Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass eine zentrale Stelle eingerichtet wird, an welche die Betreiber von Ladestationen für Elektroautos regelmäßig die Tarife melden, welche an den von Ihnen betriebenen Ladestationen gelten und zugleich der bezogene Strom in kWh abzurechnen ist. Die zentrale Stelle veröffentlicht die aktuellen Tarife im Internet und stellt sie so zur Verfügung, dass sie mittels EDV verarbeitet werden können.

Begründung

Das Netz der Ladestationen für Elektrofahrzeuge ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich größer geworden. Es ist eine Vielzahl von Betreibern von Ladeinfrastruktur am Markt vertreten. Diese bieten Ihre Ladeinfrastruktur den Kunden (Elektroautonutzern) an. Dazu bedienen sie sich oftmals Dienstleistern, welche unterschiedliche Tarifmodelle an ein und der selben Ladestation anbieten. Der Betreiber von Ladeinfrastruktur informiert die potentiellen Nutzer jedoch nicht über alle an dieser Säule geltenden Tarife. Der Nutzer erkennt somit nicht das für ihn passenste Angebot.Verdeutlicht werden sollen die Tarifmodelle an einer Ladesäule des Ladeinfrastrukturbetreibers "Allego GmbH" am Standort Essen Willy-Brandt-Platz bei der Nutzung des DC CCS-Ladesystems:swisscharge: 6,20 €/hTheNewMotion: 0,69 €/kWhplugsurfing: 0,69 €/kWhENTEGA Flatrate: 35 €/MonatEnBw: 21 €/h, zzgl. 1 € pro Ladevorgangund weitere ...Es bestehen vollkommen unterschiedliche Preismodelle, die für den Nutzer nur schwer zu durchschauen sind. Es wird entweder nach Zeit abgerechnet, nach bezogender Menge Strom oder pauschal (Flatrate) abgerechnet.Welche Preisunterschiede zwischen den einzelnen Tarifen bestehen, soll an der Ladung eines VW e-Golf (2018) von 0-80 % verdeutlicht werden. Werden in 45 min 28 kWh Strom bezogen, entstehen bei den o. g. Tarifen folgende Kosten für den Nutzer:swisscharge: 4,65 €TheNewMotion: 19,32 €plugsurfing: 19,32 €ENTEGA Flatrate: Nicht vergleichbar da FlatrateEnBw: 15,75 €, zzgl. 1 € pro Ladevorgang = 16,75 €Zwischen dem günstigsten Angebot und dem teuersten Angebot liegt demnach der Faktor 4. Dem Kunden ist dies vor Start des Ladevorgangs nicht bekannt, da er nicht alle verfügbaren Tarife kennt!Damit wird der an Ladestationen verkaufte Strom vollkommen intransparent angeboten. Schleierhaft ist auch weshalb eine bezogene Energiemenge statt in kWh in min abgerechnet wird.Die derzeitige Situation ist vergleichbar mit den 90er Jahren, als der Telekommunikationsmarkt gerade geöffnet wurde und es für verschiedene Anruf-Ziele unterschiedliche Tarifvorwahlen gegeben hat und jeder für sich selbst manuell den passenden Tarif in Zeitschriften heraus suchen musste.Diese Situation ist vollkommen unpraktisch und entspricht einem Denken von gestern.Eine Akzeptanz von E-Mobilität in der Gesellschaft kann nur erreicht werden, wenn diese einfach nutzbar ist und das System von jedermann erkennbar ist.

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