• Petition in Zeichnung - Stand der Dinge

    at 10 Jul 2018 11:12

    Liebe Unterzeichner der Petition!

    Es bleiben nur noch wenig Zeit bis die Petitionslaufzeit am 25. Juli zuende geht. Inzwischen haben wir unser ursprüngliches Ziel von 500 Unterschriften weit übertroffen, und wir sind mit sehr vielen Menschen zum Thema Gärtnerplatz Fußgängerzone ins Gespräch gekommen.

    Egal wieviele Unterschriften letzendlich gesammelt werden, gibt es keine "Garantie", dass die Politik sich mit der Initiative beschäftigt und das Konzept teilweise oder vollständig umsetzt. Wir hoffen aber sehr, dass zumindest ein erster Teil probeweise nächsten Sommer umgesetzt wird: die Grünen im Rathaus (insbesondere Dr. Florian Roth) haben nämlich einen Antrag gemacht, den Kreisverkehr um den Gärtnerplatz für den individuellen Durchgangs- und Parksuchverkehr zu sperren, und die wenige Anliegerparkplätze auf den Gärtnerplatz abzuschaffen. Uns wäre auch wichtig, eine ähnliche Umgestaltung der Reichenbachstraße zwischen Gärtnerplatz und Viktualienmarkt zeitnah hinzubekommen. Dies wurde bereits von den FDP'ler im Rathaus (Thomas Ranft) beantragt.

    Außerdem haben wir mit dem Bezirksausschuss über unser Konzept gesprochen, mit gemischem Erfolg. Die Idee, den Verkehr im Viertel anders zu gestalten, scheint zuletzt 2015 diskutiert worden zu sein, mit dem Ergebnis, das vorerst nichts unternommen wurde. Dies wurde damit begründet, dass sich in einer Umfrage der betroffenen Bewohner keine Mehrheit um eine der vorgeschlagenen Alternativen gebildet hatte.

    Außerdem bestehen einige Bedenken. Wird das Problem nächtliche Partylärm durch die Umsetzung einer Fußgängerzone akuter? Führt eine Fußgängerzone zu einer Beschleunigung der Gentrifizierung (insbesondere eine weitere Steigerung der Immobilien- und Mietpreise)? Bestehen ausreichende Alternativen zum privaten Autoverkehr, in Form von ÖPNV, Carsharing, Fahrradinfrastruktur, und breite Gehwege? Wenn Anliegerparkplätze auf der Straße abgeschafft werden sollen, bestehen genug private Parkplätze (in Tiefgaragen und öffentliche Parkgaragen) die gemietet werden können, um den Bedarf von denjenigen Viertelbewohnern zu decken die weiterhin ein eigenes Auto haben wollen?

    Wir sind weiterhin der Meinung, dass mehr Grünflächen im Viertel und weniger Autoverkehr zu einer Senkung der Lärmpegel führen wird. Wir sehen das Problem Gentrifizierung/Immobilienpreise als ein Anderes, das mit gezielten Maßnahmen zu begegnen ist -- keine Lösung ist es jedenfalls, alle Lebensqualität erhöhenden Maßnahmen (wie unsere Initiative) zu verhindern, mit der Hoffnung, dass eine unveränderte Attraktivität des Viertels zu unveränderten Immobilienpreisen führt. Lebensqualität steigern ist doch einer der grundlegensten Aufgaben der Politik. Und Parkplätze privat mieten möge teuerer sein, als ein Anliegerparkschein zu benutzen -- aber wir sind der Meinung, dass Autobesitzer bereit sein müssen, die Externalitäten (inklusive Platzverbrauch) zu bezahlen, die sie verursachen. Und unbenutzte, private Parkplätze gibt es im Viertel zuhauf.

    Wir bedanken uns sehr bei euch für die Unterstützung in Form von euren Unterschriften -- die bisher 750+ gesammelten Unterschriften haben bereits in den Medien für viel Aufsehen gesorgt. Weiter so!

    Mit herzlichen Grüßen aus dem Gärtnerplatzviertel

    Nickel & Boes
    Initiative Gärtnerplatz Fußgängerzone

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