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  • Die Petition wurde eingereicht

    08-08-17 11:24 Uhr

    Folgende Nachricht von Frau Jaskulla ist für alle Unterstützer dieser Petition:

    Liebe Studentinnen und Studenten,

    Sie haben mich in den vergangenen Monaten mit einer Online-Petition unterstützt, die mein Verbleiben an der Hochschule Hannover sichern sollte. Nun werde ich die Hochschule trotzdem zum 31.08.2017 verlassen. Wie das ?!? Hat Ihre Petition nichts genützt? Doch, hat sie. Zunächst einmal hat es mich tief berührt und meiner Absicht gestärkt, an meinem Beruf festzuhalten und mich, womöglich noch mehr als bisher, als "Ihre" Dozentin zu verstehen, als jemand also, der sich in erster Linie den Studierenden verpflichtet fühlt und Reiz und Verantwortung aus dem Dialog mit Ihnen bezieht. Zum anderen muss nun auch anderen Lehrenden und der Fakultätsleitung klar sein, dass es sich bei Ihnen keineswegs um die oft gescholtene, passive "Masse" der Generation Y handelt, sondern um junge Leute, die sich wehren, wenn es sein muss, die solidarisch und loyal handeln können.

    Dennoch kann ich nicht bleiben. Denn: Es gab auch nach Ihrer Petition keine Perspektive für mich. Zwar hätte ich ein weiteres Semester, vielleicht sogar zwei vertreten können - aber nur, weil zwei Kollegen ihre festen Stellen vorübergehend reduzieren wollten. Das Berufungsverfahren, das mir zugesagt worden war und dessentwegen ich vier Jahre „nebenbei“ mit einer Promotion verbracht habe, kommt einstweilen nicht zustande.
    Deshalb habe ich mich schweren Herzens entschlossen, an einer benachbarten Fachhochschule in Hannover vor Anker zu gehen. Da Sie mich kennen, werden Sie wissen, wie schwer mir das fällt – und wie sehr mich die Aussicht freut, mit einigen von Ihnen auch weiterhin in Kontakt zu bleiben.

    Ich danke Ihnen also sehr herzlich für Ihr Engagement. Die Unterschriften unter der Petition und die zahlreichen Emails, die Herrn Fischer und mich zusätzlich erreicht haben, werden mich durch die schweren Tage tragen.

    Und noch was: Einige von Ihnen waren erschrocken, dass so ein erfahrenes journalistisches Schlachtross wie ich plötzlich wieder vor Lebensunsicherheiten steht. Ja, das ist so. Und ich bin sogar ganz zufrieden damit. Doch! So kann ich Ihnen glaubhaft versichern, dass das Journalistenleben in der Tat nie Sicherheit verspricht. Aber ich kann Ihnen auch sagen: Es lohnt sich. Und es macht verdammt viel Spaß. Zumindest mit solchen Studierenden wie Ihnen. Liebe Leute: Danke!

    Hannover/Berlin den 06.08.2017
    Gez. Gabriela Jaskulla

    PS: Wenn irgendwo der Schuh drückt und ich helfen – oder mich über glänzende Abschlüsse mitfreuen kann, lassen Sie es mich bitte wissen!