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Die Petition wurde abgeschlossen
Petition richtet sich an: Parlament
Die Pflege in Deutschland ist unbezahlbar und wird nach Auffassung von Fachleuten, die Pflegesatzverhandlungen mit den Trägern führen, in naher Zukunft zusammenbrechen. Vorbilder sind die skandinavischen Staaten.
Begründung
Als Dr. Norbert Blüm die Pflegeversicherung einführte, hat er sie als die „Errungenschaft des zwanzigsten Jahrhunderts“ bezeichnet. Unter anderem sollte erreicht werden, dass Pflege wieder bezahlbar wird und nach Möglichkeit die Heranziehung der Angehörigen zur Begleichung der Pflegekosten weitestgehend vermieden werden. In Wirklichkeit war das jedoch nur ein Teil der Wahrheit. Vielmehr sollten die Kommunen von den hohen Heimunterbringungskosten, die zu zahlen waren, wenn das eigene Einkommen nicht ausreichte, entlastet werden. Heute muss man feststellen, dass sich an dem alten Zustand nichts verändert hat. Inzwischen gehen Fachleute/Mitarbeiter der Heimaufsicht und der pflegesatzgenehmigenden Mitarbeiter der Landschaftsverbände NRW davon aus, dass das Pflegesystem kurzfristig zusammenbrechen wird, weil es nicht mehr bezahlbar ist. Meines Erachtens sollte man jedoch nicht erst so lange warten, sondern rechtzeitig den Handlungsbedarf erkennen. Aus dieser Sorge stellen sich für mich folgende Fragen:
· Warum kosten Heimplätze in einem Städt. Seniorenheim zwischen 2868,00 € (Pflegegrad 1) und 4475,09 € (Pflegegrad 5)?
· Warum sind städtische Seniorenheime noch teurer als private Träger?
· Warum sind die Unterbringungskosten in einem Altenheim in NRW im Vergleich mit allen anderen Bundesländern am teuersten?
· Warum sind selbst bei den verschiedenen Städtischen Altersheimen die Pflegesätze unterschiedlich? Warum muss also jedes einzelne Heim eigene Pflegesatzverhandlungen führen?
· Warum muss überhaupt ein Pflegegrad ermittelt werden?
· Warum muss es in einer Stadt wie Dortmund über 120 ambulante Pflegedienste geben?
Vor ca. einem Jahr wurde in den „Heute-Nachrichten“ im ZdF das Pflegesystem Dänemarks in einem Kurzbericht vorgestellt. Es wurde ausgeführt, dass dort das Pflegepersonal bei den Kommunen beschäftigt ist. Ab dem 75. Lebensjahr wird jeder Bürger zu Hause besucht um zu prüfen, ob ein Pflege- oder Hilfebedarf vorliegt. Ist dies der Fall, wird eine häusliche Betreuung und Unterstützung ambulant und ggf. durch die Bereitstellung von Hilfsmitteln gewährt, damit die zu pflegende Person möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung bleiben kann. Ist dies nicht mehr möglich, erfolgt eine Unterbringung unter ständiger pflegerischer Betreuung. Die Kosten einer solchen Unterbringung belaufen sich auf ca. 850,00 € monatlich. Dieser Betrag ist von allen betroffenen Bürgern unabhängig von ihrem Einkommen, also einheitlich, zu zahlen. Dieser Betrag könnte also auch bei uns in Deutschland von der Sozialhilfe aufgebracht werden. Er stimmt übrigens auch mit den aktuell tatsächlich gezahlten Kosten in deutschen Heimen für Unterkunft und Verpflegung in etwa überein (ca. 900,00 €).
Die Personalkosten könnten aus den Einnahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung an die Kommunen beglichen werden.
Nach diesem System könnten die nicht unerheblichen Kosten für
· das Personal der Pflegekassen bei den Krankenkassen
· den Medizinischen Dienst der Krankenkassen
· die Mitarbeiter der Landschaftsverbände für die aufwändigen Pflegesatzverhandlungen
eingespart werden.
Auch die Kosten für die ambulante Pflege könnten erheblich reduziert werden, wenn die erforderliche ambulante Pflege durch die Mitarbeiter der Kommunen geleistet würde. Abrechnungsbetrügereien in Millionenhöhe, wie dies schon mehrfach durch die Medien ging, würden entfallen.
Wir sollten wirklich einmal über unsere Grenzen sehen und von unseren Nachbarn lernen. Diese Systeme sind nicht nur kostengünstiger sondern auch menschlicher und humaner. Dort lohnt es sich nicht, die alten Menschen kränker zu machen um einen höheren Pflegegrad und damit höhere Einnahmen zu erzielen. Auch ist es aus meiner Sicht überflüssig, bei älteren Menschen beim Vorliegen einer Demenz durch Heimleitungen ein Verfahren einzuleiten zur Bestellung von Betreuern. Alles das sind vermeidbare Kosten bei Krankenkassen, Krankenhäusern und Gerichten.
Unser Pflegesystem wäre in staatlicher Hand wesentlich besser aufgehoben als in privater Hand. Der Ausspruch vieler Politiker „Privat vor Staat“ ist leider nicht immer richtig!!!
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
16.02.2021
Sammlung endet:
15.04.2021
Region:
Deutschland
Kategorie:
Soziales