Der Deutsche Bundestag möge beschließen, eine staatliche Stelle einzurichten, die das Ziel hat, wissenschaftliche Publikationen die mit öffentlichen Mitteln finanziert wurden, zu sammeln, zu archivieren und öffentlichen Institutionen (z. B. staatlichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen) kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Weiterhin soll die Verpflichtung geschaffen werden, Publikationen, die mit steuerlichen Mitteln finanziert wurden, dieser Stelle zur Verfügung stellen zu müssen.

Reason

Aus staatlich finanzierter bzw. geförderter Forschung entstehen in der Bundesrepublik und der Europäischen Union zahllose wissenschaftliche Publikationen. Diese Publikationen werden, im Regelfall, an privatwirtschaftliche Wissenschaftsverlage übergeben, welche diese verbreiten. Um diese Publikationen dann einsehen zu können müssen staatliche Institutionen diese mit Einzel- oder Mehrplatzlizenzen zurückkaufen. Wenn jede Hochschule oder Forschungseinrichtung sich jetzt die Publikationen „zurückkaufen“ muss, werden diese durch den Steuerzahler doppelt bezahlt. Einmal in der Entstehung/Forschung und noch einmal für die Verwendung in Lehre und Forschung.Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es im Wintersemester 2014/2015 425 Hochschulen in der Bundesrepublik, von denen zwar nicht alle, aber doch die Mehrzahl, staatlich finanziert ist. Dazu kommen noch eine Vielzahl an staatlichen Forschungseinrichtungen. Wenn jede dieser Einrichtungen sich die Forschungsergebnisse über Lizenzen zurückkaufen muss, entsteht ein hoher Betrag an Steuermitteln, der an anderer Stelle sicher besser aufgehoben ist.Historisch mag dieser Mechanismus angebracht gewesen sein, da Publikation gedruckt und verlegt werden mussten. In der heutigen Zeit überwiegt allerdings doch deutlich der Abruf als Download von einer Internet-Plattform, wodurch die eigentliche Legitimation der Verlage und die hohen Kosten für Lizenzen obsolet sind.Ein kompletter Verzicht auf die Verlage scheint nicht möglich zu sein, da Publikationen aus anderen Nationen von dieser Petition nicht erfasst werden können. Aus diesem Grund ist unter Umständen auch eine Lösung auf EU-Ebene denkbar. Durch die Einsetzung einer staatlichen Stelle, für die Aufgabe der Bereitstellung auf einer Online-Plattform, können Einsparungen von Steuermitteln realisiert werden, da viele Lizenzen für Hochschulen nicht mehr in dem Rahmen notwendig sind, wie aktuell. Da das Angebot der Wissenschaftsverlage für deutschsprachige/europäische Publikationen deutlich sinkt, sollten auch die Kosten für Lizenzen sinken.

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News

  • Pet 3-18-30-221-022684



    Wissenschaft und Forschung



    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 28.04.2016 abschließend beraten und

    beschlossen:



    1. Die Petition der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Bildung und

    Forschung – zu überweisen, soweit gefordert wird, Publikationen, die aus

    Steuermitteln finanziert wurden, öffentlichen Institutionen kostenfrei zugänglich

    zu machen,

    2. das Petitionsverfahren im Übrigen abzuschließen.

    Begründung



    Mit der Petition wird gefordert, eine staatliche Stelle einzurichten, die das Ziel hat,

    wissenschaftliche Publikationen, die mit öffentlichen Mitteln finanziert... weiter

pro

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contra

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