fisch aus dem Pazifik aus. Ein französisches
    Institut für Strahlensicherheit habe auch radioaktives Jod in Kuhmilch nachgewiesen.
    Die von ihm geforderte Kontrollmöglichkeit sei insbesondere für schwangere Frauen
    und Familien mit Säuglingen und Kleinkindern wichtig. Zudem stünden die Kosten
    einer solchen Maßnahme in keinem Verhältnis zu den Folgekosten, die radioaktiv
    belastete Lebensmittel verursachen.
    Es handelt sich um eine öffentliche Petition, die auf den Internetseiten des
    Deutschen Bundestages veröffentlicht und diskutiert wurde. 439 Mitzeichnende
    haben das Anliegen unterstützt. Der Petitionsausschuss hat im Rahmen seiner
    parlamentarischen Prüfung der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre
    Auffassung zu dem Anliegen darzulegen. Die Prüfung des Petitionsausschusses
    hatte das im Folgenden dargestellte Ergebnis:
    Die vom Petenten geforderte verschärfte Kontrolle aufgrund des radiologischen
    Unfalles in Japan 2011 findet bereits in Form von EU-weiten
    Sonderimportmaßnahmen statt. Diese beinhalten für bestimmte Produkte aus
    bestimmten Regionen in Japan die Auflage, dass sie nur unter Vorlage eines
    Analysenzertifikates, das die Einhaltung der zulässigen Höchstgehalte bescheinigt,
    eingeführt werden dürfen. Darüber hinaus werden Nachkontrollen durchgeführt,

    bevor eine Einfuhr in die EU zugelassen wird. Die Sonderimportmaßnahmen werden
    regelmäßig anhand aktueller Informationen aus Japan sowie den Mitgliedstaaten
    überarbeitet. Die derzeit gültige Verordnung steht auf der Internetseite des
    Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zur Verfügung:
    www.bmel.de/DE/Ernaehrung/SichereLebensmittel/RueckstaendeKontaminant
    en/_Texte/ReaktorZwischenfallJapan.html
    Die Bundesregierung hat mitgeteilt, dass die für die Lebensmittelüberwachung
    zuständigen Behörden nach inzwischen mehrere 100 Analysen von Lebensmitteln
    japanischen Ursprungs oder japanischer Herkunft keine Hinweise dafür haben, dass
    belastete Produkte nach Deutschland gelangt sein könnten. Insbesondere wurde
    auch Fisch aus dem Pazifik untersucht. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und
    Lebensmittelsicherheit stellt regelmäßig Untersuchungsdaten aus der
    Lebensmittelüberwachung auf seiner Internetseite zur Verfügung. Die Informationen
    können eingesehen werden unter:
    www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/02_UnerwuenschteStoffeOrganismen/06
    _Radioaktivitaet/01_Fukushima/lm_Fukushima_node.html
    Die Bundesregierung hat daher mitgeteilt, dass für Verbraucherinnen und
    Verbraucher kein Grund besteht, besorgt zu sein. Zudem ist darauf hinzuweisen,
    dass für Analysen von Lebensmitteln auf eine mögliche radiologische Belastung
    aufwendige Analysen in einem adäquat ausgestatteten Labor erforderlich sind. Eine
    Beurteilung anhand einer Messung der Oberflächenkontamination, wie mit der
    Petition gefordert, ist nicht möglich. Nach Auskunft der Bundesregierung wird sie
    auch weiterhin die Situation in Japan beobachten und sich, sofern zum Schutz der
    Verbraucherinnen und Verbraucher eine Verschärfung der Maßnahmen erforderlich
    werden sollte, für ein schnelles gemeinsames Vorgehen in der EU einsetzen.
    Der Petitionsausschuss unterstützt daher das Anliegen nicht. Er empfiehlt, das
    Petitionsverfahren abzuschließen, da dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.Begründung (pdf)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.