Angemessene Finanzierung der Klimaneutralität für Kommunen

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Bundeskanzler Scholz sowie die Ministerpräsidenten aller Bundesländer sowie die Petitionsausschüsse des deutschen Bundestages und der Landtage.

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  1. Gestartet 2023
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

Petition richtet sich an: Bundeskanzler Scholz sowie die Ministerpräsidenten aller Bundesländer sowie die Petitionsausschüsse des deutschen Bundestages und der Landtage.

Klimaneutralität wird in den Kommunen erreicht – oder gar nicht. Sehr viele Kommunen sind aber aktuell vornehmlich aufgrund der Überschuldung und Unterfinanzierung nicht in der Lage, die Weichen richtig zu stellen. Kommunen benötigen jetzt eine Kommunalfinanzierung, die eine Weichenstellung in Richtung Klimaneutralität erlaubt.
Die Unterzeichnenden fordern deshalb von Bund und Ländern:

  1. Bund und Länder müssen eine Finanzierung der Kommunen gewährleisten, dass die notwendigen Investitionen zum Erreichen der Klimaneutralität (s.u. Erläuterungen) ohne Kürzungen in anderen Bereichen (s.u. Erläuterungen) möglich sind.
  2. Die Länder müssen die Finanzausstattung der Kommunen dabei auch mit eigenem Geld verbessern.
  3. Dazu muss den Kommunen unter anderem auch ermöglicht werden, ihre Altschulden spätestens in den nächsten 25 Jahren abzubauen und ihren Finanzbedarf durch vergleichbare Steuersätze zu sichern, statt wie aktuell zum Teil sehr hohe Gewerbesteuer- und Grundsteuerhebesätze verlangen zu müssen.

Daher richten wir diese Petition an Herrn Bundesfinanzminister Lindner, Herrn Bundeskanzler Scholz sowie die Ministerpräsidenten aller Bundesländer sowie die Petitionsausschüsse des deutschen Bundestages und der Landtage.
Erläuterungen: Notwendige Investitionen zum Erreichen der Klimaneutralität sind zum Beispiel der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und der Radwegeinfrastruktur, Umstellung städtischer Gebäude auf Wärmepumpen, energetische Sanierung, Beratungsangebote für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen in Klimaschutzfragen.
Andere Bereiche sind zum Beispiel die kommunalen Pflichtaufgaben, Sozialbereich, Bildung, Digitalisierung, Kultur, Sport, Förderung bürgerschaftlicher Aktivitäten.
Bitte denken Sie daran, Ihre Unterschrift durch den zugeschickten Bestätigungslink zu bestätigen, damit sie gezählt wird. DANKE!
Bitte unterstützen Sie auch meine zweite Petition zur Unterstützung der Kommunen:
Den Kommunen die Freiheit zur Anordnung angemessener Geschwindigkeiten geben
Das können Sie tun - weitere Aktionsideen
FAQ - weitere Erläuterungen und Hintergründe

Begründung

Klimaneutralität und die dafür nötige Verkehrswende werden in den Kommunen erreicht – oder gar nicht. Gleichzeitig lässt der in vielen Kommunen nahezu nicht vorhandene finanzielle Spielraum eine Weichenstellung in Richtung Klimaneutralität schlicht nicht zu.
Der Deutsche Städtetag stellt in seinem Bericht „Stadtfinanzen 2022“ dazu fest:
„Für die kommenden Jahre ist kaum mit einer Trendwende zu rechnen. Bereits jetzt ist daher absehbar, dass die Kommunen keinerlei eigenen finanziellen Spielraum haben, um die Ziele der Bundesregierung zum Beispiel beim ÖPNV oder der Umsetzung engagierter Klimaschutzziele zu unterstützen. Selbst wenn der Ukraine-Krieg nicht noch zu deutlicheren Einbrüchen der Wirtschaftsleistung führt, werden die Kommunalhaushalte durch Haushaltsdefizite und real sinkende Investitionen sowie einen Vermögensverzehr gekennzeichnet sein.“ [1]
Investitionen in den Klimaschutz dürfen auf keinen Fall zulasten anderer wichtiger kommunaler Aufgaben wie z.B. Schulausstattung, Digitalisierung, Versorgung von Flüchtlingen, Unterstützung von Kultur, Sport oder bürgerschaftlichem Engagement gehen.
Der Deutsche Städtetag hat ein Konzept zur Finanzierung des kommunalen Klimaschutzes vorgelegt und stellt fest: „Die Städte bekräftigen ihre Forderung nach der Bereitstellung von Bundes- und Landesmitteln zur Schaffung kommunaler Klimaschutzbudgets.“[2] "Kommunen benötigen ein festes Budget für Klimaschutzmaßnahmen, das ihnen über einen Zeitraum von 10 oder mehr Jahren verlässlich zur Verfügung steht." [3]
Förderprogramme helfen gerade überschuldeten Städten zudem wenig: Die Personaldecke ist zum Beispiel in Wuppertal so kaputtgespart, dass das Personal für die Anträge oft schlicht fehlt. Deshalb gehen Fördergelder zusätzlich in reichere Städte, die ärmeren gehen leer aus. Es geht also nicht um Förderprogramme, sondern ein festes Budget, das die Kommunen ohne bürokratischen Aufwand erhalten müssen.
Über 60 Kommunen haben sich im Bündnis „Für die Würde unserer Städte“ zusammengeschlossen und fordern zweierlei [4]: Die Kommunen
1.   müssen von der Last der Altschulden befreit werden.
2.   müssen vom Bund und den Ländern eine angemessene Finanzausstattung erhalten.
Die Erfüllung dieser Forderungen ist grundlegend, damit diese Kommunen überhaupt wieder Handlungsspielraum erlangen.
Beispiel ÖPNV-Ausbau in Wuppertal – ein Beispiel von Vielen
Wuppertal hat beschlossen, 2035 klimaneutral zu werden und ist weit davon entfernt. Laut „Stufenplan Klimaneutralität 2035“ für die Stadt Wuppertal muss dafür z.B. der Individualverkehr um 40% abnehmen, den größten Teil soll der ÖPNV auffangen. Ausschließlich das für den Stadtrat im neuen Nahverkehrsplan vorgestellte Ausbau-Szenario 3 erreicht dabei einen Nachfragezuwachs von 35%, könnte die Klimaschutzanforderungen also annähernd erfüllen. Doch ausgerechnet dieses Szenario ist aufgrund seines hohen Finanzbedarfs und des erheblichen zeitlichen Vorlaufs (keine Umsetzung ab 2027 möglich) für die „weitere detaillierte Ausarbeitung“ ausdrücklich von der Abstimmung ausgenommen. In der Verwaltungsvorlage ist zudem zu lesen: „Jedoch erlaubt die finanzielle Lage der Stadt Wuppertal nach aktuellem Stand auch perspektivisch keine Ausweitung des heutigen ÖPNV-Angebotes. Schon jetzt stößt bereits die Finanzierung des Status Quo im Lichte steigender Produktionskosten (insbesondere Einkommensentwicklung, Energiekosten, Beschaffungskosten u.a.) an ihre finanziellen Grenzen. Bereits das Szenario 0 [Anmerkung: das ist der Erhalt des Status Quo.] weist in der mittelfristigen Planung eine erhebliche Finanzierungslücke auf.“ [5] Es ist statt des benötigten Ausbaus also sogar mit dem Rückbau des ÖPNV gegenüber heute zu rechnen.
Die Kommunen brauchen die Unterstützung ihrer Bürgerinnen und Bürger. Daher unterstützen die Unterzeichner der Petition die Forderungen des Deutschen Städtetages und des „Aktionsbündnisses für die Würde unserer Städte".
Nähere Informationen finden Sie unter den angegebenen Quellen:
[1] https://www.staedtetag.de/files/dst/docs/Publikationen/Beitraege-zur-Stadtpolitik/2022/beitraege-zur-stadtpolitik-119-stadtfinanzen-2022.pdf.pdf, S. 20
[2] https://www.staedtetag.de/files/dst/docs/Publikationen/Beitraege-zur-Stadtpolitik/2022/beitraege-zur-stadtpolitik-119-stadtfinanzen-2022.pdf.pdf, S. 17
[3] https://www.staedtetag.de/files/dst/docs/Publikationen/Weitere-Publikationen/2022/kurzbroschuere-kommunalen-klimaschutz-klug-foerdern-2022.pdf, S. 3
[4] https://www.fuerdiewuerde.de/faq/die-wichtigsten-fragen-und-antworten_59.html
[5] Beschlussvorlage VO/1578/23, S. 2

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 05.02.2023
Sammlung endet: 25.09.2023
Region: Deutschland
Kategorie: Umwelt

Neuigkeiten

  • 1. Stellen Sie eine Anfrage beim Bundesministerium der Finanzen (Herrn Minister Lindner [FDP]) und richten Sie Sie die Forderungen der Petition zusätzlich zur Unterzeichnung der Petition auch direkt an das Ministerium: fragdenstaat.de/behoerde/84/bundesministerium-der-finanzen/
    2. Stellen Sie ebenso eine Anfrage mit den Forderungen der Petition direkt bei Bundeskanzler Scholz: fragdenstaat.de/behoerde/72/bundeskanzleramt/
    3. Schreiben Sie einen Leserbrief zum Thema an Ihre örtliche Zeitung.
    4. Machen Sie örtliche Multiplikatoren (Umweltgruppen, Parteien, …) auf die Petition(en) aufmerksam und bitten Sie sie, die Petition(en) über ihre Email-Verteiler und Kanäle zu verbreiten. Multiplikatoren erhalten weiteres Material unter Unterstuetzung_Kommunen@web.de.
    5. Unterzeichnen Sie auch die zweite Petition zur Unterstützung der Kommunen: Den Kommunen die Freiheit zur Anordnung angepasster Geschwindigkeiten geben (openpetition.de/!xqygj)

    Vielen Dank für Ihren Einsatz!

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