Region: Wiesbaden

Wiesbaden: Grund zum Leben! Luft – Wasser – Nahrung – Wohnen

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an:
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

4.140 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

4.140 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

  1. Gestartet 2023
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Gescheitert

Petition richtet sich an: Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Die Unterzeichner:innen der Petition setzen sich dafür ein, dass sich unsere Stadt auf die Herausforderungen unserer unmittelbaren Zukunft vorbereitet. Wir brauchen für alle in Wiesbaden:

  • kühle und saubere Luft
  • ausreichend Trinkwasser
  • regionale Nahrung
  • bezahlbares Wohnen

Darum Schluss mit der Versiegelung weiterer Freiflächen! Der Flächenverbrauch in Wiesbaden hat den Kipppunkt bereits erreicht! Ein zukunftsfähiger Flächennutzungsplan für Wiesbaden muss:

  1. Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftschneisen konsequent erhalten.
  2. eine möglichst lokale Trinkwassergewinnung für alle Einwohner*innen Wiesbadens sicherstellen.
  3. alle landwirtschaftlichen Flächen erhalten und so die regionale Versorgung sichern.
  4. günstigen Wohnraum schaffen, Leerstände vermeiden und die Ortskerne wiederbeleben, indem der vorhandene Gebäudebestand saniert, aufgestockt und umgenutzt wird.

Begründung

So nicht! Die Stadt Wiesbaden plant die Bebauung von mehreren hundert Hektar derzeit teils noch zusammenhängender Grün- und Freiflächen im gesamten Wiesbadener Stadtgebiet. Hierzu will die Stadt einen neuen Flächennutzungsplan auflegen (FNP 2040). Die von der Stadt angestrebte Zielrichtung bei der Änderung des Flächennutzungsplans hat Auswirkungen auf alle Planungen der kommenden Jahrzehnte und wird rechtsverbindliche Grundlage sein, um jetzt noch geschützte Freiflächen zu bebauen. Das wollen wir verhindern und die Verantwortlichen der Stadt Wiesbaden dazu bewegen, einen neuen, zukunftsweisenden Weg zu gehen.
Zur Forderung 1 – Erhalt von Kaltluftentstehungsgebieten und Frischluftschneisen:
Schon heute sind an vielen Stellen in unserer Stadt Frischluftbahnen und Kaltluftentstehung gestört. Dies bedeutet für die Zukunft bereits ohne zusätzliche Versiegelung von Flächen eine Verdopplung der Hitzetage (Minimumtemperatur tagsüber 30°C) und eine Verdreifachung der Tropennächte (Minimumtemperatur nachts 20°C). Was auf den ersten Blick nach herrlichen Sommern klingt, entpuppt sich als Klima-Albtraum: Monate extremer Hitze und Nächte, die keine Abkühlung mehr bringen. Die bioklimatische Belastung wird vor allem für Menschen in den Innenstadtbezirken sowie entlang des Rheinufers und in den bereits stark verdichteten Vororten extrem und führt zu massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen. (Quelle: Umweltamt der Stadt Wiesbaden – Klimaanalyse Wiesbaden: Flächen mit Vorrang funktionen und zukünftigen bioklimatischen Belastungen).
Zur Forderung 2 – Versorgung über möglichst lokale Trinkwassergewinnung:
Wiesbaden gehört aktuell schon zu den trockensten und heißesten Regionen in Deutschland. Bereits heute kann Wiesbaden seinen Wasserbedarf nicht aus lokalen Ressourcen decken. Das Wasser stammt zu 40 Prozent aus dem Hessischen Ried und zu jeweils 30 Prozent aus den Wiesbadener Taunusstollen sowie dem Schiersteiner Wasserwerk. (Quelle: Wasserversorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden) Schon jetzt besteht also ein Ungleichgewicht zwischen benötigtem Wasser und den Wiesbadener Ressourcen. Seit dem Jahr 2003 liegt außerdem die jährliche Grundwasserneubildung in Hessen unterhalb des langjährigen Mittelwertes. Ausgeprägte Nassjahre wurden in Hessen
seit 2003 nicht mehr beobachtet. (https://umwelt.hessen.de/sites/umwelt.hessen.de/files/2023-02/zukunftsplan_wasser.pdf, Seite 21).
Zur Forderung 3 – Erhalt aller landwirtschaftlichen Flächen:
Der Bestand der landwirtschaftlichen Flächen in Wiesbaden ist seit Jahren rückläufig. Laut statistischem Jahrbuch der Stadt Wiesbaden 2022 (siehe Seite 9, Stadtgebiet und Flächennutzung) sind allein von 2017 bis 2021 insgesamt mehr als 100 Hektar landwirtschaftliche Fläche verlorengegangen. Das „Gartenland“, also Flächen die dem
Erwerbsgartenbau (insbesondere Anbau von Gemüse) dienen, ist bis zum Jahr 2021 auf eine verbliebene Gesamtfläche von gut 158 Hektar zurückgegangen.
Die Zielrichtung mit der die Stadt den Flächennutzungsplan (FNP 2040) neu aufstellen will, würde einer weiteren Vernichtung von mehreren hundert Hektar landwirtschaftlicher Flächen Vorschub leisten. Die dringend notwendige regionale Versorgung steht damit auf dem Spiel. Denn eine einmal versiegelte Ackerfläche ist endgültig für die Nahrungsproduktion verloren und lässt sich nicht wieder rekultivieren.
Zur Forderung 4 – Schaffung von günstigem Wohnraum in vorhandenem
Gebäudebestand:
Sanieren im Bestand ist der Schlüssel für mehr bezahlbaren Wohnraum und Klimaschutz, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Umweltbundesamt (UBA),
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) sowie dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
(BMWSB) vom 20. Februar 2023: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/dem-wohnraummangel-oekologisch-begegnen .Allein die aktuellen Baupreise führen dazu, dass Neubau „auf der grünen Wiese“ nicht zu bezahlbarem Wohnraum führen kann. Stattdessen gilt es, vorhandene Häuser aufzustocken – ggfs. in Holzbauweise (wegen der Statik) mit außen angebrachtem Aufzug (erforderlich ab bestimmten Geschosszahlen). Die Umwidmung und der Umbau vorhandener leerstehender Bürohäuser bzw. -stockwerke erscheint beim zunehmenden Trend zum Home-Office durchaus interessant. Durch Aufstockung von Gebäuden könnten allein im Rhein-Main-Gebiet 250.000 neue
Wohnungen entstehen – ohne jeglichen Flächenverbrauch und teure Erschließungsarbeiten (Pressemeldung Haus & Grund Hessen vom 8. Februar 2022:
https://www.hausundgrundhessen.de/presse_840_250000_zusätzliche_Wohnungen_im_Rhein-Main-Gebiet_durch_Aufstockung_möglich_20230208.html

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 28.03.2023
Sammlung endet: 31.03.2024
Region: Wiesbaden
Kategorie: Umwelt

Neuigkeiten

  • Liebe Interessierte, 
     
    wie zu erwarten hat die Stadtverordnetenversammlung am 30.09.2026 dem Vorentwurf des Flächennutzungsplans 2040 zugestimmt.
    D. h. der FNP 2040 umfasst 70 Planungsflächen mit insgesamt rund 591 Hektar. (Info: Pressemitteilung der LH Wiesbaden vom 15.09.2026). Die größten vorgesehenen Bauflächen sind das Ost- und Westfeld.
     
    Damit ist der nächste Schritt nun die Beteiligung der Öffentlichkeit. Laut der Stadt Wiesbaden wird im weiteren Verfahren entschieden, welche Flächen davon tatsächlich in welcher Form weiterverfolgt werden. 
     
    Der Beteiligungsprozess startet im Dezember mit 3 Informationsveranstaltungen:
    08., 09. und 15. Dezember 2026
     
    Ab Januar beginnt die offizielle Öffentlichkeitsbeteiligung. 
     
    Nach Aussage der Stadt sollen sämtliche, eingehenden Stellungnahmen geprüft und in die weitere Erarbeitung des Flächennutzungsplans einfließen. 
     
    Genau deshalb wird es in den kommenden Wochen und Monaten besonders wichtig sein, sich den Entwurf genau anzuschauen und die Möglichkeiten zur Beteiligung auch tatsächlich nutzen. 
     
    Für alle Interessierten habe ich ebenfalls die Presseerklärung von "Hände weg von OS/KA" angehängt. In dieser geht es um die immer weiter steigende Finanzierungslücke. Unbedingt lesen!!!
     
     
    Wir werden weiterhin über Termine, Fristen und wichtige Entwicklungen informieren. 

    Grüße
    Tatjana Wink

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    vorgestern, am 30. September, haben wir unsere Petition „Wiesbaden – Grund zum Leben: Luft, Wasser, Nahrung, Wohnen“ offiziell an den Stadtverordnetenvorsteher übergeben.

    Vielen Dank an alle, die unterschrieben, geteilt und das Anliegen unterstützt haben.

    Mit der Übergabe ist die Petition aber nicht einfach beendet. Der weitere Prozess rund um den Flächennutzungsplan 2040 wird von einer formellen Öffentlichkeitsbeteiligung begleitet. Dabei wird es Möglichkeiten geben, sich zu informieren, Stellungnahmen abzugeben und sich mit den Planungen auseinanderzusetzen.

    Wer den weiteren Verlauf gerne verfolgen und über Termine, Beteiligungsmöglichkeiten und Veranstaltungen zum FNP 2040 informiert werden möchte, kann mir eine kurze E-Mail an fnp2040@gmx.de mit dem Betreff „Verteiler“ schicken. Ich werde einen Verteiler einrichten und dort regelmäßig über relevante Termine und Neuigkeiten informieren.
    Die Übergabe der Petition war also ein wichtiger Schritt – jetzt beginnt der weitere Beteiligungsprozess.

    Noch einmal vielen Dank an alle, die die Petition unterstützt haben!

    Tatjana Wink 

  • Kurzes Update:

    Morgen um 15:40 Uhr wird Dr. Obermayr unsere Petition vor dem Rathaus Wiesbaden auf der Treppe am Haupteingang entgegennehmen.

    Ich freue mich über alle, die vorbeikommen und uns unterstützen – je mehr Menschen wir sind, desto stärker das Zeichen!

    PS: Da wir uns in der Bannmeile befinden, dürfen leider keine Plakate, Banner o. Ä. mitgebracht werden.

    Bis morgen!

Weil es zu viele versiegelte Flächen gibt und die Natur, Tiere und Menschen Flächen brauche, die nicht zugebaut werden. Es ist schützenswert, der Natur Raum zu geben.

Noch kein CONTRA Argument.

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

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