Petition richtet sich an:
Bürgermeister Thomas Hellbusch
Taschenlampen statt sicherer Schulwege? Das darf nicht die Lösung sein!
Aus Kapazitätsgründen wurden bereits vor drei Jahren vier Klassen der Grundschule Nümbrecht in einen Containerwagen ausgelagert. Um ihre Klassenräume zu erreichen, müssen seitdem rund 100 Grundschulkinder täglich den angrenzenden Schulwald durchqueren. Ein Weg mit äußerst notdürftiger Befestigung, der ab spätestens Dezember in Matsch und Laub versinkt – aber vor allem ist er: vollkommen unbeleuchtet.
Hinzu kommt, dass das gesamte Schulgelände nicht eingezäunt ist. Es gibt keinerlei Kontrolle darüber, wer sich zu welchem Zeitpunkt auf dem Gelände aufhält. Das gilt insbesondere natürlich für den Schulwald, den die „Containerkinder“ zwangsläufig passieren müssen und der ab Oktober zum Blindflug einlädt oder vielmehr verpflichtet.
Für alle recht unerwartet begann jedoch auch in diesem Jahr die dunkle Jahreszeit und es fiel auf, dass der Wald sich zwischenzeitig gar nicht selbst beleuchtet hatte, wovon scheinbar alle Verantwortlichen ausgegangen waren.
Die Lösung des Schulträgers nach drei Jahren Bedenkzeit? Taschenlampen!
Anstatt dass endlich für eine angemessene und sichere Beleuchtung des Schulweges gesorgt wird, erhalten die rund 100 betroffenen Kinder nach den Ferien nun Taschenlampen. Die Eltern sollen bitte dafür Sorge tragen, dass die Lampen täglich mitgeführt und regelmäßig aufgeladen werden.
Damit wird die Verantwortung für die Beleuchtung und letztlich auch für die Sicherheit der Kinder kurzerhand auf die Grundschüler und ihre Eltern abgewälzt. Ein Meisterstück!
Bleibt die Frage, wer sich diesen Clou ausgedacht hat: Eigentlich sollte doch jedem klar sein, dass es mehr als unrealistisch ist, dass ein Grundschulkind monatelang dafür Sorge tragen kann, dass eine kleine Taschenlampe nicht verloren oder kaputt geht, vergessen oder geklaut wird und zudem immer aufgeladen ist.
Wie der Plan ist, wenn Geräte defekt sind oder abhanden kommen, ob Schulleitung oder Schulträger die Geräte reparieren oder neu anschaffen oder ob dann gar die Eltern zur Kasse gebeten werden, wurde bislang nicht mitgeteilt.
Das kann und darf nicht die Lösung sein!
Es kann nicht Aufgabe von kleinen Kindern sein, selbst für ihre Sichtbarkeit und Sicherheit auf dem Schulweg zu sorgen. Ebenso wenig darf diese Verantwortung an die Eltern abgegeben werden.
Wir reden schließlich nicht darüber, welche Seife (rein hypothetisch, da es in der Regel keine Seife auf Schultoiletten gibt) hautschonender ist, sondern über Grundschulkinder, die morgens schlicht und ergreifend ihren Klassenraum erreichen möchten.
Es darf nicht zu viel verlangt sein, dass diese Kinder sich darauf verlassen können müssen, dass der Weg dorthin zu erkennen, ohne Verletzungsrisiko zu begehen und sicher ist. Und das, ohne vorher überlegen zu müssen, ob die Taschenlampe eingepackt, funktionstüchtig oder ausreichend aufgeladen ist.
Wir fordern einen sicheren Schulweg statt einer Taschenlampe als Symbolmaßnahme!
Unsere Kinder brauchen keine Taschenlampen, sondern Menschen, die ihre Verantwortung übernehmen. Und zwar jetzt.
Die Kinder haben (wie immer) keine Lobby.
Die Kinder finden es vielleicht sogar lustig, dass sie im Schlamm ausrutschen, dass sie nicht sehen, wer neben ihnen läuft oder dass sie sich gegenseitig mit den Taschenlampen anleuchten können.
Die Kinder verstehen nicht, dass das alles nicht cool ist, sondern verantwortungslos.
Die Verantwortlichen müssen nicht täglich Schuhe putzen und ausstopfen, Jacken und Hosen waschen oder Verletzungen behandeln.
Die Verantwortlichen machen sich nicht schmutzig oder bringen sich selbst in Gefahr.
Die Verantwortlichen müssen sich noch nicht einmal darum kümmern, dass Taschenlampen aufgeladen und mitgenommen werden.
Somit machen die Verantwortlichen genau eine Sache: sich aus der Verantwortung ziehen.
Und Eltern und Kindern bleibt nur die Hoffnung, dass es bei matschiger Kleidung und harmlosen blauen Flecken bleibt.
Weil der Unterricht so früh beginnt wo es noch dunkel ist und die Kinder eventuell nicht gesehen werden. Die kleinsten müssen geschützt werden