26.09.2026, 00:28
Sehr geehrte Frau Langer,
vielen Dank für Ihre ausführliche Nachricht und dafür, dass Sie Ihre Perspektive und Ihren konkreten Vorschlag so offen schildern. Ich kann gut nachvollziehen, dass Sie sich als Anwohnerinnen und Anwohner im Neubaugebiet übergangen gefühlt haben, und ich nehme ernst, was Sie über den Verlauf des Verfahrens schreiben.
Zur Entscheidung für die zweite Zufahrt stehe ich, so wie ich es auch der Bürgerinitiative am Holtenser Berg zugesagt habe. Ebenso gilt für mich aber der Grundsatz aus meinem offenen Brief: Stadtentwicklung darf nicht zu Lasten der Lebensqualität bestehender Nachbarschaften gehen. Das gilt ausdrücklich auch für Ihre Straße Im Achten, die als verkehrsberuhigter Bereich geplant und als ruhiges Wohngebiet für Familien entstanden ist.
An meinen Zusagen halte ich fest: Die zweite Zufahrt darf nicht als Baustraße für das Europaquartier genutzt werden. Und als Oberbürgermeister werde ich ein verbindliches Logistik- und Verkehrskonzept zur Bedingung machen, bevor mit dem Bau begonnen wird. Zu diesem Konzept gehört für mich auch die Frage, was geplante Sperrungen in Holtensen für Im Achten bedeuten. Das müssen wir vorher klären und nicht erst reagieren, wenn der Verkehr schon da ist.
Die Vorplanungen in der Verwaltung laufen. Wann die Zufahrt gebaut werden kann, hängt angesichts der angespannten Haushaltslage aber auch von der Finanzierung ab. Diese Zeit sollten wir nutzen, um die Auswirkungen auf die angrenzenden Straßen sorgfältig zu betrachten. Entscheidend ist dabei auch der Zeitplan des Bauträgers. Als Oberbürgermeister werde ich ihn früh und verbindlich einfordern.
Ihr Ziel, dass Im Achten nicht zur Abkürzungsstrecke wird, teile ich. Ob Findlinge oder eine andere Lösung, etwa umlegbare Poller, dafür der richtige Weg ist, möchte ich mir vor Ort ansehen, bevor wir das final planen. Dabei sind auch Fragen wie die Zufahrt für Rettungsdienst, Feuerwehr und Müllabfuhr zu klären. Als Oberbürgermeister würde ich die Situation in der sogenannten kleinen Verkehrskommission mit Verwaltung und Polizei prüfen lassen. Den neuen Ortsrat Holtensen möchte ich dabei einbinden, denn mir ist wichtig, hier eine Lösung mit den Menschen vor Ort zu finden und nicht über sie hinweg. Viele Mitglieder des Ortsrats kenne ich persönlich und bin zuversichtlich, dass sie Ihr Anliegen ernsthaft aufgreifen werden. Dazu gehört aus meiner Sicht auch, dass die schon heute stattfindenden unerlaubten Durchfahrten und die Missachtung der Schrittgeschwindigkeit in Ihrer Straße stärker kontrolliert werden.
Wie in meinem Brief zugesagt, möchte ich Sie als Bürgerinitiative auch in die weitere Ausgestaltung der zweiten Zufahrt eng einbinden.
Ganz konkret: Unabhängig vom Ausgang der Stichwahl würde ich mich gern mit Ihnen und weiteren Anwohnerinnen und Anwohnern zu einem Ortstermin Im Achten treffen, um mir die Situation gemeinsam mit Ihnen anzusehen. Dabei erzähle ich Ihnen auch gern, warum ich selbst in die Kommunalpolitik gegangen bin. Auch wir in Hetjershausen haben erlebt, wie es ist, wenn über einen Ortsteil hinweg entschieden wird. Das prägt bis heute meinen Anspruch, die Menschen vor Ort früh einzubinden.
Auch Ihre weiteren Hinweise teile ich: mehr Präsenz des Ordnungsamts, sichtbare Polizeistreifen zu Fuß und mit dem Rad, gerade damit man sich auch abends in der Innenstadt sicher fühlt, und Baustellen, die koordiniert statt gleichzeitig laufen. Genau dafür möchte ich als Oberbürgermeister sorgen.
Vielen Dank auch für Ihre persönlichen Worte und Ihr Vertrauen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Ehsan Kangarani