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  • Die Petition wurde eingereicht

    27-04-15 18:37 Uhr

    Liebe Unterzeichnende, soeben haben wir unsere Petition "Gegen die Verschlechterung der Betreuungssituation in Sachsen" bei Kerstin Lauterbach, Vorsitzende des Petitionsausschusses im Sächsischen Landtag, eingereicht.
    Wir halten Euch / Sie auf dem Laufenden!
    Herzliche Grüße
    Cornelia Eichner
    für den Stadtelternrat Dresden
    stadtelternrat-dresden.de/

  • Änderungen an der Petition

    12-03-15 11:01 Uhr

    grammatikalischer Fehler wurde korrigiert
    Neue Begründung: Noch im November 2014 haben CDU und SPD im sächsischen Koalitionsvertrag eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels versprochen und dafür schon vorab entsprechende Lorbeeren in der Öffentlichkeit geerntet.

    Der aktuelle Betreuungsschlüssel der Kinderkrippen in Sachsen liegt bei 1:6, dieser soll zwischen 2017 und 2018 auf 1:5 angehoben werden, in Kindergärten soll der Schlüssel binnen zweier Jahre von 1:13 auf 1:12 verbessert werden.

    Der Betreuungsschlüssel darf dabei nicht mit der Gruppengröße verwechselt werden. Er beinhaltet Krankheit, Urlaub und alle Arbeiten, die nicht direkt “am Kind” geleistet werden. In der Praxis betreut einE Erzieher*in also deutlich mehr Kinder.

    Im Vergleich dazu liegt der Betreuungsschlüssel in Baden-Württemberg und Bremen im Kinderkrippenbereich bei 1:3,1, der Schlüssel im Kindergarten in Bremen bei 1:7.


    Was ist dran an der versprochenen Verbesserung des Betreuungsschlüssels in Sachsen?

    Sollte der Haushalt mit dem Haushaltbegleitgesetz, wie es derzeit vorliegt, beschlossen werden, ergibt sich daraus das Gegenteil einer Verbesserung.

    So, wie es derzeit aussieht, soll die „Verbesserung“ der Betreuungsschlüssel von den Eltern finanziert werden und die zu schaffenden Stellen können zukünftig im Krippenbereich auch mit Assistenzkräften besetzt werden! Das Niveau der Betreuung wird also nicht angehoben, sondern sogar abgesenkt.

    Was im Haushalt beschlossen werden soll, ist somit kontraproduktiv für die Betreuung unserer Kinder, denn es widerspricht modernen Forschungserkenntnissen zur frühkindlichen Bildung: Sowohl der Personalschlüssel, als auch die Qualifikation der Betreuungsperson haben einen entscheidenden Einfluss auf die entwicklungsfördernde Ausgestaltung von Bildung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen. Darüber hinaus greift die Dauerbelastung aufgrund zu hoher Kinderzahlen nachhaltig die Gesundheit der Erzieher und Erzieherinnen an, wodurch es wiederum zu Ausfallerscheinungen kommt.

    Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

    1. Die Elternbeiträge können ab sofort steigen:
    bei Krippen um 13% ( von 23% auf 26% der Personal- und Sachkosten) bei Kindergärten um 10% ( von 30% auf 33% der Personal- und Sachkosten) und zusätzlich 33% der Mehrkosten durch die Verbesserung des Personalschlüssels bei Horten um 10% ( von 30% auf 33% der Personal- und Sachkosten) (ohne qualitative Verbesserung)

    Hinzu kommen jeweils Beitragserhöhungen infolge der Preis- und Tarifentwicklung.

    Das widerspricht dem Versprechen im Koalitionsvertrag, denn dort hieß es, die Verbesserung des Betreuungsschlüssels sei durch das Land zu finanzieren.
    Nun sollen es ca. zur Hälfte die Eltern bezahlen!


    2. Die Betreuung in Krippen kann sich verschlechtern:
    im Krippenbereich können künftig bis zu 20% des Personals Assistenzkräfte ohne pädagogische Ausbildung sein.
    Eine zwingende, berufsbegleitende Qualifizierung ist bisher nicht vorgesehen.

    Rechenbeispiel

    auf 330 Kinder mit 9 Stunden Betreuungzeit kommen im Krippenbereich aktuell:
    55 Erzieher*innen = 1:6

    ab 2016: 44 Erzieher*innen + 11 Assistenzkräfte = 55 Betreuer*innen = 1:6

    ab 2017 48 Erzieher*innen + 12 Assistenzkräfte = 60 Betreuer(innen) = 1:5,5

    ab 2018: 53 Erzieher*innen + 13 Assistenzkräfte = 66 Betreuer*innen = 1:5


    Dagegen protestieren wir!

    Wahlversprechen dürfen nicht zu Lasten von Kindern und Eltern gebrochen werden!
    Eine Erhöhung des Elternbeitrages ist abzulehnen!
    Frühe Bildung erfordert Fachkräfte, nicht Assistenzkräfte!

    Um sowohl Qualitätsstandards in den Einrichtungen als auch eine stabile Gesundheit von Erziehern und Erzieherinnen zu gewährleisten, bedarf es die der Verbesserung des Betreuungsschlüssels, andere Bundesländer machen es uns vor!

    Bitte unterschreiben Sie
    - für eine tatsächliche Verbesserung des Betreuungsschlüssels
    - gegen die Erhöhung des Elternbeitrages und
    - gegen die Deckung des Betreuungsschlüssels durch 20% Assistenzkräfte!

    Erstunterzeichnende:
    Stadtelternrat Dresden, vertreten durch Yvonne Jaschinsky, Cornelia Eichner, Daniela Hotze und Sascha König-Apel

    www.stadtelternrat-dresden.de