Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag
Ich fordere den Deutschen Bundestag auf, gesetzgeberische Maßnahmen zu prüfen und umzusetzen, die das deutsche Sozial- und Gesundheitssystem nachhaltig entlasten. Dies soll durch die Stärkung der Selbstbestimmung am Lebensende sowie durch eine konsequentere Berücksichtigung individueller Eigenverantwortung bei selbstverursachten Gesundheitsrisiken erfolgen.
Begründung
Das deutsche Sozial- und Gesundheitssystem steht vor erheblichen demografischen und finanziellen Herausforderungen. Steigende Pflegekosten, eine wachsende Zahl hochbetagter Menschen sowie hohe Ausgaben für die Behandlung chronischer, vermeidbarer Erkrankungen führen zu einer zunehmenden Belastung der Solidargemeinschaft.
Gleichzeitig werden Menschen mit schwerem Leiden am Lebensende häufig in langwierigen und kostenintensiven Pflege- oder Behandlungsverläufen gehalten, obwohl diese nicht immer dem erklärten oder mutmaßlichen Willen der Betroffenen entsprechen. Eine rechtlich klare, verlässliche und staatlich kontrollierte Möglichkeit des selbstbestimmten assistierten Sterbens würde unnötiges Leiden vermeiden und zugleich erhebliche Mittel in Pflege- und Sozialversicherungssystemen einsparen.
Darüber hinaus übernimmt das Solidarsystem derzeit uneingeschränkt die Folgekosten von Erkrankungen, die eindeutig und überwiegend auf dauerhaftes, freiwilliges und bekannt gesundheitsschädigendes Verhalten zurückzuführen sind, etwa durch Nikotinabhängigkeit oder extremes, langfristiges Übergewicht. Dies schwächt das Prinzip der Eigenverantwortung und führt zu Fehlanreizen.
Ein solidarisches System kann langfristig nur bestehen, wenn Solidarität und individuelle Verantwortung in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Selbstbestimmung bedeutet auch, Verantwortung für die absehbaren Folgen des eigenen Handelns zu übernehmen.
Konkrete Forderungen
Prüfung und Schaffung klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen für selbstbestimmtes assistiertes Sterben, einschließlich sicherer, staatlich kontrollierter und missbrauchsfreier Verfahren.
Prüfung einer stärkeren finanziellen Eigenbeteiligung bei Behandlungskosten von Erkrankungen, die nachweislich überwiegend auf dauerhaftes, selbstverantwortetes Risikoverhalten zurückzuführen sind.
Reduzierung langwieriger, nicht gewollter Pflegeverläufe, die weder der Lebensqualität der Betroffenen dienen noch gesellschaftlich verantwortbar sind.