Petition richtet sich an:
Hessisches Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz (Minister Roman Poseck) sowie das Polizeipräsidium Südosthessen
Wir fordern das Hessische Ministerium des Innern und das Polizeipräsidium Südosthessen auf:
1 . Für die Stadtteile Großauheim, Klein-Auheim, Steinheim und Wolfgang wieder einen einsatzbereiten Wach- und Streifendienst vor Ort einzurichten — mit mindestens einem aus dem Ortsbezirk heraus disponierten Streifenwagen.
2 . Die tatsächliche Streifenpräsenz in diesen Stadtteilen seit dem 17. Mai 2025 offenzulegen — gemessen an Streifenstunden bzw. Streifenfahrten im Ortsbezirk, nicht an der stadtweiten Gesamtzahl verfügbarer Fahrzeuge.
3 . Die durchschnittlichen Eintreffzeiten bei Einsätzen der höchsten Dringlichkeitsstufe (Prio 1) in diesen Stadtteilen offenzulegen — im Vergleich der Zeiträume vor und nach der Umstrukturierung.
4 . Eine verbindliche Zusage zu einer Mindestpräsenz bzw. einer zugesicherten maximalen Reaktionszeit für den Südosten des Stadtgebiets zu treffen, die über die derzeitige Lösung (ein Schutzmann vor Ort mit Sprechzeiten) hinausgeht.
Begründung
Mit Wirkung zum 17. Mai 2025 wurde der Wach- und Streifendienst der Polizeistation Großauheim zum neuen Polizeirevier Hanau am Freiheitsplatz verlagert. Vor Ort verbleiben im Wesentlichen eine Ermittlungseinheit und ein Schutzmann vor Ort mit festen Sprechzeiten. Ein einsatzbereiter Streifenwagen wird nicht mehr aus Großauheim heraus disponiert.
Offiziell wurde die Maßnahme als Stärkung der Sicherheit dargestellt — mit dem Hinweis auf sieben rund um die Uhr verfügbare Funkstreifenwagen stadtweit. In unseren Stadtteilen kommt davon nichts an. Bürgerinnen und Bürger berichten von langen Wartezeiten nach Notrufen, von Streifen, die im Ortsbild praktisch nicht mehr auftauchen, und von zunehmender Raserei auf den Hauptstraßen. Ein Beitrag zu diesem Thema in der Stadtteil-Gruppe mit rund 8.000 Mitgliedern hat innerhalb kurzer Zeit über 30 individuelle Fallschilderungen ausgelöst.
Erschwerend kommt die Verkehrslage hinzu: Die Hauptbahnhofbrücke (Auheimer Straße / Ehrensäule) — eine zentrale Anfahrtsroute zwischen der Innenstadt und den Auheim-Stadtteilen — ist seit Juli 2025 gesperrt. Die Fertigstellung des Neubaus ist erst für 2027 vorgesehen. Über Jahre hinweg besteht damit eine Vollsperrung mit Umleitungen und Einbahnstraßenführung, ausgerechnet auf dem Weg, den die nunmehr zuständigen Einsatzkräfte nehmen müssen. Wer die Zentralisierung mit schnellerer Reaktionsfähigkeit begründet, muss erklären, wie das mit dieser Verkehrssituation zusammenpasst.
Diese Petition ist ausdrücklich keine pauschale Kritik an der Polizei oder an einzelnen Beamtinnen und Beamten. Sie richtet sich gegen eine Strukturentscheidung, die unsere Stadtteile schlechter stellt — und sie fordert Transparenz. Bestätigen die Zahlen die offizielle Darstellung, ist das ein beruhigendes Ergebnis für die Bevölkerung. Weichen sie ab, muss nachgesteuert werden. Beides lässt sich nur auf einer belastbaren Datengrundlage beurteilen.
Der Sache wird bereits auf dem formalen Weg nachgegangen: Am 9. Juli 2026 wurde bei der Geschäftsstelle des Ortsbeirats Großauheim / Wolfgang eine Eingabe mit der Bitte um Aufnahme als Tagesordnungspunkt eingereicht. Diese Petition steht nicht neben diesem Verfahren, sondern trägt es: Jede Unterschrift belegt gegenüber Ortsbeirat, Magistrat und Land, dass es sich hier nicht um die Meinung Einzelner handelt, sondern um ein Anliegen, das in unseren Stadtteilen breit getragen wird.
Wer in Großauheim, Klein-Auheim, Steinheim oder Wolfgang (sowie Großkrotzenburg) lebt, hat denselben Anspruch auf polizeiliche Erreichbarkeit wie die Innenstadt. Bitte unterstützen Sie diese Forderung mit Ihrer Unterschrift.
Der Sparzwang dürfte allen klar sein. An der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu sparen, ist sicherlich falsch.