Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Mehr Netto vom Brutto! Für eine Überarbeitung der Einkommensteuer!
Die Schere zwischen Arm und Reich wird seit Jahren immer größer. Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen haben wenig bis keine Möglichkeiten, Geld zur Absicherung gegen Altersarmut anzusparen.
Die Einkommen derer die große bis sehr große Gehälter beziehen, steigen stetig. Diese Personengruppe hat genug Geld zur Verfügung um sparen oder sogar spekulieren zu können.
Hierbei sollte auch umgehend die Abgeltungssteuer auf Spekulationsgewinne überarbeitet werden. (Es kann nicht sein, dass Geld, welches für einen arbeitet (z.B. in Aktien) „nur“ mit 25% besteuert wird, Einkommen durch Arbeit jedoch in den meisten Fällen deutlich darüber)
Zur Vergrößerung dieses Abstandes tragen meist auch die Tarifabschlüsse der jüngeren Zeit bei. Wenn ein Tarifabschluss zum Beispiel 4% Lohnerhöhung in einer Branche erzielt, ergibt dies folgendes Bild:
- 4% von 2000€ Brutto = 80€ Lohnerhöhung
- 4% von 5000€ Brutto = 200€ Lohnerhöhung
Begründung
Es wird allerhöchste Zeit, seitens der Politik wirksame Instrumente zu nutzen, um dieser sozialen Ungleichheit entgegenzuwirken. Ein Mittel, welches schnell und effektiv greift, wäre die Anpassung der Einkommensteuer.
Dies hat bereits der DGB 2014 in seinem Rundschreiben „Klartext 14/2014“ erkannt und angemahnt. Leider hat sich die Politik dieses Themas bisher nicht angenommen, da es
- a) eine Menge Arbeit bedeutet
- b) nicht gut zur Lobbypolitik passt und
- c) vor allem auch die eigenen Gehälter betroffen wären.
Ich schlage eine Überarbeitung zur Abflachung des „Mittelstandsbauches“ vor, welche dann z.B. wie folgt aussehen könnte:
- Eingangssteuersatz: 10% ab ca. 10.000€ Brutto
- Stufe 2 15% ab ca. 20.000€ Brutto
- Stufe 3 20% ab ca. 30.000€ Brutto
- Stufe 4 25% ab ca. 40.000€ Brutto
- Stufe 5 30% ab ca. 60.000€ Brutto
- Stufe 6 35% ab ca. 80.000€ Brutto
- Stufe 6 40% ab ca. 100.000€ Brutto
- Stufe 7 45% ab ca. 200.000€ Brutto
- Stufe 8 49% ab ca. 500.000€ Brutto
- Stufe 9 51% ab ca. 1.000.000€ Brutto
- Stufe 10 52% ab ca. 2.000.000€ Brutto
Dieser „Gedankenanstoß“ beseitigt zwar auch nicht alle Probleme, jedoch trägt dieser zu einer spürbaren Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen bei. Diese wiederum könnten durch die freigesetzten Mittel endlich anfangen, selbständig etwas gegen die Altersarmmut zu unternehmen. Weiterhin stellt es auch einen Anreiz dar, wieder eine Arbeit aufzunehmen, wenn vom Verdienten auch spürbar etwas übrig bleibt.
Zitat DGB 2014 Rundschreiben „Klartext 14/2014“:
Mittelstandsbauch durch Senkung des Spitzensteuersatzes
Beispiel Einkommensteuer: In den letzten zwei Jahrzehnten wurde der Spitzensteuersatz auf hohe Einkommen von 53 % auf 42 % beziehungsweise auf einen Reichensteuersatz von 45 % gesenkt. Folge: 2014 zahlte ein Einkommensmillionär rund 88.680 € weniger Einkommensteuer als 1999. Daran ändert auch nichts, dass die Politik als Geste der „sozialpolitischen Verantwortung“ die unteren Einkommensgruppen mit der schrittweisen Senkung des Eingangssteuersatzes von 23,9 % (1999) auf derzeit 14 % beruhigen wollte. Ganz im Gegenteil: Die Senkung des Eingangs- sowie des Spitzensteuersatzes führte zu dem so genannten „Mittelstandsbauch“. Die Folge: Wachsende Ungerechtigkeit durch den Tarifverlauf der Einkommensteuer.