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Petition richtet sich an: Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz
Stadtklinik Frankenthal als vollwertiges Akutkrankenhaus erhalten
Wir fordern das Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz auf, die Stadtklinik Frankenthal dauerhaft und uneingeschränkt als vollwertiges Akutkrankenhaus der Grund- und Regelversorgung zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Die Stadtklinik ist ein zentraler Bestandteil der medizinischen Versorgung für die Menschen in Frankenthal und der gesamten umliegenden Region. Sie steht für eine schnell erreichbare Notfallversorgung, stationäre Behandlung, Geburtshilfe, geriatrische und psychiatrische Versorgung sowie qualifizierte Arbeitsplätze.
Eine mögliche Weiterentwicklung darf nicht dazu führen, dass der Standort schrittweise ausgehöhlt wird oder die Bevölkerung im Ernstfall auf weiter entfernte Krankenhäuser verwiesen wird. Medizinische Versorgung muss sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen orientieren – nicht an abstrakten Strukturmodellen.
Wir fordern deshalb:
- den dauerhaften Erhalt der Stadtklinik Frankenthal als leistungsfähiges Akutkrankenhaus der Grund- und Regelversorgung,
- eine starke, wohnortnahe und zukunftsfähige medizinische Versorgung für Frankenthal und die gesamte Region,
- den Erhalt einer schnell erreichbaren, leistungsfähigen Notfallversorgung am Standort,
- den Erhalt wichtiger medizinischer Strukturen, insbesondere stationärer Versorgung, Intensivmedizin, Geburtshilfe, Geriatrie und Psychiatrie,
- eine transparente und unabhängige Prüfung, ob umliegende Krankenhäuser und Rettungsdienste zusätzliche oder wegfallende Versorgungsleistungen tatsächlich, zeitnah und dauerhaft auffangen können,
- eine verlässliche Perspektive für die Beschäftigten der Stadtklinik sowie den Erhalt qualifizierter Arbeitsplätze,
- vollständige Transparenz, frühzeitige Information und echte Beteiligung von Beschäftigten, kommunalen Gremien, Patientenvertretungen und Bevölkerung bei allen Entscheidungen über die Zukunft des Standorts.
Frankenthal braucht eine starke Stadtklinik.
Die Gesundheit und Sicherheit der Menschen in unserer Stadt und der gesamten Region dürfen nicht geschwächt werden. Wir fordern daher eine klare politische Zusage für den Erhalt und die zukunftsfähige Weiterentwicklung der Stadtklinik Frankenthal als vollwertiges Akutkrankenhaus.
Begründung
Die gesundheitliche Notfallversorgung von fast 50.000 Bürgerinnen und Bürgern in Frankenthal und weiteren 14 Umlandgemeinden steht auf dem Spiel.
Eine Herabstufung der Stadtklinik zu einer Regioklinik würde den bisherigen Akutkrankenhaus-Charakter des Standorts gefährden. Je nach konkreter Ausgestaltung könnten wichtige stationäre und notfallmedizinische Strukturen wegfallen oder erheblich eingeschränkt werden. Die möglichen Folgen sind gravierend:
Zerschlagung der Notaufnahme
Unsere Zentrale Notaufnahme (ZNA) ist die Lebensader der Region. Mit rund 22.000 Fällen im Jahr 2024 und voraussichtlich rund 23.000 Fällen im Jahr 2025 versorgt sie bereits heute weit mehr als das Doppelte ihrer ursprünglich baulich vorgesehenen Kapazität.
Fällt diese Anlaufstelle weg oder wird sie eingeschränkt, müssen Notfallpatientinnen und -patienten nach Ludwigshafen, Worms oder in weitere Kliniken transportiert werden. Dies führt zu längeren Wegen, höheren Wartezeiten und einer zusätzlichen Belastung der Rettungsdienste sowie der ohnehin stark beanspruchten Notaufnahmen im Umland.
Akute Lebensgefahr bei Schlaganfällen
Die Sektion Neurologie betreibt eine im Landeskrankenhausplan ausgewiesene regionale Stroke Unit mit acht monitorüberwachten Betten. Dort werden jährlich rund 400 Schlaganfallpatientinnen und -patienten behandelt.
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute – „Time is Brain“. Je schneller die spezialisierte Behandlung beginnt, desto größer sind die Chancen, bleibende Schäden, Pflegebedürftigkeit oder den Tod zu verhindern. Ohne die Stroke Unit in Frankenthal müssten Betroffene über weitere Strecken in bereits stark belastete Nachbarkliniken transportiert werden. Das kostet wertvolle Zeit und kann Menschenleben gefährden.
Verlust von Intensiv- und Beatmungsplätzen
Die Stadtklinik verfügt über zwölf Intensiv- und Beatmungsplätze. Diese sind unverzichtbar für die Behandlung schwerstkranker Patientinnen und Patienten sowie für die sichere Versorgung nach Operationen, bei schweren Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemversagen.
Die Intensivstation leistet jährlich zehntausende Beatmungsstunden und verfügt zudem über Erfahrung in der Entwöhnung von der Beatmung, dem sogenannten Weaning. Ein Wegfall dieser Strukturen würde nicht nur intensivpflichtige Patientinnen und Patienten treffen, sondern die gesamte Notfallversorgung, OP-Versorgung und stationäre Akutmedizin am Standort schwächen.
Gefährdung der Geburtshilfe und anderer Akutstrukturen
Eine leistungsfähige Geburtshilfe braucht im Hintergrund jederzeit erreichbare Notfall-, OP-, Anästhesie- und Intensivstrukturen. Werden diese Bereiche eingeschränkt, gerät auch die sichere Versorgung von Müttern und Neugeborenen in Gefahr.
Gleiches gilt für chirurgische, internistische und geriatrische Patientinnen und Patienten. Ein Krankenhaus kann nur dann zuverlässig akute Erkrankungen behandeln, wenn die notwendigen Fachbereiche, Diagnostik, Pflegekräfte und medizinischen Bereitschaften vor Ort vorhanden sind.
Belastung des Rettungsdienstes und Kollaps des Notarztsystems
Das klinikintegrierte Notarztsystem der Stadtklinik leistet jährlich zahlreiche Einsätze und wird von qualifizierten Ärztinnen und Ärzten des Hauses getragen. Eine Schwächung der Klinik würde damit nicht nur die Versorgung innerhalb des Krankenhauses treffen, sondern die gesamte Rettungskette in Frankenthal und der Umgebung.
Wenn jährlich tausende zusätzliche Notfälle nach Worms, Ludwigshafen oder andere Standorte verlagert werden müssten, wären mehr Rettungsfahrzeuge, mehr Personal und längere Einsatzzeiten notwendig. Das wäre medizinisch riskant, organisatorisch kaum zu bewältigen und für die öffentliche Hand erheblich teurer.
Verlust einer wohnortnahen Versorgung
Die Stadtklinik Frankenthal ist für viele Menschen die schnellste und verlässlichste medizinische Anlaufstelle. Gerade ältere Menschen, Familien, Menschen ohne eigenes Auto und Patientinnen und Patienten mit akuten oder chronischen Erkrankungen wären von längeren Wegen besonders betroffen.
Frankenthal und die Umlandgemeinden brauchen keine reduzierte Übergangseinrichtung, sondern ein leistungsfähiges Akutkrankenhaus der Grund- und Regelversorgung – mit Notaufnahme, Intensivmedizin, Stroke Unit, Geburtshilfe, Psychiatrie, Geriatrie und stationärer Behandlung.
Die Gesundheit und Sicherheit von fast 50.000 Menschen dürfen nicht durch eine Herabstufung des Standorts gefährdet werden.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
24.08.2026
Sammlung endet:
23.02.2027
Region:
Frankenthal, Rheinland-Pfalz; Rhein-Pfalz-Kreis
Kategorie:
Gesundheit
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Eine wohnortnahe gute Gesundheitsversorgung ist enorm wichtig. Die Stadtklinik hat alles dafür getan, um die Weichen in eine solide Zukunft zu stellen. Das darf nicht umsonst gewesen sein. Für den Erhalt der Stadtklinik als Grund- und Regelversorger sowie für den Erhalt der Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter.