S 20/55 - Ergreifen von Maßnahmen zur Vermeidung einer Massenpanik im und um den Bremer Hauptbahnhof

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft

7 Unterschriften

Die Petition wurde abgeschlossen

7 Unterschriften

Die Petition wurde abgeschlossen

  1. Gestartet 2019
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

Dies ist eine Online-Petition der Bremischen Bürgerschaft.

Petition richtet sich an: Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft

Die Bremische Bürgerschaft wird gebeten, die nötigen Maßnahmen zur Vermeidung einer Massenpanik im und um den Bremer Hauptbahnhof zu beschließen. Begründung: Natürlich ist es richtig, dass immer mehr Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Aber der Bremer Hauptbahnhof ist mittlerweile oft sehr voll. Es ist oft kein schönes Gefühl, von kreuz und quer laufenden Menschen bedrängt zu werden. Der Bahnhof sollte ein Drehkreuz für den öffentlichen Personenverkehr sein, das ist seine Aufgabe. Doch in Zeiten hohen Verkehrsaufkommens kann der Hauptbahnhof dieser Aufgabe kaum noch gerecht werden. Der Bahnhof wird aufgrund zahlreicher Faktoren zu einer Leitung mit zu hohem Widerstand (Flaschenhals). Gründe dafür sind: 1. Der Bahnhofstunnel ist links und rechts mit Ladengeschäften gesäumt. Die Geschäfte behindern den Personenfluss. Es ist teilweise schwierig ein Ladengeschäft wieder zu verlassen. Insbesondere die tunnelseitigen Tresen behindern durch die Bildung von Schlangen das Durchkommen. Die Lauffläche wird dadurch verschmäht. 2. Die Tunnelmitte ist durch ein Wildwuchs von weiteren Ständen blockiert. Dadurch wird der Personenfluss weiter gestört. Die Menschen haben weniger Platz zum Queren des Tunnels, also um auf die andere Gleisseite zu gelangen. Der Flaschenhals wird dadurch enger. 3. Menschen mit Fahrrad oder Kinderwagen oder Rollstuhl können kaum manövrieren, ohne anderen Personen in die Quere zu kommen. Es muss aber beides gewährleistet bleiben. 4. Menschen, die von der Straßenbahn zur Bürgerweide wollen, nehmen den kürzesten Weg durch den Bahnhof. Dies erhöht den Menschenstrom und damit das Gedränge. Es fehlt an Entlastungsmöglichkeiten/Ausweichrouten. Der Lloydtunnel, der seit dreißig Jahren geschlossen ist, wäre so eine Entlastungsstrecke. 5. Der Bahnhof kommt an seine Grenzen insbesondere bei Großveranstaltungen im Weser-Stadion. Gerade alkoholisierte Personen und/oder gewaltbereite „Fußballfans“ stören das gefahrlose Benutzen des Bahnhofs. 6. Volksfeste: Viele Menschen durchqueren den Bahnhof, um zum Volksfest auf der Bürgerweide zu gelangen. Zusätzlicher Input an Menschen, besonders ein Problem bei stark alkoholisierten Personen. 7. Menschliches Verhalten: Menschen die zu einem Event möchten, tauchen manchmal in Herden auf. Als Einzelperson ist man oft gezwungen, einer entgegenkommenden Herde auszuweichen, ein durchschlüpfen ist kaum möglich. Menschen, die in Eile sind, um eventuell einen Anschlusszug zu erreichen, weisen eine höhere Risikobereitschaft auf. Dadurch steigt die Unfallgefahr. 8. Es fehlt in Bremen an einem gut sichtbaren/tastbaren Personenleitsystem. Gerade sehbeeinträchtigte Menschen müssen besonders selbstbewusst sein, um sich in den Bahnhof zu trauen. Eine Erlebnis, dass ich in diesem Sommer machte war folgendes: Vor mir ging ein älterer Herr mit vornübergebeugter Haltung und kleinen Schritten. Von rechts kam ein anderer Mann die Treppe herunter, offensichtlich dem Regionalexpress aus Hannover entstiegen, der es eilig hatte. Der alte Mann wurde mit dem rechten Fuß an einer Ferse getroffen, worauf dieser lang zu Boden klatschte. Der alte Herr wurde dann von anderen Passanten vom Boden aufgesammelt und weggetragen. Der Unfallgegner hatte davon nichts mitbekommen. Im Oktober und November diesen Jahres ereignete es sich gleich dreimal, dass Heimspiele des SV Werder Bremen und der Freimarkt zu einem Massenansturm auf den Hauptbahnhof führten. Mir wurde berichtet, dass bei einer dieser Situationen die Polizei auf dem Bahnhofsvorplatz über Lautsprecher die Menschen dazu aufgefordert hat, den Bahnhof nicht zu benutzen. Mir wurde von empfundener Panik auf dem Bahnhofsvorplatz berichtet. Es werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: a) Panik-Simulation und wissenschaftliches Gutachten b) Erarbeitung eines Konzepts zur Krisenintervention. c) Entlastungsmöglichkeiten zur Lenkung der Menschenströme im und um den Hauptbahnhof, kameraüberwachte Wiedereröffnung des Lloydtunnels. d) Sonderhalt von Zügen in einem anderen Bahnhof, z.B. Sebaldsbrück oder Neustadt, bei Massenveranstaltungen im Weser-Stadion. e) Entfernung von Störfaktoren/ Barrieren in der Tunnelmitte und an den Tunnelseiten f) gut sichtbares und taktiles Personenleitsystem

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 05.12.2019
Sammlung endet: 17.01.2020
Region: Freie Hansestadt Bremen
Kategorie:  

Neuigkeiten

  • Auszug aus dem Bericht des Petitionsausschusses (Stadt) Nr. 10 vom 11. September 2020

    Der Ausschuss bittet, folgende Eingabe für erledigt zu erklären, weil die Stadtbürgerschaft
    keine Möglichkeit sieht, der Eingabe zu entsprechen:

    Eingabe Nr.: S 20/55

    Gegenstand: Maßnahmen zur Vermeidung von Massenpanik am Hauptbahnhof

    Begründung:
    Der Petent fordert Maßnahmen, mit denen der Senat der Gefahr entgegentreten solle, die von einer
    möglichen Massenpanik am Hauptbahnhof drohe. So solle eine Panik-Simulation und ein
    wissenschaftliches Gutachten dazu erstellt werden und ein Konzept zur Krisenintervention erarbeitet
    werden. Zur Entlastung sollten der Lloydtunnel wieder geöffnet sowie Züge bei
    Massenveranstaltungen auf andere Bahnhöfe umgeleitet werden. Die vom Petenten bezeichneten
    Störfaktoren in der Mitte und an den Seiten des Bahnhofsdurchganges sollten entfernt werden.
    Erforderlich sei auch ein gut sichtbares und taktiles Personenleitsystem. Die öffentliche Petition wird
    von sieben Mitzeichnerinnen und Mitzeichnern unterstützt.

    Der Petitionsausschuss hat zu der Petition eine Stellungnahme der Senatorin für Klimaschutz,
    Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau eingeholt. Unter Berücksichtigung dessen
    stellt sich das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung zusammengefasst wie folgt dar:

    Der Ausschuss sieht keine Möglichkeit, der Petition zum Erfolg zu verhelfen. Der Bereich um den
    Bremer Hauptbahnhof ist, wie sich aus der Stellungnahme der Senatorin ergibt, durch eine
    Videoüberwachung mit insgesamt 52 Kameras abgesichert. Dies gibt, wenn es erforderlich ist, die
    Möglichkeit, durch ein sogenanntes Phasenmodell Lenkungsmaßnahmen zu ergreifen. So sei es
    schon jetzt möglich und üblich, etwa bei einem erhöhten Aufkommen von Besuchern Mobiliar
    innerhalb der Durchgangspassage temporär abzubauen. Die Zusammenarbeit zwischen der
    Bundespolizei, der Polizei Bremen, dem Ordnungsdienst der Stadt und den Service-Kräften der
    BSAG sei gut koordiniert und funktioniere.

    Nach dem Eindruck des Ausschusses ist der Betrieb des Hauptbahnhofes sicher. Die in
    Ausnahmefällen, etwa zur Freimarktzeit auftretenden problematischen Situationen konnten so
    bewältigt werden.

    Zudem ist der Einfluss des Landes Bremen im Bereich des Hauptbahnhofes nur gering. Das
    Gebäude gehört der Deutschen Bahn AG, verantwortlich für den Betrieb ist die DB Station & Service
    AG, Bahnhofsmanagement Bremen/Osnabrück. Da es sich dabei um Infrastruktur des Bundes
    handelt, ist nicht das Land Bremen, sondern das Eisenbahnbundesamt für Aufsicht und
    Genehmigung zuständig. Dementsprechend ist neben dem bahneigenen Sicherheitsdienst auch
    ausschließlich die Bundespolizei zuständig.

    Soweit der Petent die Wiedereröffnung des Lloydtunnels zur Entlastung des Hauptbahnhofes
    fordert, ist dies nicht mehr möglich, da ein Hotelgebäude direkt vor dem Ausgang am
    Bahnhofsvorplatz errichtet wurde.

    Begründung (PDF)

Das könnte Sie auch interessieren

49 %
245 Unterschriften
111 Tage verbleibend

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

Jetzt fördern