Region: Germany
Education

Die Humboldt-Uni nahm über 11 Jahre Geld von einer korrupten Diktatur an. Wir fordern Aufklärung!

Petition is directed to
Humboldt-Universität zu Berlin
617 Supporters 359 in Germany
1% from 50.000 for quorum
  1. Launched 19/11/2021
  2. Time remaining > 4 Wochen
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision

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Änderungen an der Petition

at 19 Nov 2021 15:22

Verbformen in Paragrafen 2 und 3 geaendert zu Praeteritum, es war in Present geschrieben.


Neuer Petitionstext:

English version

               Initiative für eine unabhängige und transparente Wissenschaft  

                             9. November 2021

Die Finanzierung des Stiftungslehrstuhls „Geschichte Aserbaidschans“ an der Humboldt-Universität zu Berlin durch eine Diktatur muss vollständig aufgearbeitet werden!  

Gemeinsam für eine unabhängige und transparente Wissenschaft

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Wir fordern eine Aufarbeitung der Einrichtung des Stiftungslehrlehrstuhls für die Geschichte Aserbaidschans. Die Finanzierung des Lehrstuhls mit erheblichen Mitteln des aserbaidschanischen Staates hat seit seiner Gründung erhebliche Zweifel an der Wissenschaftsfreiheit sowie der Unabhängigkeit des (deutschen) Bildungswesens hervorgerufen.

Im Oktober 2010 wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin der Lehrstuhl „Geschichte Aserbaidschans“ eingerichtet, dessen Finanzierung über die Berliner Botschaft des autoritären Aserbaidschan läuftließ – einem Land, dem Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch seit Jahrzehnten eklatante Verletzungen demokratischer Grundrechte wie der Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit bei gewaltsamer Verfolgung politischer Gegner und Aktivisten vorwerfen. 

Die Humboldt-Universität zu Berlin lässtließ sich nicht nur als bisher deutschlandweit einzige Hochschule einen Lehrstuhl von einer Diktatur finanzieren, sondern versäumtversäumte es, die in höchstem Maße fragwürdigen Verwicklungen der Lehrstuhlinhaberin Prof. Dr. Eva-Maria Auch mit dem aserbaidschanischen Regime unmissverständlich zu verurteilen.  

Im Rahmen einer Reise nach Aserbaidschan gratulierte Frau Auch den Vertretern Aserbaidschans zum Sieg über die armenische Bevölkerung im Krieg um Berg-Karabach (Arzach; 27.09.2020 bis 10.11.2020) und besuchte den „Militärischen Trophäenpark“. Dort sind u.a. Wachspuppen ausgestellt, die sterbende armenische Soldaten darstellen – umgeben von Kriegsbeute wie Helme und Waffen gefallener Armenier. Die Skulpturen greifen anti-armenische Stereotypen des 19. Jhs. („hakennasig”, „gierig”) bzw. antisemitische Tropen auf. Dem aserbaidschanischen Menschenrechtler Bahruz Samadov zufolge spiegelt die Entmenschlichung der armenischen Gegner durch den Trophäenpark, die auch in Aserbaidschan viele Menschen schockiert haben soll, die dort seit Jahren herrschende Logik der Ausgrenzung wider, nämlich dass innere und äußere Feinde des Aliyev-Regimes eliminiert werden müssen.

Rückblickend deklariert Frau Auch die „aktuelle massive Kritik“ an ihrem Besuch des Trophäenparks als Ausdruck von Missverständnissen. Sie sieht sich als Opfer einer Verschwörung, die wissenschaftliche Forschung zu Aserbaidschan aus politischen Gründen verhindern wolle. Dabei spricht sie explizit von einer “Kampagne”, die im “deutschen Wahlkampf wohlfeil” und von “Kampagnenführern” orchestriert sei – ohne auch nur den Versuch zu unternehmen, ihre schwerwiegenden Anschuldigungen zu begründen bzw. Beweise für eine solche Verschwörung vorzulegen. Zudem wird auf eine dezidierte Stellungnahme zur Kritik an der Finanzierung des Lehrstuhls verzichtet. Dabei ist diese mehr als berechtigt.

Es sind unstrittige Tatsachen, 

  • dass Aserbaidschan völkerrechtswidrig und unter Verletzung des Waffenstillstandsabkommens von 1994 im Herbst 2020 eine Großoffensive auf Berg-Karabach begonnen hat – militärisch unterstützt durch das NATO-Mitglied Türkei und syrische Söldner, wie auch vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages bestätigt; 
  • dass das Regime von Machthaber Ilham Aliyev Amnesty International zufolge die Wirren des Krieges nutzte, um verstärkt gegen politische Gegner vorzugehen;
  • dass Aserbaidschan systematisch versucht, Europäische Delegierte und Abgeordnete des Deutschen Bundestags für seine antidemokratische Agenda einzuspannen. So sind derzeit mehrere CDU-Politiker mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert: unter ihnen Axel Fischer, Eduard Lintner und die kürzlich verstorbene Karin Strenz. Luca Volontè, der ehemalige Vorsitzende der EVP im Europarat, wurde zu einer vierjährigen Haftstrafe wegen Korruption durch Aserbaidschan verurteilt;
  • dass das Aliyev-Regime seine Lobbyarbeit u.a. gezielt mittels Praktikanten im Deutschen Bundestag voranzubringen versucht, wobei die Humboldt Universität zu Berlin eine von drei wissenschaftlichen Partnerorganisationen dieses Praktikantenprogramms ist. 

Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 5 (4 in Deutschland)


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