openPetition wird europäisch. Wenn Sie uns bei der Übersetzung der Plattform von Deutsch nach Deutsch helfen wollen, schreiben Sie uns.
close

Kurzlink

  • Beschluss des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

    11-01-17 02:22 Uhr

    Pet 3-18-10-788-024882



    Forstwirtschaft



    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 15.12.2016 abschließend beraten und

    beschlossen:



    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden

    konnte.

    Begründung



    Der Petent möchte gesetzliche Regelungen erreichen, so dass in der Forstwirtschaft

    nur noch Maschinen, Anlagen bzw. Methoden eingesetzt werden, die das Kapillar-

    und Pilzgeflechtsystem der Bäume im Wald nicht schädigen, sondern entwickeln.

    Er führt aus, dass nach neuesten Erkenntnissen Bäume über das System der

    Pilzgeflechte Energiestoffe und Informationen austauschen würden. Dies sei für das

    „Gedeihen der Wälder“ von entscheidender Bedeutung und könne durch

    unterschiedliche Methoden ermöglicht werden, z. B. durch eine Bewirtschaftung der

    Wälder mit Pferden oder evtl. auch mit entsprechenden „Computer-

    Robotersystemen“.

    Auch seien Anwendungen wie in Kanada und Alaska möglich, wo mittels Helikoptern

    die Bäume herausgehoben würden. Eine Anwendung von traditionellen bewährten

    Drahthebel- und Kransystemen wäre ebenfalls denkbar.

    Es handelt sich um eine öffentliche Petition, die auf den Internetseiten des

    Deutschen Bundestages veröffentlicht und diskutiert wurde. 86 Mitzeichnende haben

    das Anliegen unterstützt. Der Petitionsausschuss hat im Rahmen seiner

    parlamentarischen Prüfung der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre

    Auffassung zu dem Anliegen darzulegen. Die Prüfung des Petitionsausschusses

    hatte unter Berücksichtigung der von der Bundesregierung dargestellten Aspekte das

    im Folgenden dargestellte Ergebnis:

    Deutschland verfügt über 11 Millionen Hektar produktive und leistungsfähige Wälder.

    Diese werden bereits seit Generationen nachhaltig forstwirtschaftlich bewirtschaftet.



    Die zuverlässige und ortsnahe Rohstoffversorgung ist Grundlage für eine

    leistungsfähige und weltweit wettbewerbsfähige Holz- und Papierwirtschaft.

    Neben der Produktion des natürlichen Rohstoffes Holz erfüllt der Wald weitere

    Funktionen. Er ist Erholungsraum für die Menschen, Lebensraum für Tier- und

    Pflanzenarten, Trinkwasserfilter, Kohlenstoffsenke u.v.m. Wie in der Petition

    dargestellt wurde, sind wichtige Voraussetzung für den Erhalt und den Aufbau von

    arten- und strukturreichen Wäldern gesunde Böden. Bei der Holzernte ist gängige

    Praxis, die Befahrung auf wenige Befahrungslinien zu konzentrieren. Es handelt sich

    dabei nach den Ausführungen der Bundesregierung um so genannte Rückegassen.

    Dies bedeutet, dass keine flächige Befahrung der Wälder mehr stattfindet, so dass

    der überwiegende Teil der Waldböden unbelastet bleibt. Darüber hinaus gibt es das

    Bestreben, auch auf den Befahrungslinien eine Störung des Bodengefüges so weit

    wie möglich zu vermeiden.

    Die Bundesregierung hat mitgeteilt, dass das Bundesministerium für Ernährung und

    Landwirtschaft (BMEL) das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF)

    beauftragt hat, sich intensiv mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen und

    nach Lösungen zu suchen. Ziel ist es, den Schutz der Böden und damit auch der

    Kapillar- und Pilzgeflechtsysteme bei der Holzernte weiter zu verbessern. Der

    Petitionsausschuss weist auf die online eingestellten Informationen unter

    www.kwf-online.de hin. Das KWF hat so genannte „Thementage“ zu speziellen

    Themen eingeführt. Diese finden zwischen den alle vier Jahre stattfindenden großen

    KWF-Tagungen statt. Der Bodenschutz beim Forstmaschineneinsatz in der Holzernte

    spielt bei diesen Thementagen immer eine herausragende Rolle. Der Einsatz von

    Pferden und innovativen Seilkranverfahren wird dort präsentiert, um ihn weiter zu

    forcieren.

    Weiterhin fördert das BMEL über spezielle Förderprogramme wie den

    Waldklimafonds oder das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe innovative

    Entwicklungen und Verfahren zum Schutz der Böden bei der Holzernte.

    Informationen sind erhältlich unter www.waldklimafonds.de bzw. www.fnr.de. Die

    Bundesregierung hat ausgeführt, dass über diese Förderprogramme Entwicklungen

    wie eine spezielle Holzerntemaschine (Portalharvester) oder ein Flachlandseilkran

    unterstützt wurden. Diese wurden auf den o.g. Thementagen präsentiert. Zudem gibt

    es weitere Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene.

    Der Petitionsausschuss hält daher die gesetzlichen Grundlagen zum Schutz der

    Waldböden für ausreichend, da über die Förderprogramme gezielt Anreize zur



    weiteren Verbesserung des Bodenschutzes gesetzt werden. Er empfiehlt, das

    Petitionsverfahren abzuschließen, da dem Anliegen nicht entsprochen werden

    konnte.

    Begründung (PDF)