Wir Eltern in Baden-Württemberg sind beunruhigt und verärgert über Inhalt und Stil der Diskussion um gute Schule und Bildungsqualität in unserem Land. Eine ganze Reihe von Bildungspolitiker/innen haben die Tuchfühlung mit der Praxis an unseren Schulen, dem Alltagsleben von Familien und mit der pädagogischen Arbeit mit unseren Kindern verloren. Man speist uns Eltern mit populistischen Parolen und schnellen Schuldzuweisungen ab.

Besonders besorgniserregend ist dabei, dass gerade die Äußerungen der Kultusministerin oft oberflächlich, ideologielastig und rückwärts gewandt sind. Selbst vor rüden Angriffen auf die Elternschaft macht sie nicht halt.

Gute Schule und guter Unterricht sind weit mehr als Lernen und Prüfen, Kontrollieren und Messen: Bildung ist das Fundament einer zukunftsfähigen Gesellschaft.

Genau deshalb helfen weder parteipolitische Ideologien noch Grabenkämpfe um pädagogische Lehrmeinungen, wenn es um gute Bildung geht. Die Diskussion über Bildung und deren Qualität darf kein Instrument für politische Profilierung im Takt von Wahlperioden sein. Die Diskussion um gute Schule und gute Bildung muss die Betroffenen – das sind in erster Linie Eltern, Schüler/innen und Lehrer/innen einbeziehen. In exklusiven Zirkeln und den Hinterzimmern von Ministerien und Parteien können keine Lösungen entstehen, die unser Land wirklich weiterbringen.

Wir müssen als Gesellschaft gemeinsam diskutieren und aushandeln, welche Erwartung wir an „gute Schule“ stellen. Wir müssen uns einigen, was „gute Schule“ für die Gesellschaft leisten kann - und was die Gesellschaft für gute Schule leisten muss.

Um diese Diskussion fundiert und an Fakten orientiert zu führen, müssen die Verantwortlichen

  • endlich die internationalen Forschungsergebnisse und praktischen Erkenntnisse erfolgreicher Bildungsnationen anerkennen,

  • sich mit Blick auf diese Erkenntnisse darüber verständigen, welche konkretenpädagogischen Konzepte, Maßnahmen und Handlungen aus ihrer Sicht „Bildungsqualität“ und „gute Schule“ fördern und ausmachen.

Wir Eltern fordern alle Landespolitiker/innen entschieden dazu auf, im wertschätzenden Dialog mit uns und allen am Schulleben Beteiligten

  • endlich zu handeln und nicht Jahrgänge baden-württembergischer Kinder in ihren politischen Machtspielen zu verheizen,

  • statt gegenseitiger Schuldzuweisungen ihre Energie in kreative, pragmatische und zeitnahe Verbesserungsansätze für unsere Kinder und deren Schulen zu stecken und diese dann wirklich auf den Weg zu bringen,

  • dafür zu sorgen, dass unsere Kinder fit aufgestellt sind für die Welt von morgen, von der wir heute alle noch nicht wissen, wie sie aussehen wird.

Vor allem aber verlangen wir eine gesellschaftlich breit aufgestellte Diskussion des Verständnisses von Bildung und deren Bedeutung für unser Land: Wir wollen eine „Zukunftswerkstatt Bildung Baden-Württemberg“ und wir fordern eine Enquete-Kommission „Aufbruch Bildung“ im Landtag.

Denn: Am Ende des Tages geht es um unsere Kinder – wir sind nicht bereit, ihre Bildungsbiografien und ihre Zukunft machtpolitischen Profilierungsspielchen zu opfern.

Im Namen aller Unterzeichner/innen

Begründung

Wir baden-württembergischen Eltern wünschen uns für unsere Kinder eine umfassende und gute Bildung, die sie zu kritischen und selbstkritischen Persönlichkeiten heranwachsen lässt. Diese Bildung soll sie befähigen, umfassend an unserer Gesellschaft und Kultur teilzuhaben. Sie soll sie auch befähigen, einen für sie passenden Berufsweg einzuschlagen. Wir wissen: Erziehung und Schule sind Schlüsselfaktoren einer gelingenden Vermittlung von Bildung.

Aber wir Eltern in Baden-Württemberg sind besorgt und werden immer besorgter. Wir müssen feststellen, dass das Thema „Bildung für unsere Kinder“ nicht in der Breite der Gesellschaft diskutiert und verhandelt wird. Leider ist das Gegenteil der Fall: Es ist immer mehr zu einem Thema politischer Auseinandersetzungen und Machtkämpfe sowie persönlicher Profilierungsversuche geworden.

Wir müssen zum Teil mit blankem Entsetzen sehen,

  • wie manche Politiker die Schuld bei den Eltern suchen,
  • wie sehr unsere Kinder in den Bildungsvergleichsstudien abgerutscht sind,
  • wie wenig Unterstützung unsere Schulen bei ihrer pädagogischen Weiterentwicklung erhalten,
  • wie der Lehrermangel in allen Schularten und Schulen immer drängender wird,
  • wie Unterricht in erheblichem Umfang ausfällt.

Wir müssen mitansehen, wie die Bildung unserer Kinder immer mehr bedroht ist und wie damit auch unsere Gesellschaft bedroht ist. Denn Bildung ist das Fundament einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Darum ruft der Landeselternbeirat Baden-Württemberg die Menschen im Land auf, sich an einer breit aufgestellten Diskussion zum Thema „Gute Bildung für unsere Kinder“ und unser Land zu beteiligen. Wir müssen uns dieser Diskussion als Gesellschaft gemeinsam stellen.

Als ersten Schritt auf diesem Weg starten wir diese Petition. Am Ende dieses ersten Wegabschnittes sollen eine Zukunftswerkstatt Bildung BW, also ein Beteiligungs- und Diskussionsprozess im ganzen Land, und eine Enquete-Kommission „Aufbruch Bildung“ im Landtag stehen.

Dieser Weg ist für uns alle neu und wirft natürlich gerade bei den Eltern eine ganze Reihe von Fragen auf. Einige möchten wir direkt beantworten:

Die Liste der Fragen und Antworten finden Sie hier: leb-bw.de/images/FAQ_Petition.pdf

Über all diese Aktivitätsplanung lassen Sie uns nicht vergessen, dass wir den Weg der Petition gewählt haben. Deshalb müssen wir alles daransetzen, möglichst viele Unterstützer/innen und Zeichner/innen für diese Petition zu gewinnen!

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Pro

Gute und nachhaltige Bildung kann nur mit allen Bildungspartnern gelingen. Bildungspartner sollten sich aus Familie, Schule, Bildungsexperten sowie aus der Wissenschaft ergeben! Schule muss sich verändern damit sie nicht Gefahr läuft abgehängt zu werden und damit unsere Kinder ! Parteipolitik darf nicht über die pädagogischen und wissenschaftliche Erkenntnisse gestellt werden! Unsere Kinder haben noch genügend zu stemmen, dafür muss die Schule sie mit gutem Rüstzeug ausstatten können!

Contra

Der Ton in der Petition ist aus meiner Sicht (der eines GEB Vorsitzenden) nicht zielführend und schadet dem Anliegen. So wird man nicht ernst genommen. Wir brauchen die Politik als Partner und nicht als Feindbild. Wenn ich von jemandem etwas will, habe ich schlechte Karten, wenn ich erst mal nur austeile. Man sollte der Politik nicht Populismus vorwerfen und dann selbst populistische Töne anschlagen.

Warum Menschen unterscheiben

  • vor 3 Tagen

    Die Kinder sind unsere Zukunft, für die es sich lohnt zu aktionieren und zu reagieren

  • am 10.06.2018

    Als Lehrerin in einer Gemeinschaftsschule sehe ich das Hauptproblem in zu wenig Personal, da die Zusammensetzung einer Klasse in höchstem Maße differiert und ich damit überfordert bin.

  • am 22.05.2018

    Bildung ist Zukunft!

  • Timo Brunke Stuttgart

    am 18.05.2018

    Weil die Gesellschaft nicht mehr weiß, wovon sie redet, wenn sie "Bildung" sagt. Erst wenn sie wieder weiß, wovon sie spricht, kann Bildungspolitik sinnvoll gestaltet werden.

  • am 16.05.2018

    Es müssen Tatn folgen. Der Lehrermangel mit daraus resultierenden Ausfällen und fehlender Förderungunterrichtsstunden muss eine Ende haben.

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