331 Unterschriften
Petition richtet sich an: Bayerischer Landtag
Kinderschutz ist Pflichtaufgabe und darf nicht vom Zufall abhängen.
Schulen sind mehr als ein Ort des Unterrichts. Für Kinder und Jugendliche müssen sie sichere Orte sein, an denen sie lernen, sich entwickeln und Unterstützung erfahren können.
Die Kultusministerkonferenz hat bereits einen Leitfaden für Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt an Schulen vorgelegt. Während die Mehrheit der Bundesländer ihre Schulen inzwischen verbindlich zur Entwicklung solcher Konzepte verpflichtet, setzt Bayern weiterhin auf Freiwilligkeit.
Begründung
Statistisch gesehen sitzt in nahezu jeder Schulklasse mindestens ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt hat oder aktuell erlebt, meist im familiären oder sozialen Nahfeld.
Gerade deshalb tragen Lehrkräfte eine besondere Verantwortung: betroffene Kinder zu erkennen, ihnen zuzuhören und wirksamen Schutz zu ermöglichen. Kinder, die den Mut aufbringen, sich anzuvertrauen, müssen schnell und professionell Unterstützung erhalten.
Verbindliche Schutzkonzepte ermöglichen den Aufbau von Fachwissen zum Thema sexualisierte Gewalt, sie schaffen klare Zuständigkeiten, Handlungssicherheit für Lehrkräfte und transparente Beschwerdewege. Und sie helfen dabei, betroffene Kinder früher zu erkennen. Dass das noch oft misslingt, zeigt eine weitere Statistik: Kinder brauchen bis zu acht Anläufe, bis eine erwachsene Person ihre Not erkennt, ihnen glaubt und handelt. Schutzkonzepte können dazu beitragen, diese Wege zu verkürzen.
Deutschlandweit verfügt bislang nur knapp jede sechste Schule (16,6 %) über ein umfassendes Schutzkonzept. Ohne verbindlich geschaffene Strukturen machen sich nicht alle Schulen auf den Weg, denn es fehlen oftmals die personellen, finanziellen und zeitlichen Ressourcen. Und manchmal fehlt auch der Mut, diesen Schritt auf sich gestellt zu gehen.
Dabei betont auch das Bayerische Kultusministerium die besondere Verantwortung der Schulen beim Schutz von Kindern und Jugendlichen und verweist auf hilfreiche Materialien des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) und Fortbildungen. Die Entwicklung von Schutzkonzepten wird ausdrücklich empfohlen. Verbindlich vorgeschrieben ist sie jedoch bislang nicht. Stattdessen soll nach einer zweijährigen Erprobungsphase gemeinsam mit der bayerischen Schulfamilie ausgewertet werden, ob weitere Unterstützungsangebote und systematische Maßnahmen erforderlich sind.
Doch Kinder, die heute Gewalt erleben, können nicht auf eine mehrjährige Evaluation und spätere Entscheidungen warten!
Wir fordern den Bayerischen Landtag deshalb auf:
- verpflichtende Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt für alle bayerischen Schulen gesetzlich zu verankern,
- auf die zweijährige Evaluationsphase zu verzichten,
- Schulen durch ausreichende personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen bei der Umsetzung zu unterstützen.
Jedes Kind hat das Recht auf Schutz.
Dieser Schutz darf nicht vom Zufall des Wohnorts oder der Schulform abhängen.
Die ausführliche Petition mit allen Quellen, Studien und Hintergrundinformationen finden Sie hier: https://drive.google.com/file/d/1y54_WulNtqJP3YJi1xZ6KlXZ7t-_PAXL/view?usp=sharing
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Angaben zur Petition
Petition gestartet:
22.10.2026
Sammlung endet:
21.04.2027
Region:
Bayern
Kategorie:
Bildung
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