Änderungen an der Petition

19.02.2015 11:26 Uhr

Die Petition stellt sich nicht länger gegen die Ausrichtung der Olympischen Spiele in Berlin, allerdings sollen die Kosten, die den Landeshaushalt für die Olympischen Spiele belasten würden, mit den Kosten von 100 zusätzlichen Professuren verglichen werden.
Neuer Titel: 100 zusätzliche IT-Professuren anstatt Olympia für Berlin Neuer Petitionstext: "Die wirksamste Stärkung der Digitalwirtschaft Berlins besteht in der Schaffung von zusätzlichen 100 IT-Professuren." (Eric Schmidt, Executive Chairman Google, Sebastian Turner, Aufsichtsrat Mediengruppe Holtzbrinck, 2014)

Diese Petition möchte die beschriebene Idee aufnehmen. Es sollen keine olympischen Spiele in Berlin stattfinden, aber dafür mit Mit einem Bruchteil des gesparten Geldes Geldes, welches für olympische Spiele benötigt würden, könnten 100 Professuren an der TU Berlin im Bereich der Informationstechnologie und angrenzenden Bereichen geschaffen werden. Die Gesellschaft befindet sich in einer umfassenden digitalen Transformation, die ohne ausgebildeten Nachwuchs dazu führen könnte, dass die Regeln für diese neue Gesellschaft außerhalb von Europa geschrieben werden.

Eric Schmidt ist als Person vielleicht umstritten, aber konzentrieren wir uns auf die Idee. Sebastian Turner ist als Vordenker bekannt. Haben die beiden recht?

Diese Petition soll hauptsächlich für mehr Professoren und weniger gegen Olympia sein. Man sollte Bildung und Sport nicht gegeneinander ausspielen, das Argument zählt. Andererseits hat auch eine Stadt nur begrenzte Ressourcen. Und ein universitäres IT-Cluster aufzubauen benötigt einige davon, nicht nur in der Verwaltung. Wenn wir noch 10 Jahre warten, könnte das digitale Thema endgültig zu unseren Lasten von anderen besetzt sein. Neue Begründung: Wahrscheinlich ist das für unsere Stadt aktuell die beste Idee überhaupt. Deutschland und Europa hinken digital hinterher. In einer Welt, in der in wenigen Jahren die Hälfte des Bruttosozialprodukts von digitalen Geschäftsmodellen abhängen wird. In einer Welt, in der „Winner-takes-it-all“-Gesetze herrschen, die nicht nur den Automobil- oder Finanzmarkt durcheinanderwirbeln werden. Computerchips werden in sieben Jahren mehr Schaltkreise haben, als das menschliche Hirn Synapsen hat. 2014 war das wärmste je gemessene Jahr in der Geschichte. Apple erzielt 18 Mrd. USD Quartalsgewinn. Exponentielle Entwicklungen kann der Mensch nur schwer greifen, wir sind mitten in einer drin.

Amerikanische Unternehmen haben in der digitalen Welt die Führungsrolle übernommen. Europäische Politiker diskutieren noch über den neuen Deal „Leistung gegen Daten“, viele europäischen Unternehmen stecken aber schon mitten im Überlebenskampf. Mit der geplanten europäischen Datenschutzverordnung werden digitale Geschäftsmodelle hierzulande noch schwerer umsetzbar. Der Mehrwert von Facebook hat 28 Mio. Deutsche bereits überzeugt. Daten machen dieses Geschäftsmodell erst möglich. Eine weitere Zustimmung von jedem Nutzer wird sich Facebook - wie schon früher - leicht einholen. Und so sehr man Matthias Döpfner bewundern kann, Google in glanzvollen Briefen und sogar vor Gericht die Stirn zu bieten, so sehr verunsichert der gleichzeitige Fünf-Jahres Exklusivvertrag, den Springer mit Google zur Vermarktung geschlossen hat. Ist das nicht der Anfang der vollkommenen Abhängigkeit? Sind wir nicht schon da, wo wir nicht sein wollten? Pitchbook meldet für 2014 allein im Silicon Valley dreimal mehr Investitionen in Startups als in der gesamten EU.

In diesem Kampf der Kulturen ist eines von grundsätzlicher Bedeutung: Talent. Man benötigt intelligenten, unternehmerischen und motivierten Nachwuchs, um die Firmen mit Kreativität und Arbeitskraft auszustatten. Unsere IT-Experten müssen sich schon heute mit den Besten der Welt messen. Sie sind auf eine Community angewiesen, die gemeinsam Mittagessen geht und sich zu innovativen Ideen und Technologien austauscht. Eine Community, die Geldgeber anlockt und digitale Großunternehmen schafft. Wir benötigen Zuwanderung, am besten über ausländische Studenten an unseren Universitäten. Ganz Europa braucht ein „Hub“, ein Zentrum für die digitale Wirtschaft. Das Silicon Valley ist aus guten Gründen nicht über die ganze USA verstreut. Manche Geldgeber investieren dort nur in Unternehmen, die sie mit dem Fahrrad erreichen können. Berlin ist sexy und noch günstig für die digitale Elite. Der effektivste Weg zu diesem Hub ist gut ausgebildeter Nachwuchs.

Die Olympischen Spiele in Berlin hingegen wären zum Scheitern verurteilt. Politiker könnten sich so vielleicht ein Denkmal setzen, aber Berlin braucht keine olympischen Spiele. Sotchi schon. Berlin kennt man und es lebt von seinem antikapitalistischen Untergrund-Charme. Könnte ein solch geldorientiertes Event nicht sogar das Gegenteil erreichen? Reich und sexy? Großveranstaltungen haben aufgrund der Profitmaximierung an Ansehen verloren. Man erinnere nur an die negative Volksabstimmung zu Olympia in München. Selbst wenn Berlin in die finale Runde käme, ist nicht mit einer hohen Zustimmungsrate in der Bevölkerung zu rechnen. Das raubt von Anfang an jede Chance. Die Olympischen Spiele in London 2012 haben 14 Mrd. EUR gekostet. Premier Cameron rechnet mit Einspielung der Kosten bis 2016. Wie berechnet man den Nutzen genau, den Olympische Spiele vier Jahre später einer Stadt wie London bringen? Hat Olympia heute noch einen Marketingeffekt für diese Stadt oder geht es nur um die verstärkte Nutzung der neuen Sportstätten? Will Cameron mit dieser Rechnung nicht einfach seine Glaubwürdigkeit behalten?

Gemäß einer vergleichbaren Kalkulation von Bernd Huber, dem Präsidenten der LMU, kosten 100 IT-Professuren ca. 30-35 Mio. EUR pro Jahr. Der Mehrwert, der Stanford für das Silicon Valley gebracht hat, ist ein Vielfaches davon. Google und tausende anderer Unternehmen sind aus dieser Universität heraus entstanden. Bei Spendenaufrufen erhält Stanford Milliarden und nicht nur eine neue Bestuhlung für die Aula, wie das an deutschen Universitäten die Tagesordnung ist.


Die Olympischen Spiele in London 2012 haben 14 Mrd. EUR gekostet. Premier Cameron rechnet mit Einspielung der Kosten bis 2016. Die Fussball-WM hat den ansässigen Geschäften in Berlin ca. 600 Mio. EUR Zusatzumsatz beschert. Wir sind nicht gegen die Olympischen Spiele, sondern möchten nur noch die benötigten Mittel miteinander vergleichen.

Liebe Politiker, lassen Sie die Hände von Olympia. Die Veränderungen dieser Zeit sind rasanter, als dass man Sie mit einem Sportevent angehen könnte. rasant. Es würde uns helfen, endlich mit sinnvollen Maßnahmen auf den immer schneller fahrenden digitalen Zug aufzuspringen, anstatt über Sportveranstaltungen diskutierend von ihm überrollt zu werden. Berlin hätte mit dieser Maßnahme die einmalige Chance, ein nachhaltiges wirtschaftliches Profil als Europas digitales Zentrum zu entwickeln. Investieren wir in Bildung, nicht in Tourismus. .

Änderungen an der Petition

16.02.2015 23:00 Uhr

Stellungnahme zu "Bildung und Sport nicht gegeneinander ausspielen".
Neuer Petitionstext: "Die wirksamste Stärkung der Digitalwirtschaft Berlins besteht in der Schaffung von zusätzlichen 100 IT-Professuren." (Eric Schmidt, Executive Chairman Google, Sebastian Turner, Aufsichtsrat Mediengruppe Holtzbrinck, 2014)

Diese Petition möchte die beschriebene Idee aufnehmen. Es sollen keine olympischen Spiele in Berlin stattfinden, aber dafür mit einem Bruchteil des gesparten Geldes 100 Professuren an der TU Berlin im Bereich der Informationstechnologie geschaffen werden.

Eric Schmidt ist als Person vielleicht umstritten, aber konzentrieren wir uns auf die Idee. Sebastian Turner ist als Vordenker bekannt. Haben die beiden recht?

Diese Petition soll hauptsächlich für mehr Professoren und weniger gegen Olympia sein. Man sollte Bildung und Sport nicht gegeneinander ausspielen, das Argument zählt. Andererseits hat auch eine Stadt nur begrenzte Ressourcen. Und ein universitäres IT-Cluster aufzubauen benötigt einige davon, nicht nur in der Verwaltung. Wenn wir noch 10 Jahre warten, könnte das digitale Thema endgültig zu unseren Lasten von anderen besetzt sein.

Änderungen an der Petition

16.02.2015 10:25 Uhr

Sebastian Turner war maßgeblich auch an der Idee beteiligt
Neuer Petitionstext: "Die wirksamste Stärkung der Digitalwirtschaft Berlins besteht in der Schaffung von zusätzlilchen zusätzlichen 100 IT-Professuren." (Eric Schmidt, Executive Chairman Google, Sebastian Turner, Aufsichtsrat Mediengruppe Holtzbrinck, 2014)

Diese Petition möchte die beschriebene Idee aufnehmen. Es sollen keine olympischen Spiele in Berlin stattfinden, aber dafür mit einem Bruchteil des gesparten Geldes 100 Professuren an der TU Berlin im Bereich der Informationstechnologie geschaffen werden.

Eric Schmidt ist als Person vielleicht umstritten, aber konzentrieren wir uns auf die Idee. Hat er Recht? Sebastian Turner ist als Vordenker bekannt. Haben die beiden recht?

Änderungen an der Petition

15.02.2015 18:00 Uhr

Erics Schmidt Stellenbeschreibung ergänzt und den letzten Satz der Begründung verändert.
Neuer Petitionstext: "Die wirksamste Stärkung der Digitalwirtschaft Berlins besteht in der Schaffung von zusätzlilchen 100 IT-Professuren." (Eric Schmidt, Executive Chairman Google, 2014)

Diese Petition möchte die beschriebene Idee aufnehmen. Es sollen keine olympischen Spiele in Berlin stattfinden, aber dafür mit einem Bruchteil des gesparten Geldes 100 Professuren an der TU Berlin im Bereich der Informationstechnologie geschaffen werden.

Eric Schmidt ist als Person vielleicht umstritten, aber konzentrieren wir uns auf die Idee. Hat er Recht? Neue Begründung: Wahrscheinlich ist das für unsere Stadt aktuell die beste Idee überhaupt. Deutschland und Europa hinken digital hinterher. In einer Welt, in der in wenigen Jahren die Hälfte des Bruttosozialprodukts von digitalen Geschäftsmodellen abhängen wird. In einer Welt, in der „Winner-takes-it-all“-Gesetze herrschen, die nicht nur den Automobil- oder Finanzmarkt durcheinanderwirbeln werden. Computerchips werden in sieben Jahren mehr Schaltkreise haben, als das menschliche Hirn Synapsen hat. 2014 war das wärmste je gemessene Jahr in der Geschichte. Apple erzielt 18 Mrd. USD Quartalsgewinn. Exponentielle Entwicklungen kann der Mensch nur schwer greifen, wir sind mitten in einer drin.

Amerikanische Unternehmen haben in der digitalen Welt die Führungsrolle übernommen. Europäische Politiker diskutieren noch über den neuen Deal „Leistung gegen Daten“, viele europäischen Unternehmen stecken aber schon mitten im Überlebenskampf. Mit der geplanten europäischen Datenschutzverordnung werden digitale Geschäftsmodelle hierzulande noch schwerer umsetzbar. Der Mehrwert von Facebook hat 28 Mio. Deutsche bereits überzeugt. Daten machen dieses Geschäftsmodell erst möglich. Eine weitere Zustimmung von jedem Nutzer wird sich Facebook - wie schon früher - leicht einholen. Und so sehr man Matthias Döpfner bewundern kann, Google in glanzvollen Briefen und sogar vor Gericht die Stirn zu bieten, so sehr verunsichert der gleichzeitige Fünf-Jahres Exklusivvertrag, den Springer mit Google zur Vermarktung geschlossen hat. Ist das nicht der Anfang der vollkommenen Abhängigkeit? Sind wir nicht schon da, wo wir nicht sein wollten? Pitchbook meldet für 2014 allein im Silicon Valley dreimal mehr Investitionen in Startups als in der gesamten EU.

In diesem Kampf der Kulturen ist eines von grundsätzlicher Bedeutung: Talent. Man benötigt intelligenten, unternehmerischen und motivierten Nachwuchs, um die Firmen mit Kreativität und Arbeitskraft auszustatten. Unsere IT-Experten müssen sich schon heute mit den Besten der Welt messen. Sie sind auf eine Community angewiesen, die gemeinsam Mittagessen geht und sich zu innovativen Ideen und Technologien austauscht. Eine Community, die Geldgeber anlockt und digitale Großunternehmen schafft. Wir benötigen Zuwanderung, am besten über ausländische Studenten an unseren Universitäten. Ganz Europa braucht ein „Hub“, ein Zentrum für die digitale Wirtschaft. Das Silicon Valley ist aus guten Gründen nicht über die ganze USA verstreut. Manche Geldgeber investieren dort nur in Unternehmen, die sie mit dem Fahrrad erreichen können. Berlin ist sexy und noch günstig für die digitale Elite. Der effektivste Weg zu diesem Hub ist gut ausgebildeter Nachwuchs.

Die Olympischen Spiele in Berlin hingegen wären zum Scheitern verurteilt. Politiker könnten sich so vielleicht ein Denkmal setzen, aber Berlin braucht keine olympischen Spiele. Sotchi schon. Berlin kennt man und es lebt von seinem antikapitalistischen Untergrund-Charme. Könnte ein solch geldorientiertes Event nicht sogar das Gegenteil erreichen? Reich und sexy? Großveranstaltungen haben aufgrund der Profitmaximierung an Ansehen verloren. Man erinnere nur an die negative Volksabstimmung zu Olympia in München. Selbst wenn Berlin in die finale Runde käme, ist nicht mit einer hohen Zustimmungsrate in der Bevölkerung zu rechnen. Das raubt von Anfang an jede Chance. Die Olympischen Spiele in London 2012 haben 14 Mrd. EUR gekostet. Premier Cameron rechnet mit Einspielung der Kosten bis 2016. Wie berechnet man den Nutzen genau, den Olympische Spiele vier Jahre später einer Stadt wie London bringen? Hat Olympia heute noch einen Marketingeffekt für diese Stadt oder geht es nur um die verstärkte Nutzung der neuen Sportstätten? Will Cameron mit dieser Rechnung nicht einfach seine Glaubwürdigkeit behalten?

Gemäß einer vergleichbaren Kalkulation von Bernd Huber, dem Präsidenten der LMU, kosten 100 IT-Professuren ca. 30-35 Mio. EUR pro Jahr. Der Mehrwert, der Stanford für das Silicon Valley gebracht hat, ist ein Vielfaches davon. Google und tausende anderer Unternehmen sind aus dieser Universität heraus entstanden. Bei Spendenaufrufen erhält Stanford Milliarden und nicht nur eine neue Bestuhlung für die Aula, wie das an deutschen Universitäten die Tagesordnung ist.

Liebe Politiker, lassen Sie die Hände von Olympia. Die Veränderungen dieser Zeit sind rasanter, als dass man Sie mit einem Sportevent angehen könnte. Es würde uns helfen, endlich mit sinnvollen Maßnahmen auf den immer schneller fahrenden digitalen Zug aufzuspringen, anstatt über Sportveranstaltungen diskutierend von ihm überrollt zu werden. Berlin hätte mit dieser Maßnahme die einmalige Chance, ein nachhaltiges wirtschaftliches Profil als Europas digitales Zentrum zu entwickeln. Investieren wir in Bildung, nicht in Tourismus.