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  • OB Brand im Interview zu Fragen nach Baustil und Umgang mit historischen Bauwerken (Wochenblatt, 18.8.2016)

    23-08-16 10:14 Uhr

    (...)
    Frage: Hat Friedrichshafen einen Baustil?
    Brand: Das ist eine gute und berechtigte Frage. Ja! Ein Großteil der Friedrichshafener Baukultur und des Baustils ist geprägt von der Zeit des Wiederaufbaus. In einem Vorzeigebeispiel sitzen wir gerade: Das Rathaus wurde Mitte der fünfziger Jahre gebaut, geprägt von jener Zeit. Es gab ein schnelles, auch anorganisches Wachstum in einer Zeit, als der Zuzug nach Friedrichshafen sehr groß war. Ich denke aber auch an die Eröffnung des Zeppelin-Museums vor 20 Jahren und parallel dazu die Sanierung von Altstadtquartier und Hafenbahnhof: Da hat der Gemeinderat vor einem Vierteljahrhundert die richtige Weichenstellung für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung geleistet. Den typischen Häfler Baustil, der vom Spätmittelalter geprägt ist wie in vielen Städten, den finden Sie hier aber eben nicht.
    Der Stil beim Bauen ist ins Gerede gekommen. Kritiker lästern, in Friedrichshafen gelinge vor allem die Quadratur des Betons. Man vermisst Respekt vor historischem Bauwerk. Ist der Abriss vom Hotel Schöllhorn ein möglicher Wendepunkt in der Diskussion?
    Brand: Das Thema Schöllhorn führte zu der für die Zukunft wichtigen Frage: Wie gehen wir mit Gebäuden um, die nicht denkmalgeschützt sind, aber zu denen viele Häfler persönliche Beziehungen haben? Wir haben auch die Frage mitgenommen, wie die Stadt Grundstücke sichern kann, die für die Stadtentwicklung bedeutsam sind. Unsere Diskussion geht bis hin zu der Frage, ob es einen Gestaltungsbeirat braucht, der uns – also Gemeinderat und Verwaltung – begleitet und berät. Es geht um die Frage: Wie entwickelt sich eine Stadt architektonisch? Das sind gute Gedanken, die Erster Bürgermeister Dr. Köhler auch noch in die Gremien einbringen will. Da sind wir auf einem guten Weg, wir sind durch die Diskussion sensibler und aufmerksamer geworden.
    Ein interessanter Aspekt dabei: Transportiert hat diese Kritik ein ganz neues Medium – eine Gruppe bei Facebook, die gegründet wurde von Ihren Gesprächspartnern in Sachen Schöllhorn-Hotel. Es ist eine Facebook-Gruppe mit 8000 Mitgliedern. Das hat Gewicht. Wie sehen Sie das?
    Brand: Also, meine Ansprechpartner waren Herr Liptau und Herr Schwarz direkt und außerhalb der Gruppe. Mir ist wichtig, dass man solche Dinge nicht im Internet bespricht, sondern im Gespräch, im Austausch von Argumenten und der Entwicklung von Ideen. Die Diskussion mit Herrn Liptau und Herrn Schwarz ist noch in Gange. Das ist besser und nachhaltiger, als ein Like oder ein Dislike zu posten.
    Aber damit kann man Meinung machen.
    Brand: Ja, aber Meinung machen auf Facebook ersetzt nicht das Gepräch miteinander. Das Gespräch, das ich mit Herren Liptau und Herrn Schwarz hier hatte, das brauchte Zeit, war aber auch gut.
    (...)

    (Artikel: www.wochenblatt-online.de/de/lokales/detail-ravensburg/article/bei-wohnungen-da-geht-einiges.html)

  • Karikatur in der Schwäbischen Zeitung:

    23-08-16 10:11 Uhr

    So mancher Häfler stößt im Urlaub in fernen Ländern auf historische Bauten - oder das, was noch davon übrig ist. „Das Hotel Schöllhorn lässt grüßen“, titelt der Karikaturist Stopper der Schwäbischen Zeitung. (31.7.2016)

  • Verkettung von Unglücken (Kommentar von Hagen Schönherr in der SZ, 23.07.2016)

    23-08-16 10:05 Uhr

    Kommentar sz Es ist die berühmte Verkettung unglücklicher Umstände, die dem Denkmal „Hotel Schöllhorn“ den Garaus gemacht hat.

    Da waren Denkmalschützer überlastet, wurden jahrzehntealte Unterlagen nie in Frage gestellt – und als endlich ein Bürger erkannte, dass im schäbigen Hotel ein Denkmal steckt, war es zu spät.

    Einen Schuldigen der Entwicklung auszumachen, scheint schier unmöglich. Umso bedauerlicher ist es, dass sich die Beteiligten nicht auf den vorgelegten Kompromiss aus den Händen des Investors einigen konnten.

    (Artikel: www.schwaebische.de/region_artikel,-Verkettung-von-Ungluecken-_arid,10495605_toid,310.html)

  • "Denkmal wurde 25 Jahre lang nicht geprüft: Dokumente belegen Entscheidungen, die zum Abriss des „Hotel Schöllhorn“ führten" (SZ, 23.7.2016)

    23-08-16 10:04 Uhr

    Friedrichshafen sz Das historische „Hotel Schöllhorn“ hat 192 Jahre lang das Gesicht der Friedrichstraße mitgeprägt. Seit April ist das Haus, kurz vor dem Abriss zum Denkmal erklärt, Geschichte. Ob es so weit kommen musste, darf nun erneut in Frage gestellt werden: Mails aus Stadtverwaltung und Regierungspräsidium lassen Vorgänge um den Abriss in neuem Licht erscheinen.

    Wochenlang hatte der Streit um das Haus aus den Geburtsjahren Friedrichshafens zu Jahresbeginn für Gespräche gesorgt. Auf der einen Seite: Ein Investor, der einen neuen Gebäudekomplex errichten wollte. Auf der anderen Seite: Ein Historiker, der das Haus zum Denkmal erklären ließ. Die Erklärung vom Dezember 2015 kam allerdings zu spät, um den bereits im April 2015 genehmigten Abriss zu verhindern.

    Was bisher unbekannt war: Bereits im Jahr 2013 hätte erkannt werden können, dass im runtergekommen „Hotel Schöllhorn“ ein Denkmal steckt. Damals sollte das Landesamt für Denkmalpflege in Stuttgart eine Bestandsaufnahme des Gebiets rund um Bahnhof und Friedrichstraße vornehmen sollen. Der Auftrag: Denkmäler finden und überprüfen. Das belegen E-Mails, die der Schwäbischen Zeitung vorliegen.

    Behörde überlastet
    „Auslastungsbedingt“, schreibt damals ein Beamter an die Stadt, habe die Prüfung nicht stattfinden können. Der Beamte der chronisch unterbesetzten Behörde bittet die Stadt Friedrichshafen daher, selbst zu prüfen „ob in ihrem Neuordnungskonzept alle Kulturdenkmäler enthalten sind.“ Doch auch in Friedrichshafen geht niemand in die Friedrichstraße und sieht nach, ob es an der ältesten Straße der Stadt eventuell noch Denkmäler gibt. Stattdessen vergleichen Mitarbeiter nur, ob bereits bestehende Denkmäler korrekt in Karten und Unterlagen übertragen wurden. „Ein gängiges Vorgehen“, sagt ein Szenekenner.

    Mit der 2013 verwendeten Liste von Denkmälern beruft sich die Stadt allerdings auf eine Kartierung, deren Ursprünge in die 1980er-Jahre reichen: „Im Jahr 1988 erhielt die Stadt die Liste der Denkmalobjekte vom Landesamt für Denkmalschutz (LfD) mit der Bitte um Stellungnahme. Das Hotel Schöllhorn war in dieser Liste nicht enthalten“, teilt Stadtsprecherin Monika Blank auf SZ-Anfrage mit. Damit war die Chance für das Hotel, ein Denkmal zu werden, allerdings noch nicht vertan:

    1991, vor 25 Jahren, gab es einen neuerlichen Termin in Tübingen. Erneut sollte die Liste der Denkmäler von Friedrichshafen geprüft werden. Das Hotel Schöllhorn sei damals seitens der Stadt als Denkmal vorgeschlagen, aber von Tübingen als nicht erhaltenswert im Sinne des Denkmalschutzgesetzes bewertet worden, berichtet Blank weiter. Seither habe man das Gebäude von Seiten der Stadt nicht mehr als „Kulturdenkmal“ weiterverfolgt.

    Das erklärt zwar, warum das Hotel Schöllhorn auch 2013 durch das Raster der Denkmalschützer gerutscht sein könnte. Aber warum ist es dann 2015, kurz nach vorhandener Abrissgenehmigung, doch noch zu einem Denkmal geworden? Das LfD bescheinigt dem Haus schließlich in einer Mail vom 19. November 2015 eine „Denkmalfähigkeit“, die „im Wesentlichen auf dem äußeren Erscheinungsbild“ des Vorderhauses und seiner Lage an der Einmündung der Karl- in die Friedrichstraße beruhen würden. Das Haus wird Denkmal. Vier Monate später kommt der Abrissbagger.

    Dass es fast 30 Jahre nach der ersten Erörterung eine gänzlich andere Bewertung der Denkmalschützer gab als zuvor, erklärt ein Sprecher des LfD auf SZ-Anfrage folgendermaßen: Erstens sei heutzutage eine „neue Generation an Denkmalschützern“ im Dienst der Behörden. Diese würden neue Maßstäbe an Denkmäler anlegen. Zweitens seien nach der Denkmal-Anfrage des Häfler Bürgers „bislang nicht bekannte Archivalien“ aufgetaucht, die das Haus in neuem Licht dargestellt hätten.

    Weil die Stadt Friedrichshafen dem Bauherrn zu diesem Zeitpunkt aber längst eine Abrissgenehmigung erteilt hatte, gab es zu diesem Zeitpunkt angeblich kein zurück mehr: Der Investor durfte das zum Denkmal erklärte Haus abreißen.

    Investor wollte Kompromiss
    Der Schwäbischen Zeitung liegen nun ebenfalls Unterlagen vor, die selbst zu diesem Zeitpunkt noch einen weiteren Ausweg aus dem Denkmaldilemma ermöglicht hätten. Offenbar hat sich der Investor, das Bauunternehmen Junker, bemüht, die Fassade des „Hotel Schöllhorn“ zu bewahren.

    Datiert auf den 18. Januar 2016 gibt es einen Vorentwurf eines Architekten (siehe Grafik), der einen Umbau des Hauses mit dem weitgehenden Erhalt der historischen Fassade samt Wiederherstellung der ursprünglichen Ansicht des Erdgeschosses kombiniert. Das Innere und die nicht sichtbare Rückseite des Hauses wären aber stark verändert worden

    Diese Pläne lehnte das LfD ab: „Die Realisierung der Planung hätte wegen der massiven Eingriffe in die Bausubstanz zum Verlust der Denkmaleigenschaft geführt“, so die Beamten.

    (Artikel: www.schwaebische.de/region_artikel,-Denkmal-wurde-25-Jahre-lang-nicht-geprueft-_arid,10495606_toid,310.html)

  • "Stadt Friedrichshafen will sich besser um ihr kulturelles Erbe kümmern" (Südkurier, 14.6.2016)

    14-06-16 22:57 Uhr

    Friedrichshafen (dim) Der Gemeinderat wird sich im Juli mit der Frage auseinandersetzen, wie historische Bauten, die nicht unter Denkmalschutz stehen, vor einem Abriss bewahrt werden können. Auslöser für eine solche Debatte im Rat war der Protest gegen den Abriss des ehemaligen Hotels "Schöllhorn" an der Friedrichstraße. Oberbürgermeister Andreas Brand informierte am Montag die Mitglieder des Finanz- und Verwaltungsausschusses über ein Gespräch, dass er gemeinsam mit Baubürgermeister Stefan Köhler mit Peter Liptau, dem Initiator einer Online-Petition zum Erhalt des "Schöllhorn", und Josef Schwarz, einem der Unterstützer der Petition, geführt habe. Liptau und Schwarz hätten in dem Gespräch ihre Sorge vorgetragen, dass auch nicht unter Denkmalschutz stehende historische Bauten nicht einfach aus dem Stadtbild verschwinden sollten. Das Gespräch sei sehr sachlich und zukunftsgerichtet gewesen.
    Bereits während des Gesprächs seien erste Ideen und Gedanken entwickelt worden, wie der Schutz solcher stadtgeschichtlich wichtiger Gebäude in Zukunft besser gewährleistet werden könne, sagte OB Brand. Doch er setze jetzt nicht auf Schnellschüsse der Verwaltung. In dieser Frage sei der Gemeinderat gefragt. Und deshalb werde sich das Thema im Juli auf der Tagesordnung des Gemeinderats wie auch der zuständigen Ausschüsse finden. Dann könnte, so der OB, möglicherweise künftig eine so "kraftvolle Auseinandersetzung" wie um das ehemalige Hotel "Schöllhorn" vermieden werden.
    „Wir unterstützen die Stadt gerne bei den weiteren Diskussionen um Stadtentwicklung und um die Frage, wie die Stadt in Zukunft mit bauhistorisch wichtigen und stadtbildprägenden Gebäuden umgehen kann“, sagte Peter Liptau nach dem Gespräch mit der Verwaltungsspitze. Nun gelte es, die Gespräche fortzusetzen und gemeinsam das weitere Vorgehen zu klären, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung nach dem Gespräch. „Das Gespräch hat uns gezeigt: Es geht uns allen um Friedrichshafen“, betonten zum Abschluss alle Gesprächsteilnehmer. Nun gehe es um eine konstruktive Fortsetzung.

    (Artikel: www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/friedrichshafen/Stadt-Friedrichshafen-will-sich-besser-um-ihr-kulturelles-Erbe-kuemmern;art372474,8758210?utm_campaign=Echobox&utm_medium=Social&utm_source=Facebook#link_time=1465916636)

  • "Baubürgermeister Stefan Köhler verteidigt Schöllhornabriss, kündigt Denkmalprüfung an und stellt sich vor Investoren" (SZ, 4.6.2016)

    04-06-16 11:15 Uhr

    "Die Kritiker, die das anders sehen, sollen sich doch bitte zusammentun, Geld in die Hand nehmen, und es besser machen." (zit. im Interview als Subunterschrift im Portrait, siehe Bild)

    Stefan Köhler stellt sich den Fragen der Schwäbischen Zeitung, erschienen bisher nur in der Printausgabe, von der der Scan als Bild verfügbar ist. (4.6.2016)

  • Warum Friedrichshafen mehr Denkmäler braucht: Der Bauhistoriker und Online-Aktivist Peter Liptau über alte Gemäuer und sein Ziel, sie zu schützen

    04-06-16 11:11 Uhr

    Interview mit der SZ, veröffentlicht am 25.5.2016, geführt am 18.5.2016:

    Friedrichshafen sz Vom historischen Hotel Schöllhorn in Friedrichshafen ist nichts mehr übrig - außer dem Gefühl, dass es in Friedrichshafen noch mehr unbekannte oder ungeschützte Denkmäler geben könnte. Der Bauhistoriker Peter Liptau, Kopf hinter dem Facebook-Forum „Damals, gestern, heute“ zur Stadtgeschichte, hat mit Hagen Schönherr über schützenswerte Gebäude und die Frage, ob ein Denkmal schön sein muss, gesprochen.

    Herr Liptau, die Stadt Friedrichshafen hat jüngst eine Liste mit Kulturdenkmälern veröffentlicht. Eine ganze Menge, oder?

    Im Gegenteil. Ich finde zum Beispiel die Zahl der Denkmäler im Stadtkern Friedrichshafens überraschend klein. Das wirkt, als habe man irgendwann einmal eine Inventur der Denkmäler dieser Stadt gemacht - und dann vergessen, die Liste fortzuführen und regelmäßig zu ergänzen.

    Aber es kann doch in Friedrichshafen nicht viele Denkmäler geben. Die Stadt wurde im Krieg zerstört.

    Trotzdem gibt es hier noch viele Gebäude aus der Vorkriegszeit, zum Beispiel in der Karlstraße oder der Friedrichstraße. Oft wissen wir gar nicht, wie alt manches Gemäuer hier ist, weil die Gebäude verändert wurden. Außerdem gibt es schützenswerte Gebäude, die auch nach dem Krieg errichtet wurden. Das Graf-Zeppelin-Haus oder das Rathaus, beide schon auf der Denkmal-Liste, sind beste Beispiele dafür,

    Wer einen Blick in Foren im Internet wirft, stellt fest: Vor allem das Rathaus gilt vielen nicht als Denkmal, sondern schlicht als hässlich.

    Ob ein Gebäude ein Denkmal ist, hat zunächst nichts mit seinem Aussehen oder der Frage schön oder nicht schön zu tun. Das verstehen viele Menschen falsch. Das Rathaus ist das beste Beispiel dafür: Es muss einem nicht gefallen. Aber es ist ein markanter Beleg für die Architektur seiner Zeit, in den 50er-Jahren galt es sogar als extrem modern. Außerdem sind große Teile des Gebäudes und sogar der Ausstattung noch gut erhalten – bis hin zu den Stühlen. Wer verstehen will, wie Menschen und Architekten in den 50er-Jahren gedacht haben, muss sich nur dieses Gebäude ansehen. Ein gutes Beispiel in dieser Frage ist übrigens das Kellergewölbe des Einstein-Geburtshauses in Ulm: Vielleicht ist das nicht „schön“ im klassischen Sinn, zumal es nicht immer sichtbar war. Hätte Lieschen Müller dort gewohnt, man hätte die Überreste zu Recht plattgemacht. Aber es ist ein Symbol seiner Zeit und deshalb erhaltenswert. Für Friedrichshafen markiert das Rathaus seinerseits den Start in eine neue Zeit nach dem Krieg. Es ist Symbol des Wiederaufbaus.

    Gibt es mehr Beispiele?

    Der Hafenbahnhof natürlich. Es gab Zeiten, da hätte kaum einer protestiert, wenn man ihn, damals als „Klotz“ bezeichnet, abgerissen hätte. Heute ist er ein unbestrittenes Identifikationszeichen unserer Stadt.

    Also haben wir doch schöne Denkmäler. Brauchen wir noch mehr?

    Ja, denn die Suche nach schützenswerten Bauten kann nicht an irgendeinem Punkt beendet werden. Das Beispiel Hotel Schöllhorn belegt: Die Verantwortlichen haben oft nicht genau genug hingeschaut, was in unseren Straßen steht. Wir brauchen nicht nur eine Liste an Denkmälern, sondern auch eine Liste. die sagt „aufgepasst!“, wenn mit diesem oder jenem alten Haus etwas passieren soll, müssen wir genauer hinsehen, ob das auch in Ordnung ist. Das will ich Oberbürgermeister Brand bei einem Treffen im Juni empfehlen. Er hat mich eingeladen und es freut mich, dass er das Thema ernst nimmt. Mir geht es nicht darum, jedes x-beliebige alte Haus zu bewahren, sondern Gebäude und Orte zu finden, die Geschichte erzählen.

    Haben Sie konkrete Vorschläge, welche Gebäude in der Stadt noch schützenswert wären?

    Ich habe ein paar Ideen und bin auf der Suche nach noch mehr Vorschlägen. Nur ein paar Beispiele: Über den Denkmalwert des Schulmuseums sollte einmal nachgedacht werden, auch in der Karlstraße habe ich ein Gebäude im Visier. Dann gibt es das alte Haus von Blumen Hirscher in der Charlottenstraße und diverse Gebäude in der Riedleparkstraße. Kaum einer nimmt diese Häuser bewusst wahr – aber drin streckt etwas Besonderes und manche sind sogar richtig schön.

    Woher kommt ihr Eifer?

    Erstens komme ich aus Friedrichshafen und damit habe ich zwangsläufig eine Liebe zu meiner Heimatstadt entwickelt. Dazu kommt mein Beruf als Bauhistoriker, also auch ein fachliches Interesse. Der Ulmer Baubürgermeister hat einmal gesagt, „Außenwände von Gebäuden sind die Innenwände des öffentlichen Raums“. So sehe ich das auch.

    (Artikel: www.schwaebische.de/region_artikel,-Warum-Friedrichshafen-mehr-Denkmaeler-braucht-_arid,10457459_toid,310.html)