Region: Undenheim
Family

Vergabe von Hortplätzen in der Undenheimer Kita Arche Noah

Petition is directed to
Gemeinderat Undenheim, Bildungsministerium RLP
263 Supporters 149 in Undenheim
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  1. Launched 25/01/2021
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In der Kita Arche Noah soll es künftig nur noch 5-Tages-Plätze im dortigen Hort geben & keine Kombiplätze (2- bzw. 3-Tages-Plätze) mehr angeboten werden.

Bisher hat das Landesamt für Soziales, Jugend & Versorgung im Krippen- bzw. Hortbereich aufgrund bedarfsplanerischer Engpässe Ausnahmen zugelassen & ein Platz-Sharing (Splitting-Plätze) ermöglicht. Diese Ausnahmen soll es nun nicht mehr geben.

Die Undenheimer Grundschule am Goldbach ist seit diesem Schuljahr (2020/2021) eine Ganztagsschule in additiver Form. Mit der Anmeldung zur GTS ist die Verpflichtung verbunden, dass die Kinder an den Angeboten der GTS an allen dafür vorgesehenen Tagen (Montag bis Donnerstag) bis 16.00 Uhr verpflichtend teilnehmen. Die Eltern, die keine verbindliche Ganztagsbetreuung an 4 Tagen in der Woche wünschen oder benötigen, werden ihr Kind also nicht in der GTS anmelden & müssen ihren Sohn oder ihre Tochter in der Regel nach Schulende um etwa 12 Uhr abholen. Im Rahmen der betreuenden Grundschule gibt es für diese Teilzeitkinder lediglich die Möglichkeit einer täglichen Betreuung bis 13 Uhr (!).

Dies wird wohl kaum den Bedürfnissen der Eltern gerecht, die beispielsweise tageweise ganztags arbeiten. Selbst für Eltern, die nur halbtags (vormittags) teilweise weit verstreut im Rhein-Main-Gebiet arbeiten, ist es eine Herausforderung mit Blick auf die Fahrtzeiten, ihr Kind rechtzeitig abzuholen.

Die bisherige Lösung für Eltern, die tageweise ganztags arbeiten oder ihre Arbeitszeit über den Vormittag hinaus ausdehnen & entsprechend eine flexible Betreuungsmöglichkeit wünschen, ist der Hort der Kita Arche Noah. Hier können die Kinder flexibel an 2, 3 oder 5 Tagen in der Woche gegen Zahlung einer Gebühr bis zum Ende der Öffnungszeiten der Kita betreut & jederzeit entsprechend den persönlichen Bedürfnissen & Planungen abgeholt werden. Viele Eltern waren & sind bereit, für dieses Mehr an Flexibilität eine Gebühr zu entrichten – man „erkauft“ sich die Freiheit, den Familien- und Berufsalltag individueller gestalten zu können.

Wenn nun das Angebot der 2-/3-Tages-Plätze entfällt, bricht damit ein großes Stück Flexibilität weg mit deutlichen Folgen für die Gestaltung der Familienzeitund des Berufsalltags.

Wie wird also bei diesem geänderten Hort-Angebot an die Eltern gedacht, die nach der Schule so viel Zeit wie möglich mit ihren Kindern verbringen wollen, gleichzeitig aber ihre Arbeitszeit individuell gestalten wollen & mit Blick auf die finanzielle Belastung auch müssen – typischerweise sind es Familien mit kleinen Kindern, die sich für den Bau oder Kauf eines Hauses oder Wohnung entscheiden. Wie wird diesen Eltern ermöglicht, den Familien- und Berufsalltag nach eigenen Bedürfnissen (und nach den Anforderungen des Arbeitgebers) zu gestalten? Wie wird an die Eltern gedacht, die ihre Kinder gerne an bestimmten Tagen frühzeitig aus der Nachmittagsbetreuung abholen möchten: für den Besuch des Schwimmbads, für ein Treffen mit Freunden, für das Vereinstraining im Nachbarort, für den Geburtstag des Opas, ...?

Vereinbarkeit von Familie & Beruf bedeutet auch, dass jede Familie individuell entscheiden können muss, wieviel Familie & wieviel Beruf für sie das richtige Maß ist.

Nicht alle Eltern möchten ihre Kinder verpflichtend täglich bis 16 Uhr betreuen lassen, denn mit einer verpflichtenden GTS wird eine gemeinsame Freizeitgestaltung von Eltern & Kindern massiv eingeschränkt. Zudem hat man nur den späten Nachmittag/frühen Abend, um gemeinsam einen Blick auf den Unterrichtsstoff & Hausaufgaben zu werfen. Zwischen 16:00 Uhr Schulschluss und 18:00 Uhr Start Abendprogramm (Abendessen, Kinder ins Bett bringen) bleiben nur noch 2 Stunden übrig. Selbst Eltern, die sich bewusst für die GTS entscheiden, haben den Eindruck, dass sie in dieser kurzen Zeit kaum noch ihrem eigenen Anspruch an Familienleben, Eltern-Kind-Beziehung und Erziehungsauftrag nachkommen können.

Zusammenfassend gibt es also beim Wegfall der Splittingplätze für alle Eltern, die sich bewusst gegen die GTS entscheiden, nur noch die folgenden Optionen:

  • ▪ Option 1: Beantragung eines Hortplatzes für 5 Tage in der Woche – obwohl man den Platz unter Umständen nur an 2 oder 3 Tagen tatsächlich benötigt. 
  • ▪ Option 2: Das Kind geht nur vormittags in die Schule und die Eltern nehmen allenfalls das Betreuungsangebot bis 13 Uhr wahr. Damit muss man jedoch bewusst in Kauf nehmen, dass ein Elternteil seine Arbeitszeiten entsprechend reduzieren und/oder anpassen muss, um die Betreuung am Nachmittag selbst zu gewährleisten. Das bedeutet wiederum finanzielle Einbußen und nicht selten Probleme mit dem Arbeitgeber, denn nicht jeder Arbeitgeber ist zu solchen Anpassungen uneingeschränkt bereit.

Reason

Diese landespolitische Entscheidung stellt uns Eltern vor erhebliche Probleme in der flexiblen Kinderbetreuung und löst größtes Unverständnis aus.

 In der Praxis bedeutet die fehlende Möglichkeit von 2- bzw. 3-Tages-Plätzen, dass für die Undenheimer Eltern keinerlei Angebot einer flexiblen, bedarfsorientierten Kinderbetreuung mehr existiert.

Es gab & gibt vermehrt den Wunsch nach flexiblen Betreuungsmöglichkeiten, um die Familienzeit individuell gestalten zu können. Das Ganztagsschule-Konzept mit Anwesenheitspflicht bis 16 Uhr, das auch in Undenheim angeboten wird, bietet genau diese Flexibilität nicht. Wir sprechen uns daher dafür aus, dass es weiterhin nicht nur eine theoretische, sondern auch eine praktische Wahlfreiheit für die Eltern geben muss und keinen faktischen Zwang zur Anmeldung in der Ganztagsschule! Der Bedarf an der GTS besteht für viele Eltern sicherlich. Er besteht allerdings parallel zu dem Bedarf nach flexibler Betreuung im Hort!

Aus unserer Sicht ist die Überlegung, das Splitting-Angebot im Hort wegfallen zu lassen, fern der Lebenswirklichkeit.

Sieht so die familienfreundliche Politik der Landesregierung aus?

Im Sinne der flexiblen, bedürfnisorientierten Vereinbarkeit von Familie und Beruf möchten wir Sie darum auffordern, die Regelung zur Gewährung von Splittingplätzen zu überprüfen.

Thank you for your support, Kristin Barth from Undenheim
Question to the initiator

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