Petition richtet sich an:
Oberbürgermeister Mike Josef
Die Installation „A Sky Full of Hope – Earthtime 1.78 Frankfurt“ auf der Konstablerwache wurde von den zuständigen Dezernaten als bedeutendes Kultur-, Stadtentwicklungs- und Stadtmarketingprojekt für Frankfurt am Main vorgestellt. Die Stadt verbindet mit dem Projekt die Erwartung einer Aufwertung des öffentlichen Raums, einer höheren Aufenthaltsqualität und einer positiven Außenwirkung für Frankfurt. [wdc2026.org], [hessenschau.de], [der-frankfurter.de]
Unabhängig von der künstlerischen Bewertung des Projekts ist bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck entstanden, dass die Entscheidungsprozesse, die Finanzierung und die Prioritätensetzung nicht ausreichend transparent kommuniziert wurden. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen erwarten die Menschen nachvollziehbare Informationen darüber, wie öffentliche Mittel verwendet werden und welche konkreten Ziele mit größeren Projekten verfolgt werden.
Die Konstablerwache gehört zu den bekanntesten und zugleich problembehafteten öffentlichen Plätzen Frankfurts. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten sich gewünscht, frühzeitig in die Diskussion über die zukünftige Gestaltung dieses zentralen Ortes einbezogen zu werden. Stattdessen entstand der Eindruck, dass wesentliche Entscheidungen ohne ausreichende öffentliche Debatte getroffen wurden.
Vertrauen in Verwaltung und Politik entsteht durch Transparenz, Nachvollziehbarkeit und die ernsthafte Einbindung der Öffentlichkeit. Wo diese Grundsätze nicht ausreichend sichtbar werden, leidet die Akzeptanz politischer Entscheidungen, unabhängig davon, ob diese rechtlich korrekt getroffen wurden.
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieser Petition sind der Auffassung, dass die öffentliche Kommunikation rund um das Projekt den berechtigten Erwartungen der Frankfurter Bürgerschaft an Transparenz und Beteiligung nicht gerecht geworden ist. Dadurch ist ein erheblicher Vertrauensverlust entstanden.
Da die Dezernentinnen Dr. Ina Hartwig und Stephanie Wüst das Projekt maßgeblich vertreten und politisch verantwortet haben, sehen wir die politische Verantwortung für die entstandene Situation bei ihnen. Aus diesem Grund fordern wir den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main auf, ihre Abberufung einzuleiten und zugleich eine vollständige, unabhängige Aufarbeitung aller Entscheidungs-, Finanzierungs- und Vergabevorgänge rund um das Projekt „A Sky Full of Hope“ sicherzustellen.
Nur durch maximale Transparenz und eine lückenlose Offenlegung aller relevanten Informationen kann verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen und die Glaubwürdigkeit der Frankfurter Stadtpolitik gestärkt werden.
Kernforderungen:
- Vollständige Offenlegung aller Kosten, Finanzierungsquellen und Verträge im Zusammenhang mit „A Sky Full of Hope“.
- Veröffentlichung der Entscheidungsgrundlagen und Auswahlprozesse des Projekts.
- Unabhängige Überprüfung der Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit des Vorhabens.
- Öffentliche Vorstellung der Ergebnisse in der Stadtverordnetenversammlung.
- Einleitung der Abberufung von Dr. Ina Hartwig und Stephanie Wüst aufgrund des entstandenen Vertrauensverlustes.
- Einführung verbindlicher Transparenzstandards für vergleichbare Projekte der Stadt Frankfurt.
Begründung
Als Bürger der Nachbarstadt und regelmäßiger Nutzer der Frankfurter Innenstadt erlebe ich täglich, dass viele zentrale öffentliche Plätze den Herausforderungen einer wachsenden und sich erwärmenden Großstadt nicht ausreichend gerecht werden.
Insbesondere in den Sommermonaten leiden viele Bereiche der Innenstadt unter einer unzureichenden Beschattung. Aufenthaltsorte, die Schutz vor Hitze bieten, sind vielerorts Mangelware. Gleichzeitig gibt es aus meiner Sicht weiterhin zu wenige öffentlich zugängliche Trinkwasserspender, obwohl diese angesichts immer häufiger auftretender Hitzeperioden einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten könnten.
Hinzu kommt, dass barrierefreie und sauber zugängliche öffentliche Toilettenanlagen vielerorts fehlen oder nur schwer auffindbar sind. Davon betroffen sind insbesondere ältere Menschen, Familien mit Kindern, Menschen mit Behinderungen sowie Besucherinnen und Besucher der Stadt.
Während bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Wunsch nach Investitionen in grundlegende Verbesserungen der Aufenthaltsqualität besteht, werden erhebliche finanzielle Mittel für ein Kunstprojekt aufgewendet, dessen Nutzen für den Alltag der Frankfurter Bevölkerung kontrovers diskutiert wird. Unabhängig von der künstlerischen Qualität der Installation stellt sich für mich die Frage, ob die gewählten Prioritäten den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen in unserer Stadt ausreichend Rechnung tragen.
Besonders kritisch sehe ich dabei, dass die Entscheidungsprozesse, die Finanzierung und die Abwägung möglicher Alternativen für die Öffentlichkeit nur begrenzt nachvollziehbar sind. Dies hat bei mir und vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern zu einem Vertrauensverlust geführt. Wer öffentliche Gelder verwaltet, sollte transparent darlegen, warum bestimmte Projekte Vorrang erhalten und wie diese Entscheidungen zustande gekommen sind.
Ich unterstütze diese Petition deshalb nicht aus Ablehnung gegenüber Kunst oder Kultur. Im Gegenteil: Kunst und Kultur sind wichtige Bestandteile einer lebendigen Stadt. Ich bin jedoch der Überzeugung, dass Investitionen in den öffentlichen Raum nachvollziehbar begründet werden müssen und dass Transparenz, Bürgernähe und die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen bei politischen Entscheidungen einen höheren Stellenwert erhalten sollten.
Ich verstehe nicht, warum der Platz nicht besser begrünt wurde, um die Passanten vor Hitze im Sommer zu schützen. Das wäre bestimmt billiger gewesen und man hätte das andere Geld sinnvoller einsetzen können.