Volksvertreterin Sarah Vollath
Stellungnahme zur Petition Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren
Die Linke, zuletzt bearbeitet am 04.08.2026
Ich unterstütze einen Antrag im Parlament, wenn sich genügend andere Vertreter anschließen.
Ich befürworte eine öffentliche Anhörung im Fachausschuss.
Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren muss erhalten bleiben! Wer 45 Jahre lang gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt hat, muss auch in Zukunft das Recht haben, frei über den Ruhestand entscheiden zu dürfen.
Eine Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte würde vor allem Menschen treffen, die früh angefangen haben zu arbeiten – und das oft in körperlich anstrengenden Berufen. Der Vorschlag, die „Rente für besonders langjährig Versicherte“ abzuschaffen, geht völlig an der Realität vorbei. Viele Menschen schaffen es schon jetzt nicht gesund bis zum Ruhestand. Es ist falsch, diejenigen zu bestrafen, die 45 Jahre lang gesund durchgehalten haben. Sie müssen auch in Zukunft die Möglichkeit haben, ohne Abschläge in Rente zu gehen und noch etwas von ihrem Ruhestand zu haben. Wenn die Menschen künftig nach 45 Versicherungsjahren nicht mehr abschlagsfrei in Rente gehen können, ist das nichts anderes als eine Rentenkürzung.
Eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (Drucksache 21/6183: dserver.bundestag.de/btd/21/065/2106516.pdf) hat gezeigt, dass die Ausgaben für die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren sind sehr viel geringer ausfallen als in der öffentlichen Debatte oft behauptet wird: Der tatsächliche Anteil der Ausgaben für die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren, die nicht durch Beiträge der Versicherten gedeckt war, lag nach Schätzungen der Deutschen Rentenversicherung bei 3,458 Milliarden Euro. Die Rentenausgaben des Jahres 2023 beliefen sich auf 325 Milliarden Euro. Die geschätzten 3,458 Milliarden machten also nur 1,06 Prozent der Rentenausgaben aus.
Entgegen der öffentlichen Darstellung sind fast die Hälfte der Personen, die die „Rente für besonders langjährig Versicherte“ in Anspruch nehmen, Frauen. Sie schaffen es im Schnitt nur auf 1.469 Euro Rente – gerade mal 23 Euro über der Armutsgefährdungsschwelle. Auch bei den Männern sieht es mit durchschnittlich 1.846 Euro nicht rosig aus. Dass einzelne Mitglieder der Koalition diese Menschen als „reiche Rentner:innen“ bezeichnen, offenbart nichts anderes als den Realitätsverlust der Regierung.
Es ist grundlegend falsch, dass die Bundesregierung ausgerechnet bei diesen Menschen kürzen und ihnen durch Abschläge noch niedrigere Renten zumuten will. Beschäftigte, die früh angefangen haben zu arbeiten, haben eine Rente verdient, die für ein gutes Leben im Alter reicht. Die Aufgabe der Bunderegierung wäre es, mehr Menschen eine abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren zu ermöglichen statt diese Möglichkeit abzuschaffen.