Bundesregierung muss Verantwortung zu Afghanistan gerecht werden!

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
BMI Bundesministeriums des Innern und für Heimat

1 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

1 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

  1. Gestartet 2022
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Gescheitert

Neuigkeiten

18.01.2024, 20:11

Liebe Unterstützende,
der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach Ende der Unterschriftensammlung keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass die Petition nicht eingereicht oder übergeben wurde.

Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
Ihr openPetition-Team



19.11.2022, 19:23

Wer sind wir?

Wir sind eine Gruppe, die sich aus ehemaligen afghanischen Mitarbeiterinnen deutscher Organisationen, afghanischen Aktivistinnen und Verfechterinnen von Frauenrechten zusammensetzt.
Wir haben für verschiedene deutsche Institutionen und andere Organisationen gearbeitet, die mit der Umsetzung von Entwicklungsprojekten betraut waren; u. A. Menschenrechtsorganisationen und Initiativen für Frauen- und Kinderrechte. Demokratisierungs- und Bildungsprojekte wurden umgesetzt, die Einhaltung des Wahlgesetzes gesichert, ausländische Regierungstruppen unterstützt, an Maßnahmen gegen den Terror der Taliban erfolgte aktive Beteiligung.
Der Kampf gegen Armut wurde ebenso fortgeführt, als Einsatz für Klimaschutz, damit es eine bessere Zukunft für alle Menschen gibt. Vor unserer Evakuierung waren wir im direkten Kontakt mit den Medien, Institutionen der Regierung und einflussreichen Menschen, sind daher bekannte Personen in unserer Gesellschaft und der Nachbarschaft.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Amena Rahemy, KfW Banking Group
BiBi Mariam Arween, FEFA
Anisa Rahman Niazy, WHH Welthungerhilfe
Zala Alami, TDH Terre des Hommes Germany
Hosnia Eftikhari, GIZ/GFA Consulting Group
Brishna Habibi, Save the Children International
Gulbibi Juya, GIZ role of law

im Namen der Gruppe afghanischer Aktivistinnen und weiblicher Ortskräfte


19.11.2022, 19:16

Warum wenden wir uns an Sie?

Wir haben Afghanistan – unsere Heimat – nur aus Sicherheitsgründen verlassen: aus keinem anderen Grund! Wir haben im selben Haushalt wie unsere Familien gelebt und daher bedrohen jegliche Sicherheitsrisiken, die unsere Leben gefährden könnten, auch die ihren!
Die Taliban nutzen jede Gelegenheit, um die Häuser unserer Angehörigen zu durchsuchen.
Unsere Familienmitglieder werden geschlagen, beleidigt, erniedrigt und mit dem Tode bedroht. Darüber hinaus gab es in letzter Zeit Entführungen und mysteriöse Morde an Aktivist:innen, Journalist:innen, internationalen Angestellten und deren Familien durch unbekannte Personen.
Die Lage in Afghanistan ist für Menschen, die sich bekanntermaßen gegen die Taliban eingesetzt haben, sowie für deren Angehörige katastrophal.
Die Tatsache, dass unsere engen Angehörigen noch in Afghanistan sind, schränkt auch uns selbst in unserem Recht auf freie Meinungsäußerung und in unserer menschenrechtsaktivistischen, feministischen und politischen Arbeit ein. Wir haben Angst, uns online oder in anderen Medien zu äußern, denn damit könnten wir unsere Familien in Afghanistan in höchste Gefahr bringen. Viele von uns sind vor diesem Hintergrund in einer schlechten mentalen und physischen Verfassung. Wir sind hervorragend ausgebildet und würden uns gern aktiv in die deutsche Gesellschaft einbringen – die Angst um unsere Angehörigen macht das vielen von uns aber unmöglich. Nachdem die Taliban am 15. August 2021 an die Macht kamen, wurden wir ohne unsere Familien nach Deutschland evakuiert. Uns wurde mitgeteilt, dass nur die Kernfamilie, also Ehefrauen, Ehemänner und minderjährige Kinder, nach Deutschland evakuiert würden. Wir konnten jedoch beobachten, dass viele andere Ortskräfte, Menschenrechtsaktivist:innen und Journalist:innen zusammen mit ihrer ganzen Familie, inklusive ihren Eltern und teilweise sogar mit ihren verheirateten Söhnen und Töchtern nach Deutschland gebracht wurden.
Uns ist dieser Vorgang unverständlich. Die Definition von Kernfamilie ist zu eng, um die Menschen zu schützen, die durch unsere Verbindung zu ausländischen Organisationen und unsere Tätigkeiten im Interesse der Bundesrepublik Deutschland, wie der Staatengemeinschaft in Gefahr sind. Das Leben unserer Eltern, unserer volljährigen Kinder und unserer Geschwister ist bedroht, auch wenn sie nicht unter die sog. “Kernfamilie“ fallen. Sie leben ununterbrochen in der begründeten Angst, dass die Taliban an ihnen Rache üben werden. Zugleich haben unsere Familienmitglieder durch unsere Ausreise auch ihre Versorgungssicherheit verloren, da wir in den meisten Fällen die Hauptverdienerinnen waren. Dass nun verschiedene Maßstäbe gelten sollen, für unsere Angehörigen und für die Familienmitglieder anderer, als gefährdet eingestufter Personen, ist in keiner Weise nachvollziehbar und keinesfalls gerecht. Aus welchem Grund durfte ein Teil der Ausreisenden Angehörige mitnehmen, die nicht zur Kernfamilie gehören, während uns das verwehrt blieb?


19.11.2022, 19:16

Warum wenden wir uns an Sie?

Wir haben Afghanistan – unsere Heimat – nur aus Sicherheitsgründen verlassen: aus keinem anderen Grund! Wir haben im selben Haushalt wie unsere Familien gelebt und daher bedrohen jegliche Sicherheitsrisiken, die unsere Leben gefährden könnten, auch die ihren!
Die Taliban nutzen jede Gelegenheit, um die Häuser unserer Angehörigen zu durchsuchen.
Unsere Familienmitglieder werden geschlagen, beleidigt, erniedrigt und mit dem Tode bedroht. Darüber hinaus gab es in letzter Zeit Entführungen und mysteriöse Morde an Aktivist:innen, Journalist:innen, internationalen Angestellten und deren Familien durch unbekannte Personen.
Die Lage in Afghanistan ist für Menschen, die sich bekanntermaßen gegen die Taliban eingesetzt haben, sowie für deren Angehörige katastrophal.
Die Tatsache, dass unsere engen Angehörigen noch in Afghanistan sind, schränkt auch uns selbst in unserem Recht auf freie Meinungsäußerung und in unserer menschenrechtsaktivistischen, feministischen und politischen Arbeit ein. Wir haben Angst, uns online oder in anderen Medien zu äußern, denn damit könnten wir unsere Familien in Afghanistan in höchste Gefahr bringen. Viele von uns sind vor diesem Hintergrund in einer schlechten mentalen und physischen Verfassung. Wir sind hervorragend ausgebildet und würden uns gern aktiv in die deutsche Gesellschaft einbringen – die Angst um unsere Angehörigen macht das vielen von uns aber unmöglich. Nachdem die Taliban am 15. August 2021 an die Macht kamen, wurden wir ohne unsere Familien nach Deutschland evakuiert. Uns wurde mitgeteilt, dass nur die Kernfamilie, also Ehefrauen, Ehemänner und minderjährige Kinder, nach Deutschland evakuiert würden. Wir konnten jedoch beobachten, dass viele andere Ortskräfte, Menschenrechtsaktivist:innen und Journalist:innen zusammen mit ihrer ganzen Familie, inklusive ihren Eltern und teilweise sogar mit ihren verheirateten Söhnen und Töchtern nach Deutschland gebracht wurden.
Uns ist dieser Vorgang unverständlich. Die Definition von Kernfamilie ist zu eng, um die Menschen zu schützen, die durch unsere Verbindung zu ausländischen Organisationen und unsere Tätigkeiten im Interesse der Bundesrepublik Deutschland, wie der Staatengemeinschaft in Gefahr sind. Das Leben unserer Eltern, unserer volljährigen Kinder und unserer Geschwister ist bedroht, auch wenn sie nicht unter die sog. “Kernfamilie“ fallen. Sie leben ununterbrochen in der begründeten Angst, dass die Taliban an ihnen Rache üben werden. Zugleich haben unsere Familienmitglieder durch unsere Ausreise auch ihre Versorgungssicherheit verloren, da wir in den meisten Fällen die Hauptverdienerinnen waren. Dass nun verschiedene Maßstäbe gelten sollen, für unsere Angehörigen und für die Familienmitglieder anderer, als gefährdet eingestufter Personen, ist in keiner Weise nachvollziehbar und keinesfalls gerecht. Aus welchem Grund durfte ein Teil der Ausreisenden Angehörige mitnehmen, die nicht zur Kernfamilie gehören, während uns das verwehrt blieb?


19.11.2022, 18:42

Teil 1

Was erwarten wir?

Während der letzten Monate, haben wir mit großem Interesse und Bewunderung das politische und zivilgesellschaftliche Engagement beobachtet, mit dem ukrainischen Geflüchteten geholfen wurde.
Wir halten diese Haltung den Flüchtenden gegenüber für angemessen und richtig.
Doch kommen wir nicht umhin, zu fragen, wo gleiche Unterstützung für unsere Familien in Afghanistan bleibt, die immer noch um ihr Leben fürchten und deren Situation sich in absehbarer Zeit noch verschlimmern wird. Beobachter:innen sind der Überzeugung, dass die Taliban die Ablenkung der internationalen Gemeinschaft durch den Krieg in der Ukraine nutzen werden, um weitere extreme Regelungen im Land einzuführen.
Wir erinnern uns genau an die Tage nach dem 15. August 2022, als die deutsche Regierung versprochen hatte, alle Ortskräfte und ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Es gab damals keine erkennbare Intention, die Familien zu trennen. Das Schicksal der Menschen in Afghanistan darf nicht vergessen werden.
Deutschland muss seiner Verantwortung gerecht werden, gerade gegenüber den Menschen, die ihm dienten! Wir mussten unser Land, unsere Karrieren, unsere Familien und viele unserer Träume zurücklassen, weil wir mit internationalen Truppen und Organisationen zusammengearbeitet haben.
Unsere Forderung an die deutsche Regierung ist, dass Sie ihr Versprechen einhält, unsere Familien in Sicherheit zu bringen! Für das kommende Bundesaufnahmeprogramm ist es unabdingbar, dass die Bundesregierung uns die Möglichkeit gibt, unsere Familienangehörigen auf die Liste der Personen zu setzen, die beschützt und nach Deutschland evakuiert werden müssen. Wir sind eine starke und große Gruppe ehemaliger Ortskräfte, und haben uns entschieden aufzustehen, unsere Stimmen für die Sicherheit unserer Familien zu erheben und unsere Forderungen auf friedliche Art und Weise an politische Entscheidungsträger:innen, die Medien und weitere Organisationen heranzutragen, damit unsere Rechte unterstützt werden!


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