Di 22.10. Diskussion zum Auftakt des Kampagnenprogramms

10.10.2013 23:38 Uhr

Liebe Mitstreiter_innen,

vielen Dank für Eure Unterstützung der Kampagne "No Humboldt 21!", die inzwischen von 80 Organisationen aus dem In- und Ausland unterzeichnet wurde.

Wir möchten Euch herzlich zur Auftaktveranstaltung unseres Kampagnenprogramms am 22.10. um 18:00 Uhr (Berlin, Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32) und zur aktiven Beteiligung einladen: Tragt bundesweit mit eigenen Veranstaltungen und Aktionen zur Kritik am geplanten Humboldt-Forum im Berlin Schloss bei und bringt Euch mit Euren Ideen aktiv in die Arbeit des Kampagnenbündnisses ein!

Sprecht uns an: Wir unterstützen Euch bei der Öffentlichkeitsarbeit und veröffentlichen Eure Termine gern auf der Kampagnen-Website: www.no-humboldt21.de

Die Koordinationsgruppe

PS: Inzwischen gibt es auch eine erste ausführliche Stellungnahme des Berliner Senats auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90 / Die Grünen zum Humboldt-Forum: neu.isdonline.de/wp-content/uploads/2013/08/ka17-12360-humboldt-forum.pdf

Petition in Zeichnung

10.06.2013 23:56 Uhr

Liebe Unterstützer_innen,

unter Ausschluß der breiten Öffentlichkeit wird am Mittwoch, 12.6. um 13 Uhr der Grundstein für das Berliner Hohenzollernschloß / Humboldt-Forum gelegt. Einlass für Presse und geladene Gäste ist ab 11:30 Uhr. Kritische Initiativen haben ab 11 Uhr zur (angemeldeten) Protestveranstaltung aufgerufen. Wir werden dabei sein und würden uns freuen, wenn auch Ihr zahlreich hinzukommen und dabei behilflich sein könntet, unseren Kampagnenaufruf "No Humboldt 21! Moratorium für das Humboldt-Forum im Berliner Schloss" zu verteilen.

Vielen Dank und beste Grüße

Liste der 48 erstunterzeichnenden NGO

10.06.2013 13:12 Uhr

Liste der 48 erstunterzeichnenden NGO

AfricAvenir International e.V., Berlin, Douala, Windhoek
Afrosvenskarnas riksförbund, The National Association of Afro-Swedes, Stockholm
AFROTAK TV CyberNomads, Berlin
AHOI artists and events, Berlin
Alexandertechnik, Berlin
Antirassistische Initiative Berlin (ARI)
Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V.
Artefakte // anti-humboldt, Berlin
Art Labour Archives
Barnimer Kampagne “Light me Amadeu”, Eberswalde
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag BER e.V.
Berlin Postkolonial e.V.
Bildungswerkstatt Migration & Gesellschaft e.V., Berlin
Bündnis gegen Rassismus, Berlin
Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), Hamburg
Colonialism Reparation
Conseil Représentatif des Associations Noires (CRAN), Paris
CulturCooperation e.V., Hamburg
Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V.
EIne Welt Netzwerk Hamburg e.V.
eipcp, europäisches institut für progressive kulturpolitik
Fairbindung e.V., Berlin
FDCL – Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V., Berlin
Friends of Lake Bosomtwe
glokal e.V., Berlin
Informationsbüro Nicaragua e.V., Berlin
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD-Bund e.V.
Interflugs – Universität der Künste Berlin
ISD Gießen
Kampagne “Zusammen handeln! Gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung”, Berlin
Korientation e.V., Berlin
Landesausschuss für Migration, Diversität und Antidiskriminierung der GEW Berlin (LAMA)
Lateinamerika Nachrichten e.V., Berlin
México vía Bérlin
[muc] münchen postkolonial
Naturfreunde Berlin e.V.
Partner Südmexikos e.V., Böblingen
Phoenix e.V., Berlin
PoLYpeN
ProNATs – Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher, Berlin
Solidaritätsdienst International SODI e.V., Berlin
tanzania-network.de e.V., Berlin
Transnational Decolonial Institute
VENROB – Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V.
Verein schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Wien
Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V., Berlin
Zugvögel, interkultureller Nord-Süd-Austausch e.V., Berlin

Liste der 48 erstunterzeichnenden NGO

10.06.2013 13:09 Uhr

Liste der 48 erstunterzeichnenden NGO: AfricAvenir International e.V., Berlin, Douala, Windhoek
Afrosvenskarnas riksförbund, The National Association of Afro-Swedes, Stockholm
AFROTAK TV CyberNomads, Berlin
AHOI artists and events, Berlin
Alexandertechnik, Berlin
Antirassistische Initiative Berlin (ARI)
Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V.
Artefakte // anti-humboldt, Berlin
Art Labour Archives
Barnimer Kampagne “Light me Amadeu”, Eberswalde
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag BER e.V.
Berlin Postkolonial e.V.
Bildungswerkstatt Migration & Gesellschaft e.V., Berlin
Bündnis gegen Rassismus, Berlin
Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), Hamburg
Colonialism Reparation
Conseil Représentatif des Associations Noires (CRAN), Paris
CulturCooperation e.V., Hamburg
Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V.
EIne Welt Netzwerk Hamburg e.V.
eipcp, europäisches institut für progressive kulturpolitik
Fairbindung e.V., Berlin
FDCL – Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V., Berlin
Friends of Lake Bosomtwe
glokal e.V., Berlin
Informationsbüro Nicaragua e.V., Berlin
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD-Bund e.V.
Interflugs – Universität der Künste Berlin
ISD Gießen
Kampagne “Zusammen handeln! Gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung”, Berlin
Korientation e.V., Berlin
Landesausschuss für Migration, Diversität und Antidiskriminierung der GEW Berlin (LAMA)
Lateinamerika Nachrichten e.V., Berlin
México vía Bérlin
[muc] münchen postkolonial
Naturfreunde Berlin e.V.
Partner Südmexikos e.V., Böblingen
Phoenix e.V., Berlin
PoLYpeN
ProNATs – Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher, Berlin
Solidaritätsdienst International SODI e.V., Berlin
tanzania-network.de e.V., Berlin
Transnational Decolonial Institute
VENROB – Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs e.V.
Verein schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Wien
Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V., Berlin
Zugvögel, interkultureller Nord-Süd-Austausch e.V., Berlin

Liste der 41 erstunterzeichnenden NGO

06.06.2013 23:25 Uhr

Liste der 41 erstunterzeichnenden NGO:

AfricAvenir International e.V.
Afrosvenskarnas riksförbund, The National Association of Afro-Swedes
AFROTAK TV CyberNomads
Alexandertechnik
Antirassistische Initiative Berlin (ARI)
Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V.
Artefakte // anti-humboldt
Art Labour Archives
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag BER e.V.
Berlin Postkolonial e.V.
Bildungswerkstatt Migration & Gesellschaft e.V.
Bündnis gegen Rassismus
Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)
Colonialism Reparation
Conseil Représentatif des Associations Noires (CRAN)
CulturCooperation e.V.
Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V.
eipcp, europäisches institut für progressive kulturpolitik
Fairbindung e.V.
FDCL – Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.
Friends of Lake Bosomtwe
glokal e.V.
Informationsbüro Nicaragua e.V.
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD-Bund e.V.
ISD Gießen
Korientation e.V.
Landesausschuss für Migration, Diversität und Antidiskriminierung der GEW Berlin (LAMA)
Lateinamerika Nachrichten e.V.
México vía Bérlin
[muc] münchen postkolonial
Naturfreunde Berlin e.V.
Phoenix e.V.
PoLYpeN
ProNATs – Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher
Solidaritätsdienst International SODI e.V.
tanzania-network.de e.V.
Transnational Decolonial Institute
Verein schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Wien
Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.
Zugvögel, interkultureller Nord-Süd-Austausch e.V.

Änderungen an der Petition

06.06.2013 23:20 Uhr

noch Links unterstützende NGO
Neuer Petitionstext: www.no-humboldt21.de/resolution/english

www.no-humboldt21.de/resolution/francais

Mit dem Projekt „Berliner Schloss – Humboldt-Forum“ wollen das Land Berlin und die Bundesrepublik bis 2018/19 das „wichtigste kulturpolitische Projekt in Deutschland am Beginn des 21. Jahrhunderts“ umsetzen. Der „Jahrhundertbau“ im Zentrum der Hauptstadt soll 590 Millionen Euro kosten. Berlin will sich mit 32 Millionen Euro am Bau beteiligen.

2011 stellte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, das Nutzungskonzept vor. Der Titel des Konzepts ist „Das Humboldt-Forum: Soviel Welt mit sich verbinden als möglich“. Berlins „außereuropäische Sammlungen“ sollen von ihrem abgelegenen Standort Berlin-Dahlem ins Stadtzentrum ziehen. Außerdem soll das Gebäude von der Zentral- und Landesbibliothek sowie von der Humboldt-Universität bespielt werden. Als „Herz des Humboldt-Forums“ ist die „Agora“, ein „Forum für Wissenschaft, Kultur und Politik“ geplant.

In Parzingers Konzept werden die Erwartungen an das Projekt in Superlativen formuliert. Entstehen soll nicht nur ein herausragender „Ort der Kunst und Kultur Asiens, Afrikas, Amerikas, Australiens und Ozeaniens“. Das Humboldt-Forum soll auch zu einem einzigartigen „Zentrum der Erforschung außereuropäischer Kulturen“ werden. Geplant ist ein „kulturelles Zentrum von nationaler und internationaler Ausstrahlung“, mit dem sich Berlin im Kreis der „weltweit führenden Kultur- und Museumsstädte“ etablieren will.

Wir fordern die Aussetzung der Arbeit am Humboldt-Forum im Berliner Schloss und eine breite öffentliche Debatte: Das vorliegende Konzept verletzt die Würde und die Eigentumsrechte von Menschen in allen Teilen der Welt, ist eurozentrisch und restaurativ. Das Humboldt-Forum steht dem Anspruch eines gleichberechtigten Zusammenlebens in der Migrationsgesellschaft entgegen. Neue Begründung: > Die Staatlichen Museen Berlins sind nicht die „rechtmäßigen Besitzer ihrer Bestände“.

Der weitaus größte Teil der über 500.000 wertvollen Exponate aus aller Welt kam im Zusammenhang mit kolonialen Eroberungen nach Berlin. Die Europäer griffen häufig sogar zu direkter Gewalt, um in den Besitz von zentralen Objekten der kolonisierten Gesellschaften wie zum Beispiel von Thronen, Zeptern und Kultgegenständen zu gelangen. Das Schmücken mit „fremden Federn“ bringt für den Standort Berlin bis heute neben ideellen Vorteilen auch materielle Gewinne ein. Wir fordern die Offenlegung der Erwerbsgeschichte aller Exponate und die Befolgung der unmissverständlichen UN-Beschlüsse zur „Rückführung von Kunstwerken in Länder, die Opfer von Enteignung wurden“. Über den zukünftigen Verbleib von Beutekunst und kolonialem Raubgut muss der Dialog mit den Nachfahren der Schöpfer/-innen und rechtmäßigen Eigentümer/-innen der Exponate gesucht werden. Dies gilt insbesondere für die entführten Überreste von Menschen, die sich im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befinden.

> Der von Berlin ausgehende Kolonialismus wird rehabilitiert.

Die Sammlungen aus aller Welt sollen nun ins Schloss der Hohenzollern zurückkehren, wo schon die ersten überseeischen Schätze Berlins präsentiert wurden. Nicht anders als damals geht es dabei vor allem um die Repräsentation von Macht und globaler Bedeutung. Für die Nachfahren der Kolonisierten im In- und Ausland ist es eine besondere Zumutung, dass dies in der wiedererrichteten Residenz der brandenburgisch-preußischen Herrscher geschehen soll. Denn die Hohenzollern waren hauptverantwortlich für die Versklavung Tausender Menschen aus Afrika sowie für Völkermorde und Konzentrationslager in Deutschlands ehemaligen Kolonien. Wir lehnen daher jede Präsentation von Objekten, die während der Kolonialzeit nach Berlin kamen, im Berliner Schloss ab.

> Die Kulturen der Welt werden als „fremd“ und „anders“ diskriminiert.

Wie schon die Zurschaustellung „exotischer Kuriositäten“ in den „Wunderkammern“ der brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige soll das Berliner Schloss – Humboldt-Forum der Herausbildung einer preußisch-deutsch-europäischen Identität dienen. Dieses Anliegen konterkariert das Ziel eines gleichberechtigten Miteinanders in der Migrationsgesellschaft und soll auf Kosten Anderer realisiert werden. Mit Hilfe der oft Jahrhunderte alten Objekte aus aller Welt wird das vermeintlich „Fremde“ und „Andere“ inszeniert und den umfangreichen Sammlungen europäischer Kunst auf der Berliner Museumsinsel zur Seite gestellt. Europa wird dabei als überlegene Norm konstruiert. Wir lehnen diese herabsetzende Form der Präsentation ab. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz fordern wir auf, für gleichberechtigte, machtsensible und Gemeinsamkeiten aufzeigende Selbstdarstellungen durch Fachleute aus den Ländern des Globalen Südens zu sorgen.

> Die „Erforschung außereuropäischer Kulturen“ wird nicht problematisiert.

Die Erkundung der Welt und ihrer Menschen durch europäische „Forscher“ war über Jahrhunderte hinweg ein koloniales Projekt und trägt bis heute zur Kontrolle und Ausbeutung des Globalen Südens bei. An diesem Projekt war auch einer der beiden Namensgeber des geplanten Forums, Alexander von Humboldt, wesentlich beteiligt. Denn an den Ergebnissen seiner Reisen in Süd- und Mittelamerika waren vor allem das spanische Königshaus und das auf Völkermord und Sklaverei basierende Kolonialregime vor Ort interessiert, die ihn nach Kräften unterstützten. Entsprechend verkörpert Preußens „wahrer Entdecker Amerikas“, der sogar bestattete Menschen raubte und nach Europa verschiffte, koloniale Dominanz. Als Namensgeber für ein interkulturelles Zentrum ist Humboldt nicht geeignet.

> Die kulturellen Schätze der Welt bleiben den Privilegierten im Norden vorbehalten.

In seinem Nutzungskonzept lädt der Stiftungspräsident Hermann Parzinger „Besucher aus Asien oder die Nachfahren indigener indianischer oder afrikanischer Gesellschaften“ in die Bundeshauptstadt ein. In einer Zeit, in der tagtäglich Menschen im Mittelmeer ertrinken, weil ihnen die Einreise nach Europa verwehrt wird, kann eine solche Einladung wohl nur als zynisch bezeichnet werden. Aminata Traoré, die ehemalige Kultur- und Tourismusministerin Malis, brachte es 2006 in Paris auf den Punkt: „Unsere Werke genießen Bürgerrechte an einem Ort, wo man uns als Gesamtheit sogar den Aufenthalt untersagt.“ Wir fordern die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf, den Menschen der Welt Zugang zu Berlins außereuropäischen Sammlungen zu ermöglichen. Neben der dauerhaften Rückführungen von Beutekunst sollte dies durch freie Ausleihe und Kostenübernahme zur Realisierung von internationalen Ausstellungsprojekten in den Regionen der Welt erfolgen, in denen die hierher transportierten Kunstwerke und Kulturgüter geschaffen worden sind.

Supporting Unterstützende NGO & Resolution in D / EN / FR:

und mehr: www.no-h href="http://www.no-humboldt21.de" rel="nofollow">www.no-humboldt21.de

Änderungen an der Petition

06.06.2013 23:12 Uhr

Eingabe der Links zu den unterzeichnenden NGO und zu den Übersetzungen:
Neuer Petitionstext: www.no-humboldt21.de/resolution/english

www.no-humboldt21.de/resolution/francais

Mit dem Projekt „Berliner Schloss – Humboldt-Forum“ wollen das Land Berlin und die Bundesrepublik bis 2018/19 das „wichtigste kulturpolitische Projekt in Deutschland am Beginn des 21. Jahrhunderts“ umsetzen. Der „Jahrhundertbau“ im Zentrum der Hauptstadt soll 590 Millionen Euro kosten. Berlin will sich mit 32 Millionen Euro am Bau beteiligen.

2011 stellte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, das Nutzungskonzept vor. Der Titel des Konzepts ist „Das Humboldt-Forum: Soviel Welt mit sich verbinden als möglich“. Berlins „außereuropäische Sammlungen“ sollen von ihrem abgelegenen Standort Berlin-Dahlem ins Stadtzentrum ziehen. Außerdem soll das Gebäude von der Zentral- und Landesbibliothek sowie von der Humboldt-Universität bespielt werden. Als „Herz des Humboldt-Forums“ ist die „Agora“, ein „Forum für Wissenschaft, Kultur und Politik“ geplant.

In Parzingers Konzept werden die Erwartungen an das Projekt in Superlativen formuliert. Entstehen soll nicht nur ein herausragender „Ort der Kunst und Kultur Asiens, Afrikas, Amerikas, Australiens und Ozeaniens“. Das Humboldt-Forum soll auch zu einem einzigartigen „Zentrum der Erforschung außereuropäischer Kulturen“ werden. Geplant ist ein „kulturelles Zentrum von nationaler und internationaler Ausstrahlung“, mit dem sich Berlin im Kreis der „weltweit führenden Kultur- und Museumsstädte“ etablieren will.

Wir fordern die Aussetzung der Arbeit am Humboldt-Forum im Berliner Schloss und eine breite öffentliche Debatte: Das vorliegende Konzept verletzt die Würde und die Eigentumsrechte von Menschen in allen Teilen der Welt, ist eurozentrisch und restaurativ. Das Humboldt-Forum steht dem Anspruch eines gleichberechtigten Zusammenlebens in der Migrationsgesellschaft entgegen. Neue Begründung: > Die Staatlichen Museen Berlins sind nicht die „rechtmäßigen Besitzer ihrer Bestände“.

Der weitaus größte Teil der über 500.000 wertvollen Exponate aus aller Welt kam im Zusammenhang mit kolonialen Eroberungen nach Berlin. Die Europäer griffen häufig sogar zu direkter Gewalt, um in den Besitz von zentralen Objekten der kolonisierten Gesellschaften wie zum Beispiel von Thronen, Zeptern und Kultgegenständen zu gelangen. Das Schmücken mit „fremden Federn“ bringt für den Standort Berlin bis heute neben ideellen Vorteilen auch materielle Gewinne ein. Wir fordern die Offenlegung der Erwerbsgeschichte aller Exponate und die Befolgung der unmissverständlichen UN-Beschlüsse zur „Rückführung von Kunstwerken in Länder, die Opfer von Enteignung wurden“. Über den zukünftigen Verbleib von Beutekunst und kolonialem Raubgut muss der Dialog mit den Nachfahren der Schöpfer/-innen und rechtmäßigen Eigentümer/-innen der Exponate gesucht werden. Dies gilt insbesondere für die entführten Überreste von Menschen, die sich im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befinden.


> Der von Berlin ausgehende Kolonialismus wird rehabilitiert.

Die Sammlungen aus aller Welt sollen nun ins Schloss der Hohenzollern zurückkehren, wo schon die ersten überseeischen Schätze Berlins präsentiert wurden. Nicht anders als damals geht es dabei vor allem um die Repräsentation von Macht und globaler Bedeutung. Für die Nachfahren der Kolonisierten im In- und Ausland ist es eine besondere Zumutung, dass dies in der wiedererrichteten Residenz der brandenburgisch-preußischen Herrscher geschehen soll. Denn die Hohenzollern waren hauptverantwortlich für die Versklavung Tausender Menschen aus Afrika sowie für Völkermorde und Konzentrationslager in Deutschlands ehemaligen Kolonien. Wir lehnen daher jede Präsentation von Objekten, die während der Kolonialzeit nach Berlin kamen, im Berliner Schloss ab.


> Die Kulturen der Welt werden als „fremd“ und „anders“ diskriminiert.

Wie schon die Zurschaustellung „exotischer Kuriositäten“ in den „Wunderkammern“ der brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige soll das Berliner Schloss – Humboldt-Forum der Herausbildung einer preußisch-deutsch-europäischen Identität dienen. Dieses Anliegen konterkariert das Ziel eines gleichberechtigten Miteinanders in der Migrationsgesellschaft und soll auf Kosten Anderer realisiert werden. Mit Hilfe der oft Jahrhunderte alten Objekte aus aller Welt wird das vermeintlich „Fremde“ und „Andere“ inszeniert und den umfangreichen Sammlungen europäischer Kunst auf der Berliner Museumsinsel zur Seite gestellt. Europa wird dabei als überlegene Norm konstruiert. Wir lehnen diese herabsetzende Form der Präsentation ab. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz fordern wir auf, für gleichberechtigte, machtsensible und Gemeinsamkeiten aufzeigende Selbstdarstellungen durch Fachleute aus den Ländern des Globalen Südens zu sorgen.


> Die „Erforschung außereuropäischer Kulturen“ wird nicht problematisiert.

Die Erkundung der Welt und ihrer Menschen durch europäische „Forscher“ war über Jahrhunderte hinweg ein koloniales Projekt und trägt bis heute zur Kontrolle und Ausbeutung des Globalen Südens bei. An diesem Projekt war auch einer der beiden Namensgeber des geplanten Forums, Alexander von Humboldt, wesentlich beteiligt. Denn an den Ergebnissen seiner Reisen in Süd- und Mittelamerika waren vor allem das spanische Königshaus und das auf Völkermord und Sklaverei basierende Kolonialregime vor Ort interessiert, die ihn nach Kräften unterstützten. Entsprechend verkörpert Preußens „wahrer Entdecker Amerikas“, der sogar bestattete Menschen raubte und nach Europa verschiffte, koloniale Dominanz. Als Namensgeber für ein interkulturelles Zentrum ist Humboldt nicht geeignet.


> Die kulturellen Schätze der Welt bleiben den Privilegierten im Norden vorbehalten.

In seinem Nutzungskonzept lädt der Stiftungspräsident Hermann Parzinger „Besucher aus Asien oder die Nachfahren indigener indianischer oder afrikanischer Gesellschaften“ in die Bundeshauptstadt ein. In einer Zeit, in der tagtäglich Menschen im Mittelmeer ertrinken, weil ihnen die Einreise nach Europa verwehrt wird, kann eine solche Einladung wohl nur als zynisch bezeichnet werden. Aminata Traoré, die ehemalige Kultur- und Tourismusministerin Malis, brachte es 2006 in Paris auf den Punkt: „Unsere Werke genießen Bürgerrechte an einem Ort, wo man uns als Gesamtheit sogar den Aufenthalt untersagt.“ Wir fordern die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf, den Menschen der Welt Zugang zu Berlins außereuropäischen Sammlungen zu ermöglichen. Neben der dauerhaften Rückführungen von Beutekunst sollte dies durch freie Ausleihe und Kostenübernahme zur Realisierung von internationalen Ausstellungsprojekten in den Regionen der Welt erfolgen, in denen die hierher transportierten Kunstwerke und Kulturgüter geschaffen worden sind.

Weitere Informationen und die Liste aller erstunterzeichnenden Organisationen unter Supporting NGO & Resolution in D / EN / FR:

www.no-h

Liste der 41 erstunterzeichnenden NGO

06.06.2013 22:20 Uhr

Erstunterzeichner:

AfricAvenir International e.V.
Afrosvenskarnas riksförbund, The National Association of Afro-Swedes
AFROTAK TV CyberNomads
Alexandertechnik
Antirassistische Initiative Berlin (ARI)
Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V.
Artefakte // anti-humboldt
Art Labour Archives
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag BER e.V.
Berlin Postkolonial e.V.
Bildungswerkstatt Migration & Gesellschaft e.V.
Bündnis gegen Rassismus
Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)
Colonialism Reparation
Conseil Représentatif des Associations Noires (CRAN)
CulturCooperation e.V.
Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V.
eipcp, europäisches institut für progressive kulturpolitik
Fairbindung e.V.
FDCL – Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.
Friends of Lake Bosomtwe
glokal e.V.
Informationsbüro Nicaragua e.V.
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD-Bund e.V.
ISD Gießen
Korientation e.V.
Landesausschuss für Migration, Diversität und Antidiskriminierung der GEW Berlin (LAMA)
Lateinamerika Nachrichten e.V.
México vía Bérlin
[muc] münchen postkolonial
Naturfreunde Berlin e.V.
Phoenix e.V.
PoLYpeN
ProNATs – Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher
Solidaritätsdienst International SODI e.V.
tanzania-network.de e.V.
Transnational Decolonial Institute
Verein schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Wien
Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.
Zugvögel, interkultureller Nord-Süd-Austausch e.V.

Liste der 41 erstunterzeichnenden NGO

06.06.2013 22:14 Uhr

AfricAvenir International e.V.
Afrosvenskarnas riksförbund, The National Association of Afro-Swedes
AFROTAK TV CyberNomads
Alexandertechnik
Antirassistische Initiative Berlin (ARI)
Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V.
Artefakte // anti-humboldt
Art Labour Archives
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag BER e.V.
Berlin Postkolonial e.V.
Bildungswerkstatt Migration & Gesellschaft e.V.
Bündnis gegen Rassismus
Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)
Colonialism Reparation
Conseil Représentatif des Associations Noires (CRAN)
CulturCooperation e.V.
Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen e.V.
eipcp, europäisches institut für progressive kulturpolitik
Fairbindung e.V.
FDCL – Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.
Friends of Lake Bosomtwe
glokal e.V.
Informationsbüro Nicaragua e.V.
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD-Bund e.V.
ISD Gießen
Korientation e.V.
Landesausschuss für Migration, Diversität und Antidiskriminierung der GEW Berlin (LAMA)
Lateinamerika Nachrichten e.V.
México vía Bérlin
[muc] münchen postkolonial
Naturfreunde Berlin e.V.
Phoenix e.V.
PoLYpeN
ProNATs – Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher
Solidaritätsdienst International SODI e.V.
tanzania-network.de e.V.
Transnational Decolonial Institute
Verein schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Wien
Zentralrat der afrikanischen Gemeinde in Deutschland e.V.
Zugvögel, interkultureller Nord-Süd-Austausch e.V.

Änderungen an der Petition

06.06.2013 10:19 Uhr

Formatierung verändert
Neue Begründung: Die Staatlichen Museen Berlins sind nicht die „rechtmäßigen Besitzer ihrer Bestände“.

Der weitaus größte Teil der über 500.000 wertvollen Exponate aus aller Welt kam im Zusammenhang mit kolonialen Eroberungen nach Berlin. Die Europäer griffen häufig sogar zu direkter Gewalt, um in den Besitz von zentralen Objekten der kolonisierten Gesellschaften wie zum Beispiel von Thronen, Zeptern und Kultgegenständen zu gelangen. Das Schmücken mit „fremden Federn“ bringt für den Standort Berlin bis heute neben ideellen Vorteilen auch materielle Gewinne ein. Wir fordern die Offenlegung der Erwerbsgeschichte aller Exponate und die Befolgung der unmissverständlichen UN-Beschlüsse zur „Rückführung von Kunstwerken in Länder, die Opfer von Enteignung wurden“. Über den zukünftigen Verbleib von Beutekunst und kolonialem Raubgut muss der Dialog mit den Nachfahren der Schöpfer/-innen und rechtmäßigen Eigentümer/-innen der Exponate gesucht werden. Dies gilt insbesondere für die entführten Überreste von Menschen, die sich im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befinden.


Der von Berlin ausgehende Kolonialismus wird rehabilitiert.

Die Sammlungen aus aller Welt sollen nun ins Schloss der Hohenzollern zurückkehren, wo schon die ersten überseeischen Schätze Berlins präsentiert wurden. Nicht anders als damals geht es dabei vor allem um die Repräsentation von Macht und globaler Bedeutung. Für die Nachfahren der Kolonisierten im In- und Ausland ist es eine besondere Zumutung, dass dies in der wiedererrichteten Residenz der brandenburgisch-preußischen Herrscher geschehen soll. Denn die Hohenzollern waren hauptverantwortlich für die Versklavung Tausender Menschen aus Afrika sowie für Völkermorde und Konzentrationslager in Deutschlands ehemaligen Kolonien. Wir lehnen daher jede Präsentation von Objekten, die während der Kolonialzeit nach Berlin kamen, im Berliner Schloss ab.


Die Kulturen der Welt werden als „fremd“ und „anders“ diskriminiert.

Wie schon die Zurschaustellung „exotischer Kuriositäten“ in den „Wunderkammern“ der brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige soll das Berliner Schloss – Humboldt-Forum der Herausbildung einer preußisch-deutsch-europäischen Identität dienen. Dieses Anliegen konterkariert das Ziel eines gleichberechtigten Miteinanders in der Migrationsgesellschaft und soll auf Kosten Anderer realisiert werden. Mit Hilfe der oft Jahrhunderte alten Objekte aus aller Welt wird das vermeintlich „Fremde“ und „Andere“ inszeniert und den umfangreichen Sammlungen europäischer Kunst auf der Berliner Museumsinsel zur Seite gestellt. Europa wird dabei als überlegene Norm konstruiert. Wir lehnen diese herabsetzende Form der Präsentation ab. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz fordern wir auf, für gleichberechtigte, machtsensible und Gemeinsamkeiten aufzeigende Selbstdarstellungen durch Fachleute aus den Ländern des Globalen Südens zu sorgen.


Die „Erforschung außereuropäischer Kulturen“ wird nicht problematisiert.

Die Erkundung der Welt und ihrer Menschen durch europäische „Forscher“ war über Jahrhunderte hinweg ein koloniales Projekt und trägt bis heute zur Kontrolle und Ausbeutung des Globalen Südens bei. An diesem Projekt war auch einer der beiden Namensgeber des geplanten Forums, Alexander von Humboldt, wesentlich beteiligt. Denn an den Ergebnissen seiner Reisen in Süd- und Mittelamerika waren vor allem das spanische Königshaus und das auf Völkermord und Sklaverei basierende Kolonialregime vor Ort interessiert, die ihn nach Kräften unterstützten. Entsprechend verkörpert Preußens „wahrer Entdecker Amerikas“, der sogar bestattete Menschen raubte und nach Europa verschiffte, koloniale Dominanz. Als Namensgeber für ein interkulturelles Zentrum ist Humboldt nicht geeignet.


Die kulturellen Schätze der Welt bleiben den Privilegierten im Norden vorbehalten.

In seinem Nutzungskonzept lädt der Stiftungspräsident Hermann Parzinger „Besucher aus Asien oder die Nachfahren indigener indianischer oder afrikanischer Gesellschaften“ in die Bundeshauptstadt ein. In einer Zeit, in der tagtäglich Menschen im Mittelmeer ertrinken, weil ihnen die Einreise nach Europa verwehrt wird, kann eine solche Einladung wohl nur als zynisch bezeichnet werden. Aminata Traoré, die ehemalige Kultur- und Tourismusministerin Malis, brachte es 2006 in Paris auf den Punkt: „Unsere Werke genießen Bürgerrechte an einem Ort, wo man uns als Gesamtheit sogar den Aufenthalt untersagt.“ Wir fordern die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf, den Menschen der Welt Zugang zu Berlins außereuropäischen Sammlungen zu ermöglichen. Neben der dauerhaften Rückführungen von Beutekunst sollte dies durch freie Ausleihe und Kostenübernahme zur Realisierung von internationalen Ausstellungsprojekten in den Regionen der Welt erfolgen, in denen die hierher transportierten Kunstwerke und Kulturgüter geschaffen worden sind.

Weitere Informationen und die Liste aller erstunterzeichnenden Organisationen unter

Änderungen an der Petition

06.06.2013 09:14 Uhr


Neue Begründung: Die Staatlichen Museen Berlins sind nicht die „rechtmäßigen Besitzer ihrer Bestände“.
Der weitaus größte Teil der über 500.000 wertvollen Exponate aus aller Welt kam im Zusammenhang mit kolonialen Eroberungen nach Berlin. Die Europäer griffen häufig sogar zu direkter Gewalt, um in den Besitz von zentralen Objekten der kolonisierten Gesellschaften wie zum Beispiel von Thronen, Zeptern und Kultgegenständen zu gelangen. Das Schmücken mit „fremden Federn“ bringt für den Standort Berlin bis heute neben ideellen Vorteilen auch materielle Gewinne ein. Wir fordern die Offenlegung der Erwerbsgeschichte aller Exponate und die Befolgung der unmissverständlichen UN-Beschlüsse zur „Rückführung von Kunstwerken in Länder, die Opfer von Enteignung wurden“. Über den zukünftigen Verbleib von Beutekunst und kolonialem Raubgut muss der Dialog mit den Nachfahren der Schöpfer/-innen und rechtmäßigen Eigentümer/-innen der Exponate gesucht werden. Dies gilt insbesondere für die entführten Überreste von Menschen, die sich im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befinden.

Der von Berlin ausgehende Kolonialismus wird rehabilitiert.
Die Sammlungen aus aller Welt sollen nun ins Schloss der Hohenzollern zurückkehren, wo schon die ersten überseeischen Schätze Berlins präsentiert wurden. Nicht anders als damals geht es dabei vor allem um die Repräsentation von Macht und globaler Bedeutung. Für die Nachfahren der Kolonisierten im In- und Ausland ist es eine besondere Zumutung, dass dies in der wiedererrichteten Residenz der brandenburgisch-preußischen Herrscher geschehen soll. Denn die Hohenzollern waren hauptverantwortlich für die Versklavung Tausender Menschen aus Afrika sowie für Völkermorde und Konzentrationslager in Deutschlands ehemaligen Kolonien. Wir lehnen daher jede Präsentation von Objekten, die während der Kolonialzeit nach Berlin kamen, im Berliner Schloss ab.

Die Kulturen der Welt werden als „fremd“ und „anders“ diskriminiert.
Wie schon die Zurschaustellung „exotischer Kuriositäten“ in den „Wunderkammern“ der brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige soll das Berliner Schloss – Humboldt-Forum der Herausbildung einer preußisch-deutsch-europäischen Identität dienen. Dieses Anliegen konterkariert das Ziel eines gleichberechtigten Miteinanders in der Migrationsgesellschaft und soll auf Kosten Anderer realisiert werden. Mit Hilfe der oft Jahrhunderte alten Objekte aus aller Welt wird das vermeintlich „Fremde“ und „Andere“ inszeniert und den umfangreichen Sammlungen europäischer Kunst auf der Berliner Museumsinsel zur Seite gestellt. Europa wird dabei als überlegene Norm konstruiert. Wir lehnen diese herabsetzende Form der Präsentation ab. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz fordern wir auf, für gleichberechtigte, machtsensible und Gemeinsamkeiten aufzeigende Selbstdarstellungen durch Fachleute aus den Ländern des Globalen Südens zu sorgen.

Die „Erforschung außereuropäischer Kulturen“ wird nicht problematisiert.
Die Erkundung der Welt und ihrer Menschen durch europäische „Forscher“ war über Jahrhunderte hinweg ein koloniales Projekt und trägt bis heute zur Kontrolle und Ausbeutung des Globalen Südens bei. An diesem Projekt war auch einer der beiden Namensgeber des geplanten Forums, Alexander von Humboldt, wesentlich beteiligt. Denn an den Ergebnissen seiner Reisen in Süd- und Mittelamerika waren vor allem das spanische Königshaus und das auf Völkermord und Sklaverei basierende Kolonialregime vor Ort interessiert, die ihn nach Kräften unterstützten. Entsprechend verkörpert Preußens „wahrer Entdecker Amerikas“, der sogar bestattete Menschen raubte und nach Europa verschiffte, koloniale Dominanz. Als Namensgeber für ein interkulturelles Zentrum ist Humboldt nicht geeignet.

Die kulturellen Schätze der Welt bleiben den Privilegierten im Norden vorbehalten.
In seinem Nutzungskonzept lädt der Stiftungspräsident Hermann Parzinger „Besucher aus Asien oder die Nachfahren indigener indianischer oder afrikanischer Gesellschaften“ in die Bundeshauptstadt ein. In einer Zeit, in der tagtäglich Menschen im Mittelmeer ertrinken, weil ihnen die Einreise nach Europa verwehrt wird, kann eine solche Einladung wohl nur als zynisch bezeichnet werden. Aminata Traoré, die ehemalige Kultur- und Tourismusministerin Malis, brachte es 2006 in Paris auf den Punkt: „Unsere Werke genießen Bürgerrechte an einem Ort, wo man uns als Gesamtheit sogar den Aufenthalt untersagt.“ Wir fordern die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf, den Menschen der Welt Zugang zu Berlins außereuropäischen Sammlungen zu ermöglichen. Neben der dauerhaften Rückführungen von Beutekunst sollte dies durch freie Ausleihe und Kostenübernahme zur Realisierung von internationalen Ausstellungsprojekten in den Regionen der Welt erfolgen, in denen die hierher transportierten Kunstwerke und Kulturgüter geschaffen worden sind.

Weitere Informationen und die Liste aller erstunterzeichnenden Organisationen unter www.no-humboldt21.de

Änderungen an der Petition

05.06.2013 10:35 Uhr

Hinzufügung der Webseite
Neue Begründung: Die Staatlichen Museen Berlins sind nicht die „rechtmäßigen Besitzer ihrer Bestände“.
Der weitaus größte Teil der über 500.000 wertvollen Exponate aus aller Welt kam im Zusammenhang mit kolonialen Eroberungen nach Berlin. Die Europäer griffen häufig sogar zu direkter Gewalt, um in den Besitz von zentralen Objekten der kolonisierten Gesellschaften wie zum Beispiel von Thronen, Zeptern und Kultgegenständen zu gelangen. Das Schmücken mit „fremden Federn“ bringt für den Standort Berlin bis heute neben ideellen Vorteilen auch materielle Gewinne ein. Wir fordern die Offenlegung der Erwerbsgeschichte aller Exponate und die Befolgung der unmissverständlichen UN-Beschlüsse zur „Rückführung von Kunstwerken in Länder, die Opfer von Enteignung wurden“. Über den zukünftigen Verbleib von Beutekunst und kolonialem Raubgut muss der Dialog mit den Nachfahren der Schöpfer/-innen und rechtmäßigen Eigentümer/-innen der Exponate gesucht werden. Dies gilt insbesondere für die entführten Überreste von Menschen, die sich im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befinden.

Der von Berlin ausgehende Kolonialismus wird rehabilitiert.
Die Sammlungen aus aller Welt sollen nun ins Schloss der Hohenzollern zurückkehren, wo schon die ersten überseeischen Schätze Berlins präsentiert wurden. Nicht anders als damals geht es dabei vor allem um die Repräsentation von Macht und globaler Bedeutung. Für die Nachfahren der Kolonisierten im In- und Ausland ist es eine besondere Zumutung, dass dies in der wiedererrichteten Residenz der brandenburgisch-preußischen Herrscher geschehen soll. Denn die Hohenzollern waren hauptverantwortlich für die Versklavung Tausender Menschen aus Afrika sowie für Völkermorde und Konzentrationslager in Deutschlands ehemaligen Kolonien. Wir lehnen daher jede Präsentation von Objekten, die während der Kolonialzeit nach Berlin kamen, im Berliner Schloss ab.

Die Kulturen der Welt werden als „fremd“ und „anders“ diskriminiert.
Wie schon die Zurschaustellung „exotischer Kuriositäten“ in den „Wunderkammern“ der brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige soll das Berliner Schloss – Humboldt-Forum der Herausbildung einer preußisch-deutsch-europäischen Identität dienen. Dieses Anliegen konterkariert das Ziel eines gleichberechtigten Miteinanders in der Migrationsgesellschaft und soll auf Kosten Anderer realisiert werden. Mit Hilfe der oft Jahrhunderte alten Objekte aus aller Welt wird das vermeintlich „Fremde“ und „Andere“ inszeniert und den umfangreichen Sammlungen europäischer Kunst auf der Berliner Museumsinsel zur Seite gestellt. Europa wird dabei als überlegene Norm konstruiert. Wir lehnen diese herabsetzende Form der Präsentation ab. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz fordern wir auf, für gleichberechtigte, machtsensible und Gemeinsamkeiten aufzeigende Selbstdarstellungen durch Fachleute aus den Ländern des Globalen Südens zu sorgen.

Die „Erforschung außereuropäischer Kulturen“ wird nicht problematisiert.
Die Erkundung der Welt und ihrer Menschen durch europäische „Forscher“ war über Jahrhunderte hinweg ein koloniales Projekt und trägt bis heute zur Kontrolle und Ausbeutung des Globalen Südens bei. An diesem Projekt war auch einer der beiden Namensgeber des geplanten Forums, Alexander von Humboldt, wesentlich beteiligt. Denn an den Ergebnissen seiner Reisen in Süd- und Mittelamerika waren vor allem das spanische Königshaus und das auf Völkermord und Sklaverei basierende Kolonialregime vor Ort interessiert, die ihn nach Kräften unterstützten. Entsprechend verkörpert Preußens „wahrer Entdecker Amerikas“, der sogar bestattete Menschen raubte und nach Europa verschiffte, koloniale Dominanz. Als Namensgeber für ein interkulturelles Zentrum ist Humboldt nicht geeignet.

Die kulturellen Schätze der Welt bleiben den Privilegierten im Norden vorbehalten.
In seinem Nutzungskonzept lädt der Stiftungspräsident Hermann Parzinger „Besucher aus Asien oder die Nachfahren indigener indianischer oder afrikanischer Gesellschaften“ in die Bundeshauptstadt ein. In einer Zeit, in der tagtäglich Menschen im Mittelmeer ertrinken, weil ihnen die Einreise nach Europa verwehrt wird, kann eine solche Einladung wohl nur als zynisch bezeichnet werden. Aminata Traoré, die ehemalige Kultur- und Tourismusministerin Malis, brachte es 2006 in Paris auf den Punkt: „Unsere Werke genießen Bürgerrechte an einem Ort, wo man uns als Gesamtheit sogar den Aufenthalt untersagt.“ Wir fordern die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf, den Menschen der Welt Zugang zu Berlins außereuropäischen Sammlungen zu ermöglichen. Neben der dauerhaften Rückführungen von Beutekunst sollte dies durch freie Ausleihe und Kostenübernahme zur Realisierung von internationalen Ausstellungsprojekten in den Regionen der Welt erfolgen, in denen die hierher transportierten Kunstwerke und Kulturgüter geschaffen worden sind.

Weitere Informationen und die Liste aller erstunterzeichnenden Organisationen unter www.no-humboldt21.de