19.03.2026, 11:19
Liebe Unterzeichner/innen und Unterstützer/innen,
die Plattform openpetition hat einer weiteren Verlängerung dieser Petition bis Ende September zugestimmt. Nun wird unser Anliegen hoffentlich auch in der Lokalpresse besprochen werden (eine entsprechende Meldung ist soeben herausgegangen), was hoffentlich noch mehr Stimmen einbringt. Zudem sollen bis dahin vermehrt auch öffentliche Veranstaltungen mit Auslage von Unterschriftenlisten aus Papier genutzt werden, die von der Plattform so standardisiert sind, daß die Unterschriften dann hier eingepflegt werden können.
Ich darf auch auf folgende, kürzlich gestartete Petitionen hinweisen, die sich ebenfalls für die Erhaltung zu Unrecht gebeutelter und vernachlässigter historischer Gebäude in dieser leider immer gesichts- und geschichtsloser werdenden Stadt einsetzen. Vielleicht hat die oder der eine oder andere Interesse, auch hier zu unterzeichnen. Dies wäre natürlich sehr wilkommen.
https://www.openpetition.de/rjvtq
https://www.openpetition.de/jcfyq
Vielen Dank!
Benjamin Bork
30.12.2025, 08:51
Tippfehler korrigiert: "gefährden" statt "gefähden"
Neue Begründung:
Seit mindestens 2016 (vielleicht sogar länger) ist der desolate Bauzustand und die Restaurierungsbedürftigkeit der Bleckkirche (erbaut 1735), Gelsenkirchens ältestem erhaltenen Gotteshaus, das 1996 zuletzt restauriert wurde, bekannt. Getan wurde seitdem nichts. Die Kirche enthält außerdem Westfalens ältesten Reformationsaltar, den Grimberger Altar von 1574.Die Gemeinde kann und will die Kirche nicht mehr unterhalten und zeigt mit dem Finger auf den Ev. Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, der das Gebäude von 1996 bis 2022 als Kulturkirche genutzt hatte. Dieser bremst seit Jahren. Als Kulisse für die Landeskirchliche Visitation und andere Prestigeprojekte wie ein "Schwammstadt"- Wassernutzungsprojekt wird die Kirche gern genutzt, ansonsten aber dem Verfall überlassen.In einer Pressemeldung von Oktober 2024 offenbart sich Unsägliches:https://www.waz.de/lokales/gelsenkirchen/article407368715/darum-bleibt-gelsenkirchens-aelteste-kirche-ein-sorgenkind.htmlAls "Sorgenkind" des Kirchenkreises wird die Bleckkirche dort bezeichnet, die aufgrund ihrer außerordentlichen historischen und kulturellen Bedeutung eigentlich als dessen bestgehüteter, gehegter und gepflegter Schatz gelten müßte. Offenbar ist das Kleinod nur knapp einer Umnutzung zur Kaffeerösterei entgangen. Von der Suche nach einem "Investor", der ein überzeugendes Konzept zur Nutzung der Kirche vorlege ist die Rede oder einem möglichen Verkauf, hierbei dürfe es "keine Denkverbote" geben. Gleichzeitig wird aber betont, der Kirchenkreis sei sich seiner Verantwortung bewusst.
Ein vom Verfall bedrohtes so wichtiges Gebäude wissentlich jahrelang diesem preiszugeben, was zu einer stetigen Verschlimmerung der Lage führt und die notwendige Rettung unter Verweis auf die Suche nach "Investoren" auf die lange Bank zu schieben ist jedoch das Gegenteil von Verantwortungsbewußtsein. Der sogenannten "Offenheit" ohne "Denkverbote" muss entgegengehalten werden: Doch, ein solches "Denkverbot" wie den Verkauf eines so wertvollen und für die evangelische Identität der Region wichtigen Baudenkmals muss es geben! Der Grimberger Altar als wichtiges Zeugnis der Reformationsgeschichte in Westfalen muss in einer Form erhalten werden, die seine Besichtigung sowie historische, theologische und kunstgeschichtliche Erforschung dauerhaft sicherstellt. Es ist die Aufgabe des Kirchenkreises (womöglich mit Hilfe der Gemeinde) dies zu gewährleisten anstatt durch Abwarten des weiteren Verfalls oder gar durch Verschachern an irgendwelche Investoren dieses wichtige Erbe zu gefähdengefährden und der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Geeignete Maßnahmen wären die Einwerbung von Mitteln aus der Denkmalpflege (LWL, Landesregierung, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, kirchliche Denkmalpflege) und ggf. weiterer kultureller Fördermittel sowie die Sammlung von Geldern mit Hilfe eines Fördervereins.
Der Initiator dieser Petition, Historiker mit dem Schwerpunkt Reformationsgeschichte, zertifizierter Kulturmanager und langjährig beruflich wie ehrenamtlich in der Kulturvermittlung tätig, hat bereits 2019 einen Brief an die Kreissynode geschrieben, die Notwendigkeit eines Fördervereins betont und angeboten diesen zu gründen und bei einer Rettung der Bleckkirche mitzuwirken. Dieser Brief wurde nie einer Antwort gewürdigt.
Mit der Haltung "abwarten und Tee trinken" und so dem Verfall keinen Einhalt zu gebieten und den Gedankenspielen an Verkauf oder Überlassung an irgendwelche dubiosen "Investoren" legt der Kirchenkreis die Axt an die Wurzel seiner eigenen evangelischen Identität, die sich besonders im Grimberger Altar verkörpert. Dies gilt es zu verhindern.
Der achtlose bis rüde Umgang mit wertvoller historischer Bausubstanz hat in Gelsenkirchen eine unheilvolle Tradition. Beispiele sind die gedankenlose Beseitigung des gründerzeitlichen Rathauses und Hauptbahnhofs bereits in den 1970er Jahren oder der Abriss der Rennbahnwaage der ehemaligen Galopprennbahn gegen breiten bürgerschaftlichen Widerstand 2018. Jüngste und traurigste Beispiele sind das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche Hugo, das Rittergut Haus Leithe und die katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt, denen man, alle seit Jahren vernachlässigt, von Bauzäunen umgeben, die letzten beiden sogar brandgeschädigt, beim Verfallen zuschauen kann. Die Bleckkirche und den Grimberger Altar darf dieses Schicksal nicht ereilen!
Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 265 (193 in Gelsenkirchen)
30.12.2025, 08:46
Die Petition wird noch einmal verlängert. Traurig, aber wahr: 2026 sind es (mindestens) 10 Jahre, daß man um den Zustand weiß, aber nichts unternommen hat. Das kann nicht geduldet werden.
Allen Unterzeichnern vielen Dank und ein gutes neues Jahr! Bitte die Petition gerne weiter teilen, Multiplikatoren tun weiterhin not.
Neues Zeichnungsende: 13.02.2026
Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 265 (193 in Gelsenkirchen)