2 Unterschriften
Petition richtet sich an: Oberbürgermeister Belit Onay
Wir fordern den Rat der Landeshauptstadt Hannover und Oberbürgermeister Belit Onay auf, eine verbindliche, dauerhafte und rechtlich abgesicherte Standortgarantie für das Eisstadion am Pferdeturm abzugeben. Sollte es aufgrund baurechtlicher Hürden nicht möglich sein, einen Neubau auf dem Grundstück des Eisstadions und des benachbarten Standortforstamtes umzusetzen, muss eine Alternativfläche in unmittelbarer Nähe des heutigen Standortes, vorzugsweise in Kleefeld, zur Verfügung gestellt werden.
Unabhängig von künftigen Debatten über Sanierungs- oder Neubaukonzepte muss dieser traditionsreiche Standort im Stadtteil Kleefeld als Heimat des Eissports dauerhaft gesichert werden. Wir fordern ein Ende des politischen Stillstandes sowie die sofortige Schaffung verlässlicher Planungssicherheit bis 2032 für den Verein, den Nachwuchs, die Fans und den gesamten Sport.
Begründung
Das Eisstadion am Pferdeturm ist seit über 65 Jahren das emotionale Herz des hannoverschen Eissports. Es ist eine soziale Institution, ein Treffpunkt für Generationen und ein unverwechselbares Stück Identität der Landeshauptstadt Hannover, mit deutschlandweiter Strahlkraft und Kultstatus.
Seit Jahrzehnten dreht sich das politische Karussell im Rathaus im Kreis, während die Zukunft des Standortes durch andauernde Prüfungen blockiert wird. Die historische Chronik der politischen Debatten zeigt den dringenden Handlungsbedarf: Bereits in den frühen 2000er-Jahren wurde ein möglicher Neubau thematisiert. Es folgten unter anderem 2013 eine Drucksache (1) zur Prüfung und Kostendefinition einer Sanierung sowie weitere politische Beratungen über die Zukunft des Standortes. Zuletzt wurde im Jahr 2024 eine Machbarkeitsstudie (2) für einen möglichen Neubau angekündigt, deren Ergebnisse bereits im Sommer 2025 erwartet wurden. Darüber hinaus standen Haushaltsmittel in Höhe von 1,65 Millionen Euro zur Verfügung (3), die dem Verein zur eigenständigen Fortführung der Planungsleistungen bereitgestellt werden sollten. Auch dieser Ansatz konnte bislang nicht umgesetzt werden (4).
Es geht nicht um das „Wie“, sondern um das „Wo“!
Diese Petition klammert die Frage aus, ob das Stadion saniert oder neu gebaut wird. Diese technischen Details dürfen nicht länger als Ausrede genutzt werden, um die gesamte Existenz des Eissports am Pferdeturm zu gefährden. Eine Verlagerung des Stadions an den Stadtrand ist für uns inakzeptabel. Die einzigartige Kultur lässt sich nicht an einen anderen Ort kopieren. Was wir jetzt brauchen, ist das Fundament für alles Weitere: Eine unumstößliche Garantie für genau dieses Grundstück.
Dabei geht es nicht nur um den Profisport, sondern um:
- Den Nachwuchs- und Breitensport: Zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainieren hier Woche für Woche, teils bereits vor der Schule, auf dem Eis. Aufgrund fehlender Eiszeiten gibt es bereits heute nicht nur einen Aufnahmestopp für Nachwuchsspieler, sondern auch Einschränkungen bzw. Aufnahmestopps für Hobbyspieler und den Eiskunstlauf. Das führt dazu, dass Sportlerinnen und Sportler zu anderen Standorten abwandern und dort ausgebildet werden bzw. ihrem Sport andernorts nachgehen.
- Die Gemeinschaft: Generationen von Fans, Familien und Vereinsmitgliedern finden hier seit Jahrzehnten ihr zweites Wohnzimmer. Der Pferdeturm ist ein identitätsstiftender Ort für Hannover und weit über den Sport hinaus ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Die Gemeinschaft rund um den Standort engagiert sich zudem regelmäßig für soziale Projekte in der Region und unterstützt Jahr für Jahr Einrichtungen und Initiativen wie die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Tafel, die Kinderklinik auf der Bult, den Wärmebus, die Bahnhofsmission und weitere soziale Angebote. Damit ist der Pferdeturm nicht nur ein Ort des Sports, sondern auch ein Ort gelebter gesellschaftlicher Verantwortung und Solidarität.
- Die Öffentlichkeit: Der Pferdeturm sichert das Schlittschuhlaufen und den Freizeitsport für die gesamte Region und bietet Menschen aller Altersgruppen Zugang zum Eissport - unabhängig vom Vereins- oder Profibetrieb.
- Den wirtschaftlichen Faktor: Das Eisstadion ist auch ein bedeutender wirtschaftlicher Standortfaktor für Hannover. Spieltage, öffentlicher Lauf und Veranstaltungen bringen Kaufkraft in den Stadtteil und stärken umliegende Gastronomie, Einzelhandel und weitere lokale Betriebe. Darüber hinaus profitieren Stadt und Region durch Steuereinnahmen. Ein Erhalt oder Ausbau des Standorts schafft zudem Perspektiven für zusätzliche Arbeitsplätze – sowohl während möglicher Bau- und Modernisierungsmaßnahmen als auch im langfristigen Betrieb des Eisstadions.
Ein Appell an ganz Eishockey-Deutschland:
Der Pferdeturm gehört zu Hannover wie das Neue Rathaus und die Eilenriede und ist eine feste Bastion der deutschen Eishockey-Kultur. Wenn traditionsreiche Standorte wie dieser sterben, verliert der gesamte Sport in Deutschland sein Gesicht. Zeigen wir der Politik, dass die Geduld der Eishockey-Familie erschöpft ist. Wir fordern das Ende von leeren Versprechungen und eine ehrliche Perspektive für unsere Heimat. Die Zeit für eine langfristige Standortabsicherung ist genau jetzt!
Die Initiatoren: Gemeinsame Initiative der Aktiven Fanszene, des Förderkreises Nordkurve Pferdeturm e.V. und des Eishockey Fan-Projekts Am Pferdeturm e.V.
Quellenhinweise (Offizielle Drucksachen der Stadt Hannover):
(1) Drucksache Nr. 1911/2013: Prüfung und Kostendefinition Sanierung
(2) Drucksache Nr. 2182/2024: Machbarkeitsstudie Neubau
(3) Haushaltsansatz Drucksache Nr. H-0347/2025: Bereitstellung Planungsleistungen
(4) Drucksache Nr. 0604/2026: Sachstand Eisstadion
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
26.05.2026
Sammlung endet:
25.11.2026
Region:
Hannover
Kategorie:
Sport
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